1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Bin neu hier und gleich fragen…

Dieses Thema im Forum "Ich bin neu!" wurde erstellt von akathePilot, 9. Dezember 2009.

  1. akathePilot

    akathePilot Neues Mitglied

    Registriert seit:
    9. Dezember 2009
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Servus allerseits,

    Ich schaue mir seit ungefähr eine Woche hier die Foren an und, da mir der Ton hier ganz gut gefällt möchte ich jetzt "mitmachen". Ich bin Männlich, 43 Jahre alt, Amerikaner der seit vielen Jahren in Deutschland lebt (ich bitte um Entschuldigung dafür, dass mein Deutsch stark mit Fehlern behaftet ist, ich werd's wohl nie mehr perfektionieren :o). Ich arbeite beruflich viel mit Computer (Hände dauernd mit Maus und Tastatur im Einsatz).

    Seit ungefähr sechs Monaten kämpfe ich mit Gelenkschmerzen in den Händen und Füßen, und nach langem hin und her, um es kurz zu halten, habe ich vor etwa sechs Wochen die Diagnose Seronegative Polyarthritis bekommen. Es ist noch nicht ganz klar ob es chronisch ist, wobei der Arzt meint eher ja, bzw. sagte er auch das die seronegative Polyarthritis statistisch eher chronisch sei.

    Ich bin auch erblich "vorbelastet". Mütterlicherseits haben alle Frauen in der Familie Arthritis gehabt, seit 4 Generationen, wobei unklar ist welche Sorte und wie stark usw. Meine Mutter hat es auch, hat es aber erst im Alter bekommen, und ist dadurch kaum belastet, da sie völlig schmerzfrei ist.

    Ich nehme seit etwa sechs Wochen Quensyl, 400mg/Tag. Da dies bisher zu keine Besserung führte nehme ich zusätzlich dazu seit 3 Tage Decortin, 15mg/Tag. Decortin soll ich in der Dosis zwei Wochen lang einnehmen, dann 10mg/Tag für zwei Wochen, dann vorerst bis ende Januar 7,5mg/Tag. Danach sehen wir weiter, ob's was gebracht hat. Desweiteren nehme ich zwei mal täglich Ibuprofen je 600mg, zeitweise war es drei mal täglich. Ich habe mich gezwungen weniger davon zu nehmen trotz Schmerzen da ich angst habe mein Leber und/oder Magenschleimhaut kaput zu machen. Ich nehme auch mit dem Ibuprofen Ranitic ein, ein Medikament zur Verminderung der Magensäureproduktion.

    Ganz schön viele Pillen für jemand der sonst früher selbst gegen Kopfschmerzen oder Fieber und dergleichen aus Prinzip nichts eingenommen hat. :mad:

    Meine Blutwerte sind nach wie vor völlig unauffällig, bis auf einen sehr leicht erhöhten CRP-Wert, der zuerst quasi für statistisch unsignifikant gehalten wurde. Erst MRT-Aufnahmen und Knochenszinitgram haben gezeigt das in den Gelenken eine "leichte" Entzündung vorhanden ist. Noch ist keine degenerative Veränderung an den Gelenken feststellbar.

    So, jetzt wo ich schon fast ein Roman geschrieben habe, möchte ich meine Fragen los werden:
    • Wie lange dauert es bis Decortin seine Wirkung zeigt? Bisher spüre ich keine Veränderung, aber es kann ja sein das die erst nach eine gewisse Zeit einsetzt. Ich will das Zeug natürlich nicht weiter einnehmen wenn es bei mir keine Wirkung entfaltet.
    • Meine andere Frage bezieht sich auf die Therapie an sich. Mein Hausarzt sagte mir, relativ am Anfang als wir Arthritis als mögliche Ursache ins Vesier nahmen, das man heutzutage in Amerika (wo die meiste Fohrschung gemacht wird, es heisst doch immer "Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass…" ;)) dazu neigen würde, Arthritis möglichst früh und mit relativ starke Mittel zu behandeln. Neueste Kenntnisse zeigten, dass dann die besten Chancen auf Heilung bestehe (mit anderen Worten das die Krankheit nicht chronisch wird).
    Ist die Behandlung die ich jetzt mache eine solche starke Behandlung oder eher Standard wie man es schon seit Jahren macht? Stimmt das überhaupt was mein Hausarzt mir da erzählt hat?

    Ja… das wars wohl fürs Erste. Ich hoffe ihr könnt mir ein Bisschen was dazu sagen. Wissen ist macht, und ich versuche mich gründlich zu informieren, aber Google, Wikipedia usw. geben nicht soviel her wie Menschen die sich damit direkt im Einzelnen auseinander gesetzt haben.

    Schönen Tag noch.
    Pirx aka the Pilot
     
  2. Neli

    Neli Optimistin

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    11.725
    Zustimmungen:
    19
    Ort:
    Rheinland
    Hallo akathePilot,

    schön, dass Du bei uns gelandet bist.

    Du kannst alles Wissenswerte auf der linken Seite bei
    "Rheuma von A-Z" usw. finden und kannst auch Stichwörter
    oben auf der blauen Leiste bei "Suchen" eingeben.

    Interessant ist auch die "Wissensdatenbank, die User für User zusammengestellt haben.

    http://www.rheuma-online.de/phorum/forumdisplay.php?f=16

    Hier hab ich etwas über die frühzeitige Behandlung bei Rheuma
    für Dich gefunden:

    http://www.rheuma-online.de/aktuelles/news/news-archiv/2002-2005/ansicht/news/383.html?encryptionKey=k3j4h&cHash=c3d9f7f9d7

    Wenn Du auf der linken Seite einen Begriff in die "Suche" eingibst,
    wirst Du zu diesem Thema sicher noch mehr finden.

    Es sieht so aus, als ob Dein Hausarzt sehr gut Bescheid weiß,
    aber ich würde an Deiner Stelle auch einen internistischen Rheumatologen aufsuchen, der kennt sich mit diesen Krankheiten und den entsprechenden Blutwerten sicher noch besser aus.

    Zum Thema Cortison können sicher andere mehr sagen.

    Lies Dich mal durch.

    Viel Erfolg!

    Viele liebe Grüße
    Neli
     
  3. Kleine Maus

    Kleine Maus Kleine Maus

    Registriert seit:
    16. Oktober 2009
    Beiträge:
    23
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Dinslaken
    Willkommen,akathePilot! Mir haben 2 Rheumatologen ebenfalls erklärt,daß man heute schon sehr früh mit einer aggressiven Basistherapie beginnt,um die Krankheitsaktivität zu reduzieren,bzw. zu stoppen.Direkt heilbar sei Polyarthritis nicht,aber durch eine gute Basis gut in den Griff zu bekommen.Ich bin auch der Meinung,daß man beim Facharzt,also Rheumatologen am Besten aufgehoben ist.Ich habe zunächst mit Mtx begonnen und als es nicht richtig anschlug noch Sulfasalazin als 2.Basis dazubekommen.Zusätzlich nehme ich noch 5 mg Cortison.Cortisonstöße haben bei mir nicht wirklich geholfen,aber ich weiß,dad es bei Anderen wahre Wunder wirkt,aber da können Dir Andere mehr zu sagen.Ich hoffe,es hat Dir etwas geholfen,gute Besserung,die kleine Maus
     
  4. Melanie_1972

    Melanie_1972 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    7. November 2008
    Beiträge:
    1.068
    Zustimmungen:
    0
    Hallo und Herzlich Willkommen,

    das man recht heftig auf Rheuma direkt am Anfang schießt ist gut. Ich schau hier öfters diesen Rheuma Online TV Bericht und dort wurde auch schon oft gesagt, bzw Ergebnisse von Studien veröffentlicht, dass ein schneller Anfang einer Therapie sich am Ende besser auswirkt.

    Also Quensyl ist eines der Standard Basismedikamente bei CP. Genau wie MTX und was es da noch alles gibt. Sollten diese irgendwann nicht wirken, 3 muss man gehabt haben, werden die sogenannten TNF Alpha Blocker angefangen. GRundsätzlich ist deine Medikametation vollkommen in Ordnung.

    Cortison müßte aber sehr schnell greifen. Es war zumindest bei mir so, als ich damals das erste Cortison bekommen habe. Habe es am Anfang immer als Infusion bekommen, eine Art Cocktail, wenn ich vor Schmerzen nicht mehr laufen konnte. Später dann halt als Tablette und es schlug schnell an, so 1 bis 4 Tage.

    Du scheinst einen guten Hausarzt zu haben. Alleine in 6 Monaten eine Diagnose zu stellen, ist eine super Leistung. Aber du brauchst dazu noch einen RHeumatologen. Zudem hat er, falls deine normalen Basismedikamente nicht greifen, die Option, dir einen TNF zu geben. Das wird beim Hausarzt eher unwahrscheinlich sein. ALso, am besten einen Rheumatologen aufsuchen. Internistischen am besten, auch direkt anfangen, denn oft sind die Wartezeiten sehr lang.
     
  5. akathePilot

    akathePilot Neues Mitglied

    Registriert seit:
    9. Dezember 2009
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Danke erstmal für die Antworten.

    Nur um etwaige Misverständnisse vorzubeugen: Die Diagnose wurde nicht von meinem Hausarzt gestellt. Er ist zwar ein sehr guter Arzt, aber eben kein Rheumatologe. Sein verdienst war es immerhin, mich frühzeitig zum Spezialisten geschickt zu haben. Im ersten Post war ich etwas zu unspezifisch. Die Krankheit wäre auch früher erkannt worden wenn ich früher zum Hausarzt gegangen wäre, ich habe meine Symptome erstmal auf andere Dinge geschoben und gelitten bis es nicht mehr ging.

    Ich bin bei Prof. Dr. Dr. (und was weiss ich noch wieviele Titel der hat :uhoh:) Plum in Klinikum Kassel gelandet. Ich halte wenig von solchen Titeln, aber er scheint mir ein kompetenter Arzt zu sein. Hier in der Umgebung gibt es nur zwei internistische Rheumatologen. Einen davon hab ich über Wochen hinweg überhaupt nicht erreichen können (wobei es irgendwann hiess, sie habe die Praxis aufgegeben). Beim anderen, Dr. Behnert, der mit gutem Ruf gesegnet ist, kriegt man erst frühestens in 3 Monaten einen Termin.

    Mit den Worten meiner Hausarzt wegen Früherkennung und -therapierung im Ohr bin ich dann zu dem Arzt gegangen wo ich innerhalb vier Wochen einen Termin bekommmen konnte, eben jener Plum. Er leitet die Abteilung vom Klinikum die sich mit Nieren u. Hochdruckerkrankungen, Rheumatische Erkrankungen und Nephrologische Diabetologie befast. Also kein reiner internistischer Rheumatologe, aber er muss wohl vernünftige Kenntnisse in dem Bereich haben (theoretisch :uhoh:). Er hat die Diagnose dann nach verschiedenen Untersuchengen gestellt.

    Ich überlege dauernd ob ich trotz allem noch bei Dr. Behnert einen Termin machen sollte… um vielleicht wenigstens das was der Plum mit mir macht abzuklopfen. Andererseits scheint Plums Therapieansatz zumindest nicht verkehrt zu sein. Ich möchte ungern auf dem Arztkarussel aufsteigen… letztendlich verunsichert das oft nur (wie ich das ein paar mal bei Freunden miterlebt habe), da verschiedene Ärzte, wie alle Menschen, verschiedene Meinungen haben, unabhängig von allen anderen Erwägungen.