Blutabnahme, Op Übung, Ausbildung

Dieses Thema im Forum "OP/Chirurgie, Synoviorthese, Gelenkpunktion usw." wurde erstellt von Resi Ratlos, 10. November 2018.

  1. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Da wo die Schnepfen hausen......
    Kann ich so nicht bestätigen - ich habe noch nie ein "Phantom" gesehen, und es ersetzt auch nicht die realen Bedingungen.

    saurier, ich kann Dir Deine Ansicht lassen, gebe aber zu bedenken, dass vom einmaligen Üben eine OP auch nicht erlernt werden kann, allenfalls die Grundzüge im Hinblick auf die anatomischen Gegebenheiten, und zwar "modellhaft". Und genau diese Gegebenheiten sind dann in vivo wieder höchst individuell und variabel.
    Abgesehen davon erlernen Studierende keine OP-Abläufe, sondern erst einmal die "Basics" - operieren lernt der Arzt dann in der Facharztausbildung.
    Wie viele Spenden bräuchte es, damit alle Chirurgen eine OP (zudem unter unrealistischen Bedingungen, es kann dabei nur um Anschauung und einmaliges Durchführen gehen) ausreichend oft am nicht lebenden Objekt (oder Subjekt) üben können? Und wie oft soll das sein, bis es jemand ausreichend gut beherrscht?........

    Es geht zum Erlernen einer Operationstechnik nichts am lebenden Menschen vorbei - aus verschiedenen Gründen. Niemand wird dorthin gestellt, um an einem Menschen mal eben so eine Operation "auszuprobieren" - aber realistische Bedingungen existieren ausschließlich am Lebenden!
    Das ist real und hat mit Angstmachen und auch mit Versuchskaninchen herzlich wenig zu tun.

    Ist aber nur meine unmaßgebliche Sicht der Dinge und letzte off-topic-Bemerkung.....;)
     
    #1 10. November 2018
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2018
    rajek und B.one gefällt das.
  2. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @anatom objekt und op,
    resi, alles gut. g/laub mir es ist heut so, dass op abläufe am anatom.objekt geübt werden.
    mit "phantom"ist ein s.g.übungsobjekt gemeint.
    heisst ein arm wo das abnehmen von blut geübt
    werden kann. das ist kein realer arm ;-)..
    Sauri
     
    #2 10. November 2018
    Zuletzt bearbeitet: 12. November 2018
  3. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Da wo die Schnepfen hausen......
    saurier,

    danke für die Erklärung, aber mir ist das Wort Phantom durchaus nicht ganz fremd.
    Trotzdem habe ich wie alle Anderen während meiner Ausbildung NIE an einem Phantom Blutabnehmen geübt - und stell Dir mal vor, ich habe es trotzdem gelernt!
    Ein Kunstarm kann genau wie ein Kunstkörper oder ein nicht lebendiger helfen, eine Methode, nicht aber die Praxis zu erlernen.
    Warum? Weil an einem anatomischen Präparat kein Blut fließt, keine Überraschungen auftreten, die man zeitkritisch bewältigen müsste und weil ein Kunstarm nie schlechte Venen hat, die platzen, weil sie brüchig sind oder das Verhältnis von Venen zu Arm/Bein nicht stimmt. Es gibt keine Blutungskomplikationen, keine Probanden, denen schlecht wird (das betrifft höchstens die Operationsübenden....) und auch keine schnellen Strategieänderungen.
    Aber ich bin dann mal weg.
     
  4. Mara1963

    Mara1963 Registrierter Benutzer

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    Kerstin, das ist schon bitter. Hast du das drauf beruhen lassen?
    Ich mein, verstehen könnte ich dich, irgendwann hat man eh keine Kraft mehr für Diskrepanzen.
    Wahrscheinlich bist du Privatpatientin, da du die Rechnung erhalten hast, ein Kassenpatient hätte nicht mal eine Ahnung, der sieht ja die Rechnung nicht.

    Hoffe die OP hat gut geklappt!

    Gruß Mara
     
  5. saurier

    saurier Registrierter Benutzer

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    @resi,
    niemand wird dir oder anderen seine ausbildung in abrede stellen. abgesehen davon, war das von mir auch nicht beabsichtigt. jede zeit, hat seine methoden und so wird jeder andere erfahrungen in seiner ausbildung machen.
    gut ist, dass heute viel praxisnaher gerade in medizinischen berufen ausgebildet wrd.
    im übrigen kenn ich noch ausbildungen. wo rasieren am luftballon oder i.m.spritzen an orangen geübt wurden. :) ....
    also wollen wir doch jeder zeit seine möglichkeiten gönnen! aber, und ich denke da gehen wir konform, egal welche praxisnahe aususbildung auch immer, entscheidend ist wie diese umgesetzt und gelebt wird.
    sauri
     
    #5 10. November 2018
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2018
  6. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

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    Das kenne ich noch von einer Freundin, die zu Anfang ihrer Ausbildung Apfelsinen gepiekt hat. ;)
     
  7. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Da wo die Schnepfen hausen......
    Das ist genau das Prinzip, das ich oben erläutert hatte. Man kann dabei die Angst vor dem Spritzen selbst verlieren, aber nicht die korrekte und erfolgreiche, komplikationsarme bis - lose Anwendung am Lebenden erlernen ;)
    Das ist so eine Binsenweisheit, dass mich wundert, dass das scheinbar so vielen so unklar ist....
     
  8. Heike68

    Heike68 Registrierter Benutzer

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    Ich denke, dass das vielen nicht klar sein möchte ;), besser also verdrängen. Wer will schon gerne die 1. OP (wenn auch natürlich mit Unterstützung und Eingreifen, wenn notwendig) eines Arztes sein?
    Von einer befreundeten Krankenschwester weiß ich, dass sie mit den Kollegen untereinander die ersten Versuche der Blutabnahme gestartet haben.
     
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  9. Resi Ratlos

    Resi Ratlos Registrierter Benutzer

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    Da wo die Schnepfen hausen......
    Heike, so ist es. Ich erinnere mich, wie eine Krankenpflegeschülerin an mir Blutabnehmen geübt hat (ich habe grandiose Venen zum Üben!) - und vor Aufregung prompt daneben gestochen. Na und? Der zweite Versuch mit mehr Gelassenheit war dann ein Volltreffer....

    Die erste OP ist eine conditio sine qua non für jeden operativ Tätigen wie der erste Kuchen für jeden Bäcker. Auch Christian Barnard - ein begnadeter Operateur trotz RA! - hat irgendwann obligat sein erstes Herz an einem Lebenden verpflanzt.....
     
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