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CHronische Krankheit und der "geliebte Arbeitsplatz"

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von metalla, 26. Oktober 2006.

  1. metalla

    metalla *minizicke mit cP*

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    Guten Abend allerseits :D !

    Ich wollte in die Runde fragen, welche Erfahrungen Ihr nach Eurer Diagnose an Eurem Arbeitsplatz gemacht habt.

    Ich habe bisher jede Reaktion erlebt:
    - mein direkter Vorgesetzter ist sehr verständnisvoll; er ist aber leider nicht Derjenige, der in unserer Firma personelle Angelegenheiten entscheidet
    - die Firma selbst stellt, wie wahrscheinlich jede andere Firma in Deutschland, alle Krankheitstage von Mitarbeitern (natürlich nicht mit leistungsbezogenem Charakter) in einer Statistik zusammen, und böse Zungen behaupten, dies sei relevant bei Kündigungswellen (die nächste steht wieder vor der Tür)
    - die meisten Kollegen versuchen, verständnisvoll zu sein, aber Sprüche aus Unwissenheit wie "alte-Menschen-Krankheit", "nicht schlimm", "tu doch nicht so", "bist viel zu oft krank" gehen mir mittlerweile, weil sie sich anhäufen, schwer auf den Geist, ich habe aufgegeben, es zu erklären
    - manche Kollegen überschütten mich mit Mitleid, daß es geradezu unangenehm ist
    - ich selbst habe Angst, aufgrund dieser Krankheit langfristig keine Leistung mehr erbringen zu können (mit wachsender Müdigkeit, Wortfindungsstörungen, etc.) und die "Rechnung" dann bald erhalte

    Es sind so viele Gedanken in meinem Kopf... Vor allem, weil ich auf diesen Job angewiesen bin, wie viele von uns.

    Wie geht Ihr damit um, wie sind Eure Erfahrungen?
     
  2. cava

    cava Neues Mitglied

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    Hallo Metalla,

    die Reaktionen kenne ich zum Teil auch....Allerdings überwiegen noch die verständnisvollen Reaktionen.

    Auch Äußerungen wie: Hey, Du läufst ja heute wieder ganz schön unrund :o:D

    begegnen mir.

    Ich habe aber das Glück, das ich auch von zu Hause arbeiten kann. Wenn es mir an einigen Tagen extrem schlecht geht und ich keine Termine habe, arbeite ich von daheim.

    Für mich steht derzeit meine Gesundheit an allererster Stelle. Also das klar kommen mit den Medikamenten, vielleicht eine Verbesserung und vor allen Dingen die ganze Arbeit im Kopf die dahinter steckt, mit seiner Krankkheit umzugehen.....

    Klar bin ich auch auf meinen Job angewiesen.

    Dennoch heißt es derzeit für mich: Erst komme ich und dann kommt der Job!!!!!!! ;)

    Geht es mir nämlich gut, kann ich auch 100% im Job bringen.

    LG
    Cava
     
  3. Handy

    Handy Neues Mitglied

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    Hi,
    ich habe das Problem, in einer Zwickmühle zu stecken, weil ich (natürlich) meinem Chef und meinen Mitarbeiterinnen gegenüber möglichst fit wirken möchte, mich andererseits damit manchmal überfordere oder einfach hinter einer Fassade verkrieche, die der ganzen Atmosphäre nicht gut tut. Zu viel Offenheit habe ich aber auch schon nachteilig in Form von Ignoranz als Bumerang zurückbekommen. Nun werde ich mir für den herannahenden Winter und die damit zu erwartende Verschlechterung meines Gesundheitszustandes etwas anderes überlegen müssen. Ich bin gespannt, was andere dazu noch schreiben.
    Schönen Abend noch
     
  4. Albstein

    Albstein Neues Mitglied

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    Hi, metalla und die anderen LeidensgenossenInnen,

    als leicht angegrauter Rheumi verfüge ich über diverse Erfahrungen mit diesem Komplex.

    Bin ehemals vielseitig aktiver Sportler (Langlauf, Fahrradfahren, Reiten, Jagdhundeführer usw.) und kam durch die zunehmenden Beschwerden immer weiter in Erklärungsnot, wollte nie jemanden etwas von der chronischen Geschichte erzählen, schob immer "Sportunfälle" vor und entschuldigte so meinen beginnenden "Humpelgang" und Leistungs-Ausfälle unterschiedlichster Art.

    Beruflich bin ich selbstständig.
    Nun könnte man sagen, "der hat`s gut, verdient selbstständig die dicke Kohle und hat zum Glück keinen Chef, der ihm die Krankheitstage unter die Nase hält."

    Pustekuchen: Meine Chefs sind die Auftraggeber, von denen ich Honorae bekomme. Und in meinem Metier (ich führe als Freiberufler u. a. Seminare an Unis und Fortbildungsinstituten durch) wünscht man sich nicht so sehr einen gehandicapten Menschen, sondern einen, der Fitness ausstrahlt - denn "nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist...!", das denken viele Auftraggeber (auch an Unis übrigens).
    Dies ist zwar irre, was manche so glauben, aber das steckt oft irgendwo bei Betrachtern drin, das wissen wir wohl alle als Betroffene.

    Um es kurz zu machen:
    Meine Erfahrung ist, dass man zu der Krankheit stehen muss - egal, was die Umwelt denkt (wie z. B. "Alte-Leute-Krankheit", "Na ja, das bisschen Ziehen in den Gliedern..!") und welche Konsequenzen dies für einen selbst arbeitsmäßig haben könnte.

    Und wenn man erst einmal dazu steht und sich einen "Sche...dreck" darum kümmert, was andere denken, dann geht`s einem besser und vieles läuft auch tatsächlich besser, als man es vorher glaubte.

    Durchweg muss man sich als Arbeitnehmer erst einmal mit dem Personalchef arrangieren und ein offenes Gespräch führen, vielleicht sogar einen anderen Arbeitsplatz in Kauf nehmen. Traurig, aber wahr.....

    Ich wünsche Euch von Herzen eine akzeptable Lösung der Probleme :) !
     
  5. Hope2003

    Hope2003 Neues Mitglied

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    Hallo!

    Also bei mir wissen es nur die anderen drei Mädels. Alles drei meine Ausbilderinnen. Der Chef und die anderen Männer wissen es nicht. Müssen ja nicht alles wissen. Wahrscheinlich werden sie es irgendwann erfahren, aber noch nicht jetzt.
    Ich habe allerdings auch noch Glück. Das einzige was teilweise auffällt ist die Häufigkeit meiner Arztbesuche, da ich ja nun nicht alle auf den Abend schieben kann.
    Und meine beiden (eine zählt nicht ganz so sehr) sind voll lieb. Sie fragen immer mal und wollen mir dann bei was helfen oder hören mir einfach nur zu. Nicht aufdringlich, sondern genau richtig.
    Weiß nicht, was passiert, wenn der Chef es irgendwann mitbekommt. Das wird dann spannend.
    Aber ich musste mich auch noch nie wegen Rheuma krank melden. Toitoitoi
    Es ist aber auch schwierig. Gerade in der heutigen Zeit mit den vielen Arbeitslosen. Da kann man schon Angst bekommen.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall, dass du deinen Job behälst!

    LG
    Hannah
     
  6. metalla

    metalla *minizicke mit cP*

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    Hallo, da bin ich wieder...

    Es ist wirklich interessant, andere Meinungen und Erfahrungen lesen zu dürfen. Zumal ich auch am Anfang meiner "cP-Karriere" stehe.

    @Cava: das mit dem Heimarbeitsplatz ist natürlich ein sehr guter "Deal" mit dem Arbeitgeber. Natürlich hast Du Recht, Gesundheit steht an erster Stelle.

    @Handy: Die Taktik des Maske-Aufsetzens versuchte ich zu Beginn auch. Bis mein Chef mich ansprach, was los sei. Dort bin ich dann weinend zusammengebrochen. Ich verstehe das total gut. Nur ist es sehr anstrengend, ständig diese Fassade aufrecht zu erhalten. Das hielt bei mir 5 Wochen... Auf jeden Fall wünsche ich Dir den goldenen Mittelweg und daß Du den Winter - wir alle den Winter - möglichst beschwerdefrei verbringen.

    @Albstein: In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Selbständige, daher kann ich mir die Zwickmühle gut vorstellen - keine Arbeitsstunden, kein Geld. Und keinen Lohn im Krankheitsfall. Deine Einstellung und Dein Elan sind bewundernswert!

    @Hope2003: Ich wünsche Dir möglichst wenig Krankheitstage.

    Es beruhigt mich ein wenig, daß ich Mitglied unseres Betriebsrats bin, aber im Härtefall... Man weiß nie, was ein Betrieb sich so einfallen läßt. Das Arbeitsrecht zu kennen, ist eine Sache. Ob dies korrekt gelebt wird, eine andere.

    Vielen Dank für Eure Beiträge. Ich bin gespannt auf weitere Antworten!

    *wink*
     
  7. Quilts

    Quilts Neues Mitglied

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    Umgang mit Krankheit

    Hallochen, bei mir im Dienst glaubt ja fast keine das ich eine chronische Erkrankung habe. Ich habe allerdings auch nur ne 1/2 Stelle und dadurch relativ oft frei und bin auch Grund meiner Erkrankung erst 1 mal nicht erschienen. Ich selbst leide darunter unkonzentriert und vergesslich zu sein, aber meine Kollegen akzeptieren es so. Es ist eher ein Bild das ich von mir nicht mag, da ich alles gerne "ordentlich" mache. Bischen verzwickt zu erkären,hoffe ihr versteht trotzdem was ich meine. Gruß Quilts:)
     
  8. Sigi

    Sigi Mitglied

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    Hi Ihr,

    bei mir ist es anders rum.Ich bin arbeitslos und habe diese Beschwerden :D erst seit diesem Jahr. Ich hatte einen Nebenjob als Taxifahrerin,den ich dank der Tabletten zur Zeit nicht ausführen kann.
    Ich weiß noch nicht,wie ich damit umgehen soll,weil,wie sich grade so rausstellt,mein *bißchen* Fibro <----sagte der int.Rh. :rolleyes: sich ganz schön bemerkbar macht. Meine Arthrose in den Fingern der rechten Hand mistig ist und die Handgelenke überhaupt. Irgendwie bin ich genervt und ganz insgeheim habe ich immer noch die Hoffnung,dass das wieder verschwindet und alles nur ein böser Traum ist . Von meinem Freund bekomme ich keinerlei Unterstützung,es sei denn,ich frage direkt.
    Keine Ahnung,wie das weitergehen soll :eek::(:mad:

    Liebe Grüße und sorry,weil ich etwas abgeschweift bin
    Sigrun
     
  9. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    mein letzter arbeitsplatz den ich hatte war eine massnahme vom arbeitsamt, für ein jahr befristet, eher eine beratende tätigkeit, ganz gemütlich und easy .... das sollte ich doch wohl mit links schaffen....
    pustekuchen, es ging nicht gut. ich war so oft und lange krank, das ich meinen arbeitsplatz jedes mal von neuem kennenlernte :eek: , nicht einmal diese wiedereingliederung habe ich unbeschadet überstanden.
    meine kolleginnen waren verständnisvoll, sehr sogar ..... zumindst, wenn ich dort war ;) ... die chefs hatten ihr hauptbüro 70km weit weg, also selten alarm :o . ich dachte zu beginn dieser tätigkeit, ..."klasse! das ist ein easyjob, den du doch mit links meistern wirst" ..... es ist aber dann doch anders gekommen. ich bin kurz danach für die nächsten 25 jahre meines lebens berentet wurden :confused: ... mir wurde bescheinigt, das ich untauglich bin, sogar so eine sehr leichte arbeit durchzustehen, es wurde amtlich bestätigt, was ich eigentlich schon sooooooooooooooooo lange wußte, mir aber nie eingestanden habe ....

    jetzt, fast wieder 4 jahre später, warte ich immer noch auf den doc, der kommt und mir sagt .... wir haben uns bei ihrer diagnose geirrt .... aber es kommt keiner :( und ich merke und sehe an den reaktionen meiner familie und der wenigen übrig gebliebenen freunde, das ich mich ständig verändere ... und das wohl nicht zum positiven für mich........die krankheit zeichnet...und schreitet fort

    sorry, das es etwas länger geworden ist
     
  10. Skippylein

    Skippylein Neues Mitglied

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    Hallole an Alle....

    ich bin seit einige Monate krank und somit habe ich mir auch sehr viele Gedanken gemacht über Krankheit und Arbeitsplatz... Es zermürbte mich denn ich kämpfte immer dagegen an und wollte es und will es immernoch nicht so richtig wahrhaben krank zu sein... Eigentlich habe ich das nie richtig akzeptiert...

    @Abstein... Ich war auch mal selbstständig und wie heisst das: selbst und ständig... Mein Einsatz zur Arbeit war so extrem, dass ich die körperliche Warnzeichen verdrängt habe... Gerade in der Selbstständigkeit darf man nicht schwach sein... Die Verantwortung seine Mitarbeiter gegenüber und viele andere Aspekte erlauben es nicht schwach zu sein... Ich wurde sehr krank, so dass mein Arzt damals meinte: entweder ich ändere mein Leben oder ich werde in 10 Jahren nicht mehr leben... Ohne nun näheres hier zu erläutern, es brach alles zusammen (Mobbing trotz Selbstständigkeit, Ehe zerbrach und und und)

    Ärmel hoch und durch habe ich versucht von ganz unten ein neues Leben anzufangen... Ich habe mein noch jetziger Arbeitsplatz gefunden... Mittlerweile bin ich ein paar Jahre dabei und ich vermute, dass die Krankheit steckte mir seit Anfang an in die Knochen... Doch niemals habe ich Schwäche zeigen wollen... Es gelingte mir auch, bis ich angesprochen wurde, was eigentlich los mit mir sei und dass ich an Konzentrationsschwäche leiden würde... Nach so einer Aussage war ich sowas von stinksauer und wollte das auch nicht wahrhaben... Welche Gründe das hatte, weiss ich jetzt...

    Meine Erfahrung mit der Krankheit und Arbeitsplatz sind Schuldgefühle meiner Kollegen gegenüber, angebliche Verständnis und doch Mobbing...
    Da mir wiederum ein gutes Betriebsklima an 1. Stelle steht, leide ich da besonders und ich frage mich heute... Wenn ich auch arbeiten könnte (im Moment unvorstellbar wegen Schmerzen) was zermürbt mich mehr? die Kollegen oder die wirklich schwere körperliche Tätigkeit? Natürlich darf das keine Frage sein, denn in erster Linie muss man eben Geld verdienen... doch wenn es auf der Arbeit stimmt (Team), man trotz Schmerzen gerne arbeiten geht und das Gefühl hat, man wird gebraucht...

    Da fragt man sich oftmals, was ist wichtiger Geld verdienen oder Gesundheit... Natürlich würde man sich immer für die Gesundheit entscheiden aber........

    Gruss
    Skippylein
     
  11. orchidia

    orchidia Neues Mitglied

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    Auch hier...

    ... verändert sich einiges seit klar ist, was ich habe.

    Im Job sind alle wirklich sehr verständnisvoll und helfen wo sie nur können. Mein Chef ist selber Ex-Mediziner und er versteht auch das ganze Drumherum mit den Nebenwirkungen, die Schwäche, Konzentrationsstörungen usw. Natürlich gibt es auch die Witzbolde mit schlechten Witzen, wenn ich wieder mal humpelnd des Weges komme. Trotzdem mache ich mir einen Kopf... wie lange kann ich noch im vollen Pensum arbeiten? Wann wird meine Leistung nicht mehr den Ansprüchen genügen? Ich bin alleinerziehende Mutter von 3 Kindern und auf den Job mehr als angewiesen. Der Blick in die Zukunft ist verschwommen und etwas beängstigend. :confused:
     
  12. Susanne L.

    Susanne L. Neues Mitglied

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    Wie mit der Krankheit umgehen?

    Hallo alle zusammen,

    ist ja richtig spannend, sich gerade zu diesem Thema auszutauschen.

    @ Albstein und Klecks

    Ihr beide sprecht mir förmlich aus dem Herzen. Die Krankheit auf Dauer verheimlichen zu wollen, wird ohnehin nichts werden, stresst einen selber und verunsichert alle um uns herum. Sollen sie fragen? Oder nicht? Wenn sie nichts erzählt, wird sie wohl auch nicht wollen, dass wir fragen ...

    Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass man - was gesagt werden muss - schon gesagt werden sollte. Also, auf Anfrage bloß nichts herunterspielen. Meinem Chef habe ich bei solch einer Gelegenheit mal wörtlich zu verstehen gegeben, dass für mich "zur Zeit jeder Tag eine Strapaze ist". Da hat er schon ziemlich betreten geguckt. Offensichtlich hatte er eine so deutliche Antwort nicht erwartet. "Aber ich kann Ihnen auch nicht helfen", war seine Reaktion. Und eine Weile später: "Wenn Sie drüber reden wollen - Sie können jederzeit zu mir kommen." Davon hab' ich dann natürlich keinen Gebrauch gemacht, fand aber das Angebot doch irgendwie rührend.


    lg
    Susanne
     
  13. metalla

    metalla *minizicke mit cP*

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    "früher..."

    Ich war früher sehr pflichtbewußt und perfektionistisch, zuverlässig. All diese Dinge gehen einfach nicht mehr. Das macht richtig fertig. Nicht nur die Müdigkeit, auch die Selbstvorwürfe und u.a. auch Vorwürfe anderer Kollegen ("Wie, noch nicht fertig? Was ist los, so kenn ich Dich gar nicht...") machen mir zu schaffen.

    Es hilft alles nix, die Arbeitsumgebung muß sich an mein jetztiges Arbeitstempo gewöhnen. Und daran, daß ich anders bin. Nicht unbedingt schlechter oder besser oder sowas - sondern daß ich mir nicht mehr den A***h aufr***se für die Firma, ich achte auf mich. Das habe ich in der Vergangenheit nie so richtig getan. Krank in die Arbeit geschleppt, "ja, Master" gesagt für 90 Euro brutto mehr... Eigentlich hat mich die cP aus diesem selbstknechten Zustand geholt.

    Kann jemand meine chaotischen Gedanken nachvollziehen?
     
  14. Albstein

    Albstein Neues Mitglied

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    Sehr konsequent gedacht....

    Liebe metalla,

    das sind keine "chaotischen" Gedankengänge, sondern sowohl praktisch als auch intellektuell die richtigen Schlußfolgerungen.

    Du schreibst sehr treffend (und "Beginner" mit Rheuma-Erstsymptomen sollten sich das vielleicht merken, bevor sie sich weiter kaputt machen...)

    Zitat metalla_
    "Eigentlich hat mich die cP aus diesem selbstknechten Zustand geholt."

    Es ist bei allen Leistungsträgern eine Selbstknechtung, die alles nur verschlimmert, weil man über das krankheitslimitierte Leistungsmaß hinauswachsen will - und die Begrenzungen erst mal ignoriert.

    Kein Arbeitgeber oder Auftraggeber dankt einem das.....:D

    Angenehmes Weekend mit möglichst positiven Problemlösungen wünscht allen LeidengenossenInnen

    Alb :)
     
  15. stoppelhopser

    stoppelhopser Neues Mitglied

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    kann euch auch einiges dazu berichten. nach langer erkrankung, erstdiagnose und auch arbeitslosigkeit, gehöre ich zu den glücklichen, die nach fast 2 jahren auszeit nun doch wieder arbeiten können und auch dürfen, weil die chance einfach mal gegeben wurde trotz chronischer krankheit.

    beim bewerbungsgespräch gab es natürlich mal wieder nen fragebogen mit der frage nach chronischen krankheiten. musste ich also mal wieder mit ja ankreuzen, aber ich habe es erst angekreuzt, nachdem mir im gespräch die möglichkeit zur erklärung gegeben wurde. nachdem im august meine basis mtx von 15 auf 20mg erhöht wurde, habe ich wirklich eine verbesserung meines zustandes gespürt und fühlte mich auch wieder fit für einen job.
    habe dann im bewerbungsgespräch erst mal psa erklären dürfen und auch, dass ich mit meinen medis zur zeit sehr gut eingestellt bin. auch wurde ich gefragt, welche perspektiven die zukunft einerseits für mich als auch für das unternehmen bietet. habe dann also auch ausführlich dazu stellung genommen. im zweiten gespräch mit einem der teamleiter gab es dann eine kurzfassung der langen variante und einen tag später bekam ich bereits das OK für den job trotz erkrankung.

    habe mich auf meinen ersten arbeitstag dann natürlich auch entsprechend gefreut und womit fing der an "?" - natürlich mit vorstellung. in der kleinen runde der neuen, hab ich dann nur kurz erklärt, dass ich rheuma habe und deswegen sich bitte keiner wundern soll, dass ich dienstag einen unheimlichen wasserverbrauch haben werde, um die nebenwirkungen von mtx abzufangen. es kamen nach meiner erklärung auch keine weiteren fragen von den kollegen - nur kann ich jetzt zB nie vergessen, dass ich ja dienstags trinken muss, weil mich dann wirklich fast jeder dieser gruppe fragt, wieviel ich denn schon getrunken hätte und ob ich heute mein "soll" denn erreichen würde. das finde ich total genial. fühle mich in der gruppe auch echt pudelwohl.

    es gab eine situation, wo ich für die etagen nach oben doch lieber den aufzug nehmen wollte und von anderen belächelt wurde. hab es mir nicht zu herzen genommen und dann am zielort demjenigen gesagt: "wenn ich deine knie hätte, wäre ich auch lieber gelaufen, aber da ich zu hause bis unters dach muss, kann ich hier ja auch den aufzug nutzen, um meine knie nicht zu überanstrengen." bekam dann zur antwort ne entschuldigung, da man dieses problem nicht bedacht hätte und damit war es auch schon wieder gut.

    an tagen, wo es bei uns auf arbeit heiss hergeht, fühle ich mich schon abends schlapp, weil telefonieren auch anstrengend ist :D aber da es nicht jeden tag so ist, nutze ich ruhigere tage dann zum erholen. bisher klappt es super und ich hoffe, dass dies auch so bleibt.

    Auch konnte ich bei mir selbst feststellen, wenn es mir joblich gut geht, geht es mir auch körperlich besser - vielleicht ein trugschluss, aber bisher trifft dies auf mich zu. ich war einfach lang genug zu hause und fühle mich auf arbeit pudelwohl, vor allem hab ich nun auch wieder das gefühl, gebraucht zu werden. während der arbeitslosigkeit hatte ich einfach viel zu viel zeit, mir über dinge den kopf zu zerbrechen, die mich vielleicht nicht betreffen und ich so schon die eine oder andere depri deswegen hatte. für mich kann ich nur hoffen, dass mein aktueller zustand möglichst lange anhält und auch das verhalten meiner kollegen.

    ich habe festgestellt, offenheit führt weiter, wenn auch nicht bei allen arbeitgebern, aber es gibt halt doch einige, die auch chronisch kranken die chance bieten, die sie einfach auch verdient haben!

    in diesem sinne wünsche ich allen noch ein schönes wochenende.

    stoppel,
    die sich nun auch mal nach langer zeit wieder melden konnte :)
     
  16. Sigi

    Sigi Mitglied

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    Klasse,endlich mal was komplett positives :). Ich gratuliere Dir ganz herzlich zu Deiner tollen Stelle und den spitzen Kollegen,Stoppel.

    Liebe Grüße
    Sigrun
     
  17. Juliane

    Juliane Neues Mitglied

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    Hallo Stoppel,

    KLASSE!!! Ich gratulier Dir und hoffe für alle Anderen (und schließe mich damit ein) das sie auch so einen tollen Arbeitsplatz bekommen. Wenigstens halb so gut! LG von Elke.
     
  18. Hypo

    Hypo NO-HYPO.....

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    hallo metalla,

    auch ich habe großen ärger auf arbeit. ich gehe trotz psa noch arbeiten und meine chefs sind der meinung ich kann meinen job nicht mehr ausüben und müsste von einer vollzeit in teilzeit mit halben verdienst und anderer tätigkeit.
    ich weigere mich zur zeit vehemment mit den integrationsamt, weil ich auch trotz krankenscheine meinen job noch machen kann. aber nervlich zermürbt mich das schon so das ich manchmal denke ich bleib ganz zu hause.
    ich hab teilrente beantragt und wollte meinen job in teilzeit ohne verdienstausfall machen aber die knüppel von meinen arbeitgeber werden immer größer. ich hoffe nur sie werden in ihrem jungen leben nicht krank und erfahren das gleiche wie ich, nämlich verständnislosigkeit. ich bin seit über 10 jahren in der firma und das ist der dank dafür.

    liebe grüße hypo
     
  19. Sigi

    Sigi Mitglied

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    Hallo Hypo,


    Sag mal,gehst Du arbeiten,obwohl Du krankgeschrieben bist?

    Fragende Grüße
    Sigrun
     
  20. Skippylein

    Skippylein Neues Mitglied

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    @metalla
    da gratuliere ich Dir zu Deinem Job... Das ist natürlich optimal und das würde ich mir auch wünschen... *ganzdollmitfroi*

    Ich finde auch Ehrlichkeit bezüglich Krankheit natürlich am besten... allerdings interessiert es meine Kollegen nicht wirklich und Chef eigentlich auch nicht wirklich...
    Ich hatte ein Gespräch mit meinem Chef weil er nun wissen wollte, inwieweit ich nun einsetzbar bin und wie es mir geht und was man an der Situation ändern könnte, damit es für mich erträglich wird... Ich war auch ganz offen und habe ihm erklärt, dass meine gesundheitliche Situation unverändert sei, es nicht heilbar wäre aber man versucht die Krankheit zu stoppen... Das Gespräch verlief in der art, dass ich mein Arbeitsplatz nicht verlieren würde (freute mich sehr) und wenn ich es gesundheitlich nicht mehr so machen könnte eine Stundenkürzung gemacht werden könnte (hmmm kann ich finanziell nicht) und wenn ich meine Stunden voll schaffe (auch wenn es ein halbes Jahr braucht), dass ich mindestens 150 % bringen müsste und wieder von vorne anfangen müsste (das geht gar nicht mehr)... Bei uns ist es so, dass man auch täglich freiwillig ohne Bezahlung Überstunden macht und keiner beschwert sich beim Chef(in) (Angst Arbeitsplatz zu verlieren)... Wie soll ich mind. 150 % bringen und Überstunden, welche nicht offiziell aufgeführt sind?... Das ist ein Ding der Unmöglichkeit... Wenn die Leistung nicht erbracht wird, geht Mobbing los weil Deine Kollegen die Arbeit mitmachen müssen... Das ist leider fast überall so und wenn sich da nix ändert werden verständnisvoller Arbeitgeber immer seltener...
    Eigentlich ist man offen aber wollen sie das wirklich wissen? Ich glaube nicht wirklich... Ich finde es schade, zumal ich wirklich gerne arbeiten gehe... Ich kann mir auch nicht vorstellen für immer Zuhause zusein...
    Also mich macht das ganze fertig und zieht mich immer wieder auf den Boden...

    Gruss
    Skippylein