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Brauche euren Rat!

Dieses Thema im Forum "Rheuma und Schwangerschaft" wurde erstellt von enya, 20. Dezember 2011.

  1. enya

    enya Mitglied

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    14. August 2010
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    Liebe Mütter und Väter in diesem Forum,

    bei mir und meinem Mann wird der Kinderwunsch mittlerweile größer. Doch aufgrund meiner undifferenzierten Kollagenose mit Muskel- und Sehnenschmerzen und der Fibro denken wir auch über die Risiken nach. Vor allem interessiert mich, wie ihr die ersten zwei Jahre nach der Schwangerschaft erlebt habt.
    - Hattet ihr vermehrt Schübe?
    - Wie seid ihr mit der Schlaflosigkeit und Erschöpfung zurecht gekommen?
    - Haben die Medis eurem Kind in der Schwangerschaft oder in der Stillzeit geschadet?
    - Von wem habt ihr euch Unterstützung geholt?
    - Wie ging es euch psychisch mit der Doppelbelastung Kind und Rheuma?
    - Hat sich das Rheuma bei euch nach der Schwangerschaft verbessert oder verschlechtert?

    Ich würde mich sehr über Berichte, positiv wie auch negativ, freuen!

    Mit lieben Grüßen
    Enya
     
  2. tanjas

    tanjas Neues Mitglied

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    1. Februar 2012
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    Hallo Enya,

    ich habe erst 6 Wochen vor der Entbindung die Diagnose chron. Polyarthritis erhalten, hatte aber schon vorher in der Schwangerschaft Schmerzen, die ich aber damals noch nicht zuordnen konnte.
    Nach dem Wochenbettende ging es dann rund: ich bekam einen heftigen Schub und ich wußte nicht, dass es so einen schlimmen Schmerz überhaupt gibt. Milchbildungsprozess hatte keine Auswirkung bei mir.
    Ich habe mich aber gegen Medikamente entschieden, da ich zum einen mein Kind stillen wollte und die Ursache der Erkrankung beheben wollte und nicht Symptome übertünchen wollte. Ich bin dabei aber auch dürch die Hölle gegangen: habe 16 kg Gewicht verloren (war davor normalgewichtig) und bin in eine Pflegestufe gerutscht. Ich habe es aber alles irgendwie ertragen und bin da so durch gegangen. Wie ich die Tage überstanden habe, weiß ich nicht mehr wirklich.
    Ich habe versucht Hilfe für die Versorgung der Kinder (habe noch ein Kind, das bei der Geburt damals 2,5 J. war) zu organisieren. Mir blieb aber nur meine Mutter und Freundin. Alles caritativen Einrichtungen waren auch ratlos. Heute weiß ich, dass der Schutzengel e.V. Hilfe für Mütter und Kinder in solchen Situationen anbietet.
    Zu Deinen Fragen:
    Schlaflosigkeit: ich hatte zum Glück ein Kind, dass sich bei Hunger gemeldet hat und dann weitergeschlafen hat. Mein Mann hat mir das Baby dann aus dem Bett zu mir geholt und wieder zurückgelegt, da ich das nicht konnte wegen der Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Für mich war der Schlaf immer die angenehmste Zeit, da ich dann keine Schmerzen empfinden konnte.
    Rheume-Medikamente habe ich wie gesagt bewußt abgelehnt. Wenn es zu schlimm wurde, habe ich gezielt Kortison gespritzt bekommen in die betroffenen Gelenke, ab und an habe ich Ibuprofen (aber ganz geringe Dosen) genommen und so, dass das Kind erst min. 4 Stunden später wieder gestillt werden musste.
    Mein Kind ist putzmunter, aber ich habe ja auch keine "harten" Medikamente genommen. Mein KInd ist heute eine ganz willensstarke Persönlickeit.
    Unterstützung hatte ich schon im oberen Text erwähnt.
    Die Belastung war schon groß, zu mal auch mein Mann beruflich sehr stark eingespannt war und auch selten da war. Psychisch bin ich reletiv gut klar gekommen, da ich aber auch eine stabile Psyche habe und sehr diszipliniert bin. Körperlich war ich aber ein Wrack.
    Zu Deiner letzten Frage: bei mir ist es ja erst danach so richtig aufgetreten. Heute (2 Jahre und 3 Monate danach) bin ich zwar immer noch nicht Beschwerdefrei, aber auf einem guten Weg dahin. Mein Blutbild ist inzwischen "rheumafrei", aber Entzündungswerte sind noch vorhanden. Ich bereue es nicht, durchgehalten zu haben und mit meinen Therapieansätzen zwar langsam aber guten Erfolg habe.
    Mein Gynäkologe ist der Auffassung, dass eine Schwangerschaft nicht wirklich Auslöser einer rheumatischen Erkrankung ist, aber dadurch dass in der Schwangerschaft das Immunsystem nur kleine Anstöße braucht, um dann "auszuticken" (aber auch Pupertät und Wechseljahre). Er meint, dass eine weitere Schwangerschaft bei mir nicht noch mal zu so einem Schub führen würde.
    Es war zwar nicht sehr positiv, was ich erlebt habe, aber im Nachhinein rückblickend auch irgendwie machbar und druchhaltbar. Mir war immer bewußt, dass ich es schaffen kann und dass hat mich irgendwie hoch gezogen (woher ich diese Energie genommen habem weiß ich aber auch nicht). Ich habe es bis heute richtig gut hinbekommen. Also mein Zustand heute ist weit weg von dem, was nach der Schwangerschaft direkt war.
    Ich hoffe, es hilft Dir trotzdem.

    Viele Grüße

    Tanja
     
  3. Lagune

    Lagune Bekanntes Mitglied

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    Hallo Enya,

    meine Mischkollagenose ist nach der Entbindung meines dritten Kindes sehr heftig und Aggressiv zum Vorschein gekommen. Ich konnte meine Kinder leider nicht Vollständig und alleine großziehen mit der Erkrankung. Hilfe bekam ich von meiner Mutter, der Diakonie und Caritas, der Krankenkasse und dem Jugendamt. Meine Kinder mussten auch teilweise in Ganztagesbetreuung.

    Mit der Erschöpfung ging das auch nicht gut, habe seit vielen Jahren damit zu tun im Zusammenhang mit der Kollagenose, besonders als die Kinder noch kleiner waren oder dann auch in der Schulzeit, morgens pünktlich aufstehen und so weiter. Es fiel mir sehr schwer und hat mich auch psychisch belastet. Aber trotzdem bin ich schon froh, meine kinder zu haben, natürlich gab es trotz allem auch gute Stunden und fröhliche Momente.