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cortisol cortison und ein haufen fragen

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von amon, 22. März 2007.

  1. amon

    amon Neues Mitglied

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    hi@all

    bin ganz neu hier und habe ein haufen fragen, teils persönlicher natur
    teils weil ein famielienmitglied ein schwere autoimmunkrankheit hat und es jetzt auch mit dem schmerzhaften rheuma losgeht.....
    hoffe ein paar können mir helfen...;)

    1.
    was passiert bei einer kortisontherapie, wird das kortison im körper zu dem hormon cortisol umgewandelt? oder sind das 2 verschiedene dinge?

    2.
    wie hoch ist wenn korti in cirtisol umgewandelt werden sollte der cortisolspiegel? hat das denn einer von euch mal messen lassen?
    es gibt ja so referenzbereiche für blutserum und 24h urin...

    3.
    Haarausfall!! warum steht nichts in irgendwelche beschreibungen und warum
    sagen die ärzte das man von einer kortisontherapie KEIN haarausfall bekommt aber wenn man mit leuten spricht oder wie hier sehr oft zu lesen
    das es sehr woll haarausfall verursacht...

    4.
    welchen zusammenhang gibt es beim cushing syndrom und einer kortisoltherapie?
    der das cushing syndrom durch krankhafte einflüsse zuviel cortisol produziert wird und man bei einer kortitherapie es so zusagen von außen bekommt daher die selben symptome aufweist??? wenn ja
    warum steht wie in frage 3 nicht beim cushing über haarausfall ??

    5.
    wie fallen euch die haare aus bei einer kortisontherapie? man sagt ja
    (bei tieren) das cortisol (zu viel davon) die poren verstopft/verhornt
    und dadurch die haare dünner werden?
    ist es mehr ein diffuser haarausfall? gibt es irgendwelche besonderheiten
    die ihr dabei beobachtet---brauch alle infos darüber---wenns zuviel ist gebt mir ein link wo ich selber nachlesen kann

    ---------------------------
    hätte noch zich fragen will euch aber nicht langweilen , schon mal danke im voraus
     
  2. Sita

    Sita Mitglied

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    1. was passiert bei einer kortisontherapie, wird das kortison im körper zu dem hormon cortisol umgewandelt? oder sind das 2 verschiedene dinge?

    Cortisol ist das physiologische Glukokortikoid des Menschen (der Name Glukokortikoid beruht auf der Wirkung der Substanzen auf den Glukosestoffwechsel). Cortisol wird in der Nebennierenrinde hergestellt. Cortison und Cortisol unterscheiden sich nur durch eine "chemische Gruppe", sonst sind sie gleich aufgebaut. Bei den uns als "Cortison" verschriebenen Medikamenten handelt es sich um Präparate aus dem Grundgerüst des Cortison oder Cortisol mit kleinen (chemischen) Veränderungen. Sinn des Änderungen sind die Verminderung der unerwünschten Wirkungen (Nebenwirkungen, z.B. Cushing) und gleichzeitig eine Wirkungssteigerung (Stärkere Entzündungshemmung). Alle "Cortisonpräparate" lösen die gleichen (erwünschten wie unerwünschten) Wirkungen aus (gleicher Wirkmechanismus, d.h. z.B. Bindung an den gleichen Rezeptor), allerdings in unterschiedlicher Stärke und Zeit.
    Also: "Cortisonpräparate" wirken über den gleichen Wirkmechanismus (s.o.) wie Cortisol und werden über entsprechende Schritte genau wie das Cortisol in der Leber abgebaut, keine direkte Umwandlung.
    Wichtigste erwünschte Wirkungen der Cortisonpräparate:
    1. Hemmung von entzündlichen Vorgängen
    2. Unterdrückung von immunologischen Reaktionen


    2. wie hoch ist wenn korti in cirtisol umgewandelt werden sollte der cortisolspiegel? hat das denn einer von euch mal messen lassen?
    es gibt ja so referenzbereiche für blutserum und 24h urin...

    Die tägliche Produktion von Cortisol liegt zwischen 5-30 mg. Die "Tests" werden vor allem durchgeführt, wenn überprüft werden soll, ob die Nebennierenrinde noch Cortisol produziert, da durch die Gabe von "Cortisonpräparaten" die körpereigene Produktion reduziert oder eingestellt werden kann.

    3. Haarausfall!! warum steht nichts in irgendwelche beschreibungen und warum sagen die ärzte das man von einer kortisontherapie KEIN haarausfall bekommt aber wenn man mit leuten spricht oder wie hier sehr oft zu lesen
    das es sehr woll haarausfall verursacht...

    "Kortikoide können auch zu Veränderungen der Hautanhangsgebilde wie z.B. der Haare führen. Dabei kann es zu einem vermehrten Haarverlust mit Ausbildung einer Stirnglatze kommen. Bei Frauen kann auch die Lanugobehaarung im Bereich des Gesichtes deutlich zunehmen. Dies kann sich jedoch auch nach Absetzen einer Langzeittherapie langsam zurückbilden.
    Eine Hypertrichose und ein Hirustismus können während einer längeren systemischen Therapie als seltene Nebenwirkung und besonders unerwünscht bei Frauen auftreten. Bei der Hypertrichose wandeln sich gefärbte, dünnere, kurze Haare (sog. Vellushaare) z.B. im Bereich des Gesichts unter Kortikoideinfluß in dunkle verdickte und längere (sog. Terminalhaare) um. Beim Hirsutismus tritt neben einer deutlichen Vermehrung der Haare (z.B. vermehrt Terminalhaare) ein männliches Behaarungsmuster auf (Zunahme der Behaarung in Gesicht, Bauch-, Rücken- sowie Schamregion). Zusätzlich besteht häufig eine vermehrte Neigung zu Seborrhoe und Akne.
    Präparatebedingte Häufung: Hirsutismus wird am häufigsten unter einer Dexamethasontherapie, seltener unter Triamcinolon und sehr selten unter Methylprednisolon-, Prednison- oder Prednisolontherapie beobachtet."


    4. welchen zusammenhang gibt es beim cushing syndrom und einer kortisoltherapie?
    der das cushing syndrom durch krankhafte einflüsse zuviel cortisol produziert wird und man bei einer kortitherapie es so zusagen von außen bekommt daher die selben symptome aufweist??? wenn ja warum steht wie in frage 3 nicht beim cushing über haarausfall ??

    Das Cushing-Syndrom ist eine Folge eines Überschusses des Hormons Cortisol oder höherer Dosen von "Cortisonpräparaten".

    5. wie fallen euch die haare aus bei einer kortisontherapie? man sagt ja
    (bei tieren) das cortisol (zu viel davon) die poren verstopft/verhornt
    und dadurch die haare dünner werden?
    ist es mehr ein diffuser haarausfall? gibt es irgendwelche besonderheiten
    die ihr dabei beobachtet---brauch alle infos darüber---wenns zuviel ist gebt mir ein link wo ich selber nachlesen kann

    siehe oben

    Als Literatur hatte ich 2 Fachbücher:
    "Angst vor Cortison?" Informationen und Ratschläge 1995 von Prof. Dr. Hanns Kaiser
    "Glucocorticoide" 1998 von Dr. Hans Hatz, med. Fachbuch
     
  3. Rosarot

    Rosarot trägt keine Brille ... ;)

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    Hallo Amon,

    Sita war ja schon ungeheuerlich hilfreich, was die fachgerechte Beantwortung Deiner Fragen angeht *Hut ab Sita!* Als Lesetipps hätte ich noch die Rubrik "Cortison" dieses Portal hinzuzufügen, mit den Punkten:

    ---> klick Was ist Cortison?
    ---> klick Warum benötigt man überhaupt andere Entzündungshemmer außer Cortison?
    ---> klick Mögliche Nebenwirkungen von Cortison
    ---> klick Wie können unerwünschte Nebenwirkungen von Cortison vermieden werden?
    ---> klick 10 Gebote zu Cortison
    ---> klick Cortison Einnahmeempfehlungen

    Ansonsten möchte ich noch darauf hinweisen, dass Cortison eines der wichtigsten Medikamente bei vielen rheumatischen Erkrankungen ist. Angst vor Cortison zu haben, und dann auf diese enorme medizinische Hilfe zu verzichten, sollte man sich gut überlegen. Die Nebenwirkungen müssen nicht zwangsläufig auftreten - zumal, wenn man den Einnahmeempfehlungen Folge leistet und den Ausschleichvorgang - sofern möglich - konsequent beendet. Nicht immer ganz einfach.

    Ich habe ein halbes Jahr Cortison genommen - beginnend von 150 mg - ab 15 mg ganz langsam ausschleichend. Außer anfänglich einem Mondgesicht (dass mit der Reduzierung auch schnell wieder verschwand) und drei Dauerkilos "Hüftgold" hatte ich keine erkennbare Nebenwirkung. Meine Haare sind alle noch da ... :D

    Schööönen Tag!
    Rosarot
     
  4. zap

    zap Neues Mitglied

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    Hallo Amon !! :)

    Von mir auch ein Herzliches Willkommen !! :)
    Sita und Rosarot haben Dir ja schon viele Tips gegeben. :) Da kann ich eigentlich nichts hinzufügen.
    Ich nehme auch seit September 06 Cortison. Kurzzeitig mal ne Stoßtherapie, mit 60 mg angefangen und bin dann immer bei 5 mg gelandet. Momentan liegt das Corti bei mir bei 5 bis 10 mg und habe dabei keine unerwünschten NW's, auch keinen Haarausfall. Das Einzige, eben wie Rosarot beschrieben hat, ich hatte bei längerer Höherdosierung (bei mir 20 mg) auch das Mondgesicht und ein paar Pfündchen zugelegt.
    Wenn Du Fragen hast, dann frag ruhig. :)


    Liebe Grüße von z.gif ap !! :)

    herzlichwillkommen.gif
     
  5. amon

    amon Neues Mitglied

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    wow , erstmal danke für die ausführliche info....
    mir ist jetzt vieles klarer....

    ich werd aber bestimmt nochmal mal ne frageattacke an euch richten:)
     
  6. amon

    amon Neues Mitglied

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    so ,,,
    kann mir einer sagen wie hoch in etwa
    das cortisol in einer kortisontherapie ist wenn man es im serum
    mißt, also z.b. 700nmol/l
     
  7. Sita

    Sita Mitglied

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    kann mir einer sagen wie hoch in etwa
    das cortisol in einer kortisontherapie ist wenn man es im serum
    mißt, also z.b. 700nmol/l"

    Hallo Amon,
    wie ich dir schon geschrieben habe, wird weder Cortison noch ein Cortisonpräparat in Cortisol umgewandelt, sondert es gibt lediglich einen analogen Wirkmechanismus.
    Und die Konzentration im Blut hängt doch wohl von der verabreichten Dosis ab, und vom der Art der Verabreichung (i.v., oral).
    Warum willst du das so genau wissen?

    Noch ein paar Infos zu Cortisol:

    Normalwerte und tägliche Produktionsmengen von Cortisol in Plasma, Urin und Speichel

    Gesamt-Cortisol:
    tägl. Produktion: 5-30 mg; im 24-Std.-Urin 0,03 mg
    freies Cortisol:
    Plasmaspiegel: 0,5 µg/100 ml; im 24-Std.-Urin 10-89µg/24h
    gebundenes Cortisol:
    Plasmaspiegel: 12 µg/100 ml

    Cortisol
    Erwachsene 8°°: im Plasma 5-25 µg/dl ; im Speichel 0,4-1,0 µg/dl
    Erwachsene 24°°: im Plasma 0-5 µg/dl; im Speichel 0,08-0,13 µg/dl


    Als Literatur empfehle ich dir das Buch "Glucocorticoide", Autor Dr. Hans Hatz, Wiss. Verlagsgesellschaft Stuttgart. Dort findest du mehr Fachinformationen über "Cortison" als du vermutlich "verdauen" kannst.