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Bin ich im falschem Film?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Schnuffi, 29. Oktober 2004.

  1. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    Ich war heute zur Überprüfung zwecks EU-Rente und ich glaub immer noch ich saß im falschen Film.

    Nur kurz zu meiner medizinischen Vorgeschichte. Bin seit 1 Jahr im Krankenstand wg. PCP, nach diversen Medis (MTX & Co.) schliesslich seit Mai diesen Jahres bei Arava+Cortison gelandet. Inzwischen - wie es so schön heisst - im Krankenstand gekündigt (ist in CH möglich).
    Desweiteren möchte ich erwähnen, dass ich ein überzeugter "Anhänger" von Alternativmedizinen bin. Aber einsehe, dass es derzeit ohne Schulmedis nicht geht, deshalb auch Einwilligung zu MTX, Arava, Cortison etc.

    Nun nachdem ich alle Belastungstest absolviert hatte kam das Schlussgespräch mit dieser Ärztin:

    1. Ich sei nicht gut eingestellt, warum würde ich nicht Enbrel nehmen. (Sie hatte mich wärend der ganzen zwei Tage der Überprüfung schon mit Enbrel genervt). Zur Info: Mein Arzt z.b. empfiehlt derzeit Embrel nicht - das wäre für ihn Zitat "die letzte Alternative".

    Ich selber fühle mich mit Arava und Cortison gut eingestellt, es geht mir jedenfalls weit besser als seinerzeit mit MTX, aber klar sind dennoch Schädigungen und starke Bewegungseinschränkungen bereits an den Gelenken vorhanden, was diese Ärztin mir auch bestätigt hat.

    So und nun kommts:

    Sie sagte, sie würde in ihrem Bericht schreiben, dass ich nicht optimal eingestellt sei, dass ich (!) zu negativ gegenüber der Schulmedizin bin (!), daß ich es ablehne Enbrel zu nehmen (häää?), welches SIE mir aber empfiehlt!

    Dann sagte sie mir ob mir klar sei, daß ich als Patient meiner Versicherung gegenüber verpflichtet sei, alles zu tun (= zu schlucken) was die Ärzte (also SIE) mir empfehlen, um so eine Schadensminimierung (was für ein tolles Wort) zu machen. Mache ich das nicht (in einem Tonfall, dass sich die Haare aufstellen), dann muss die Versicherung (=Rente) nicht zahlen.
    Warum also sei ich so gegen Enbrel eingestellt?? Warum weigere ich mich so gegen dieses Medikament?
    Ich war kurz davor zu fragen, ob sie eventl. einen Vertrag mit dieser Pharmafirma hat und Provision bekommt.

    Aber jetzt kommt der Hammer:

    Ob mir bewusst sei, daß ich über kurz oder lang auch ein soziales Problem habe. Nämlich dass, wenn ich so weitermache und die Medikamente nicht umstelle, mir in einem halben Jahr (hat wohl eine Kristallkugel) mein Mann davonlaufen würde (!!!!!!!) und mein Kind gleich dazu (!!!!!)

    Also Leute, ich bin weiss Gott nicht auf den Mund gefallen. Und ich hatte einen Managerjob, also weiss meinen "Mann" zu stehen.
    Aber mir hat es glatt die Sprache verschlagen.

    Desweiteren würde sie in ihrem Bericht empfehlen, dass ich DRINGEND einen Psychiater brauche, weil ich mich doch soooooo weigere meine Medi umzustellen, und ausserdem seien meine Kopfschmerzen (die ich leider habe seit ich auf Arava bin, aber als Preis für meine verbesserten Gelenke in Kauf nehme) sowieso nur eingebildet !!!!

    Also nachdem ich seit zwei Tagen nur noch tierisch (offenbar nur eingebildete) Kopfschmerzen hatte, war ich vollkommen fassungs- und sprachlos schluckte und bedankte mich für all die tollen Ratschläge und frage mich nun einige Stunden später, wo ich ein Raumschiff finde, dass mich von diesem seltsamen Planteten fortbringt.

    Bitte helft mir, wo kann ich einchecken...

    Schnuffi
     
    #1 29. Oktober 2004
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Oktober 2004
  2. bise

    bise Neues Mitglied

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    würde gerne mit dir tauschen!!!!!!!!!!
    warum willst du nicht enbrel versuchen?
    noch sind deine gelenke intakt; wenn sie vollkommen kaputt sind, nützt dir enbrel recht wenig.
    ich glaube die ärztin meinte es nur gut mit dir; sie wollte helfen. ich habe damals leider niemanden gehabt, der sich so für mich (und enbrel) eingesetzt hat.
    vieles wäre mir dann erspart geblieben; vielleicht könnte ich heute noch arbeiten....
    nix für ungut.
    gruss
    bise
     
  3. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    Hallo, ich kann mich bise nur anschließen. Du hast großes Glück, wenn Dir die Ärztin Enbrel verordnen will. Viele möchten es, und es wird ihnen aus Kostengründen vorenthalten. Wenn Du erst kaputte Gelenke oder zerissene Sehnen hast, wirst Du anders denken. Denke noch einmal genau über Deine Situation nach. Beste Grüße von Susanne
     
  4. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    Ist Enbrel ein Wundermittel?

    Nicht böse sein, rein ne Frage:

    Ist Enbrel DAS Wundermittel? Haben wir Rheumatiker jahrelang genau um dieses Medikament gebetet? Warum nehmen nicht alle auf der Stelle, sofort dieses Medikament? Warum gibt es noch Menschen die mit so unsinnigem wie MTX, Cortison, Arava, Resochin und was weiss ich noch alles behandelt werden?

    Also Leute nun mal ernsthaft, ganz ohne zynismus, seit ihr alle wirklich begeistert von Enbrel? Wenn ja, warum bekommen es nicht ALLE?????

    Und ganz abgesehen davon, mich hat nicht so sehr genervt, dass die Dame so auf Enbrel herumgeritten ist. Ich kenne das schon. Jeder Arzt (und ich war schon bei zahlreichen) hat sein Lieblingsmedikament.

    Was mir so unfassbar erscheint, ist diese Impertinenz, diese Frechheit zu sagen, in einem halben Jahr (wörtlich) würde mir mein Mann davonlaufen und eben wahrscheinlich mein Kind dazu. Bitte die hat mich 1 Stunde (!!!!!!!!!) gesehen, und macht solche Aussagen. Mein Mann hat im Fall gemeint, er hätte ihr wohl eine gescheuert, und sowas von wegen frustrierter Zicke und sowas.

    Ich würde der Dame wohl empfehlen, den Psychiater zu dem sie mich schicken will, mal selber in anspruch zu nehmen, hat wohl ein paar zu schlechte Erfahrungen gemacht.
     
  5. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    Klarstellung

    Nochmal zur Klarstellung:

    Ich lebe - und bin Krankenversichert in A - mein Arzt in A empfiehlt Enbrel NICHT, da Zitat: langfristig zu viele Nebenwirkungen.

    Meine Rente - wenn ich denn das Glück habe - kommt aber aus CH, da ich immer dort gearbeitet habe. Diese EU- Prüfung fand nun in CH statt. Und diese Ärztin EMPFIEHLT nur Enbrel, aber bezahlt es natürlich nicht.

    Ist es also wirklich nur ein Kostenproblem? Nochmal die Frage ist Enbrel wirklich DAS Wundermittel auf das wir gewartet haben.

    Ich frage mich jetzt dies aber ernsthaft, denn MEIN Doc empfiehlt Enbrel NICHT.

    Jetzt mehr ratlos, als sprachlos....

    Schnuffi
     
  6. susannegru

    susannegru Neues Mitglied

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    warum nehmen alle Rheumis nicht Enbrel, Remicade, Humria? Weil diese Medikamente so verdammt teuer sind!!!!!! Da kommen nur die in den Genuss, denen nicht anders zu helfen ist. Viele andere würden sich MTX, Sulfasalazin, Arava, etc. ersparen und auf die TNF Alpha Blocker umstellen, nur sie bekommen sie nicht, weil sie ca 1800 EUR im Monat kosten. Gruß Susanne
     
  7. merre

    merre Aktives Mitglied

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    Enbrel

    ..ja also man sagt, daß wenn zwei hochwertigere Rheumamittel (MTX z.B.) nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann auf Enbrel entschieden werden.
    Enbrel wurde allerdings häufig als Kombinationstherapie mit MTX verordnet.
    Langzeitliche klinische Erfahrungen zu Einzeltherapien liegen nicht vor.
    Verschiedene Kliniken und auch Arztpraxen führen Studien zu Enbrel durch oder beteiligen sich daran.
    Die Uniklinik, wo ich an einer Infliximabstudie teilnehme sucht auch Probanten betreffs Enbrel. Die bisherigen Langzeiterfahrungen reichen wohl noch nicht aus.
    Problematisch bei Enbrel (ein sogenanntes Biotech-Medikament/ TNF) ist neben anderen Nebenwirkungen die Tatsache, daß wenn ein Mensch latent tbc-infiziert ist, die Therapie mit dem Antikörper zu einer Reaktivierung der Erkrankung führen kann.
    Weiter kann es zu Problemen betreffs des Immunsystems kommen. Da TNF im Körper viele wichtige Funktionen erfüllt und seine effektive Konzentration durch Etanercept durch das Medikament herabgesetzt wird, muß die Anwendung sehr sorgfältig kontrolliert werden. Strengste Kontraindikation ist eine Infektionserkrankung des Patienten.

    Also sollte der Arzt dieses Medikament verschreiben, wenn alle anderen Möglichkeiten nicht erfolgversprechend sind. Die Wirkung gegen bestimmte rheumatische Erkrankungen ist allerding sehr gut und setzt schnell ein.

    Defenitiv kann man sagen es gibt keine Rheumamittel ohne Nebenwirkungen.
    Und ganz nüchtern gesehen setze ich mich in der Infliximabstudie einer nicht kalkulierbaren Gefahr aus, allerdings ist für mich der Effekt positiv und es ist die Sache wert.
    Ja der hohe Preis des Medikaments ist die eine Sache, auch die bei uns garantierte klinische Kontrolle ist nicht gerade billig und wir sind hoch versichert. Das zeigt meines erachtens ich sag mal "welchen Respekt" die Ärzte vor diesem Medikament haben.
    Ja um es vielleicht deutlich zu machen, Viox ?? für mich kein Thema, da bei uns unter anderem eine Herzinsuffiziens als mögliche Nebenwirkung beschrieben ist.

    Aber wie gesagt zum Teil meine persönlichen Ansichten und Erfahrungen....
    "merre"
     
  8. Schnuffi

    Schnuffi Guest

     
  9. Schnuffi

    Schnuffi Guest

    äääähhhh.....

    .... merre, was ist eine Infliximabi..dingsbums-Studie ????

    Schnuffi
     
  10. shirana

    shirana Auf den Hund gekommen *g*

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    vor dem Wasser, hinter dem Wasser überall Wasser ;
    Moin Schnuffi,


    Also das Problem ist hier weniger das Enbrel, sondern die Ärztin die dich begutachten soll.

    1. sie soll dich in deinem jetzt zustand begutachten
    2. sie soll es objektiv machen
    3. sie ist nicht , ganz fett nicht deine behandelnden Ärztin!!

    Schreibe, am besten sofort, einen Bericht über diese Beurteilung.
    Das es dir nicht objektiv vorgekommen ist, die Ärztin auf diese Behandlung besteht usw....und das bevor ihr Bericht bei dem Rententräger ankommt.
    Zusätzlich würde ich an deiner Stelle auch schreiben, das es erstens immer wieder im Gespräch zu Missverständnissen gekommen ist.
    Das du im derzeitigen Bereich gut versorgt fühlst und mit den Medis zurecht kommst und Enbrel immer noch als Alternative seitens deines behandelnden Arztes beiseite steht.
    Bezweifle auch die Objektivität der Begutachterin, seitens des Medikamentes, es käme dir schon so vor, als wäre die Gutachterin eher eine Vertreterin dieses Medikamentes.
    Bezweifle die gesamte Objektivität der Ärztin an und stelle dich dem Rententräger für eine weitere Begutachtung bereit.

    Bei mir hat es geklappt. Ich wurde einem neuen Gutachter vorgestellt ( naja, ob der besser war, ist fraglich) .
    Aber ein Beschwerdebrief an den Rententräger würde ich auf jeden fall machen. Mein Doc hat mir ebenpfohlen, nach jedem Gutachtern sofort eine art GEdächtnisprotokoll aufzuschreiben. Wenn da irgendwas nicht mit Rechten Dingen zugeht, hab ich dies abgetippt und direkt zur BfA geschickt. ( hab schon seit 8 Jahren durchgehend mit Gutachtern zu tun, schrecklich).
    Bisher wurden diese Briefe von mir immer bei der Bfa beachtet.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Glück
    LG
    KIKI
     
  11. KayC

    KayC Stehauffrauchen

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    Hallo Schnuffi,

    ich halte die Vorgehensweise der begutachtenden Ärtzin nicht für korrekt, da Sie im wesentlich wie Shirana schon sagte das hier und jetzt festhalten soll. Ich hatte allerdings letzte Woche einen Termin beim medizinischen Dienst (ich bin seit Juli krankgeschrieben und es sollte geprüft werden, ob ich auch wirklich so krank bin wie mein Arzt sagt ;) ) und mir ist es ähnlich gegangen. Ich sollte Enbrel nehmen, dann könnte ich wieder arbeiten gehen. Leider ist es manchmal nicht so einfach :(

    Ich hab zwar keine cP aber eine Spondarthritis mit peripherer Gelenkbeiteiligung, eine Vitiligo, einen Morbus Basedow und neuerdings auch eine Hashimoto Thyreoditis.
    Seit Mai bin ich ein geplanter Kandidad für Enbrel o.ä. weil ich die gängigsten Medikamente in Kombination mit MTX entweder nicht vertrage (Arava, Ciclosporin und Quensyl) oder sie nicht ausreichend wirken (MTX, Sulfasalazin). Niemand (nicht mal der Rheumatologe) hat sich getraut ohne nähere Untersuchung durch einen Endokrinologen das Ja zu geben, wegen der Schilddrüsenproblematik. Also habe ich ein halbes Jahr weiter MTX und Cortison geschluckt. Montag hatte ich dann meinen großen Tag beim Endokrinologen und habe leider erfahren,

    a) das ich zusätlichlich noch den Hashi mit mir rumschleppe
    b) der Hashi gegen den Basedow wirkt (SD-Überfunktion gegen SD-Unterfunktion) Somit sind im Mittel bis auf kleinere Ausrutscher die Werte gut.
    c) durch die Anwendung eines TNF-Alpha Hemmers sehr wahrscheinlich dieses oben genannte Gleichgewicht stören werde.
    d) Das Entfernen der Schilddrüse nichts bringt, da es sich um Autoimmunerkrankungen handelt, die die Schilddrüse zerstören, die Schilddrüse selbst hat gar nichts! Das Immunsystem sucht sich dann eben eine andere Stelle, vielleicht die Gelenke, vielleicht aber auch die Leber o.ä. :(

    Grundsätzlich spricht sich der Endokrinologe nicht gegen Enbrel und Co aus, hat mich aber auf die Gefahr der Aktivierung weiterer Immunprozesse die schlummern könnten aufmerksam gemacht. Es könnte durch den Basedow zu einer thyreotoxischen Krise kommen - ich hab nicht weiter zugehört. Es müsste wohl streng überwacht werden.

    Ein für mich schlimmer Dilemma.
    Ich für mich habe nun mit meinem LeGe beschlossen (der wie ich finde auch ein Wort mitzureden hat) das es mir für das Risiko nicht schlecht genug geht.
    Ich habe knapp dreijährige Tochter, die mich nicht noch kränker erleben soll. Ich werde entweder warten bis es eine Lösung gibt, weil die Werte von sich aus entgleisen und es dann sowieso behandlungsbedürftig wird (ich nehme im Moment gerade mal keine Medis für die SD) oder die Lage in den Gelenken unerträglich wird. Lieber gehe ich regelmässig zum Veröden der Gelenke nach Sendenhorst.

    Bitte : TNF-Alpha-Hemmer sind Genttechnisch erzeugte Medikamente. (Wenn ich Euch bitte einen gentechnisch veränderten Apfel zu essen, dann würdet Ihr mich wahrscheinlich mit Steinen bewerfen ;) ) Die langfristig Wirkungen erzeugen können, die uns nicht bewußt sind. Deswegen sollten solche Medikamente wirklich nur dann verordnet werden, wenns gar nimmer geht.

    Ich wünsche Euch alles Gute, draussen ist ein wunderschöner Herbsttag.

    Katharina
     
  12. Wurstbrot

    Wurstbrot Neues Mitglied

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    Hi,

    wollte auch mal was zu Enbrel sagen.
    Meine Frau hat PSA und hatte vor einem Jahr mit Enbrel angefangen.
    Erst war auch alle soweit ok, aber schon nach einigen Wochen fig der Husten an.
    Im August waren die Nebenwirkungen unerträglich und nach einem Gespräch mit der TIZ-Hotline hat sie Enbrel absetzen müßen und ab in die Klinik.
    Dort wurden dann Lupusähnliche erscheinungen mit Herz und Nierenveränderungen, Sehprobleme, extremer Gewichtsverlust,gebrochene Rippe ( warscheinlich durch extremes Husten ) und Blutbildveränderungen extremer Art festgestellt.
    Wie die Ärzte so sind haben sie erstmal alles Mögliche angenommen ( Krebs usw. ) nur nicht das es vom Enbrel ist.
    Nun nach 10 Wochen ohne Enbrel hat sich zumindest das Blut etwas gebessert.
    Ich denke das ist nicht unbedingt ein Einzelfall, und mann sollte schon sehr gut überlegen was besser ist für einen.
    Mit schmerzen kann mann leben, aber mit solchen Nebenwirkungen stirbt man unter Umständen.
    Und das Medikamente nicht ohne sind hat ja auch der Fall Vioxx gezeigt, wobei ich da nicht an die veröffentlichten sachen glaube.
    Eine Erweiterung der Nebenwirkungen im Beipackzettel hätte genügt, da die auch beim Pfitzer Mittel drinstehn.
    Also eine gesunde Vorsicht vor Medikamenten jeglicher Art ist nicht falsch!!!

    Gruß Wursti
     
  13. Annette1

    Annette1 Mitglied

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    Hallo Wursti,

    diesen Satz kann ich aus meiner Erfahrung so nicht unwidersprochen stehen lassen. Als ich noch gesund war, habe ich mir nämlich das auch immer gedacht. Aber wenn man selber von Rheuma (cP) betroffen ist und sich als 37-jährige morgens nicht mal mehr richtig kämmen kann, weil die Schultergelenke vor lauter Schmerzen nicht mehr beweglich sind, dann nimmt man gerne Medikamente, die einem helfen. Dank MTX und Resochin kann ich wieder ein ganz normales Leben führen wie ein Gesunder auch. Die Lebensqualität ohne dauerhafte Schmerzen ist enorm wichtig. Für mich ist ein "normales" Leben wichtiger, auch wenn es vielleicht kürzer ist, als ein längeres Leben mit ständigen Schmerzen und Einschränkungen.

    Gruß
    Annette
     
  14. Glitzerchen

    Glitzerchen Guest

    na...

    Hallo Ihrs,
    wenn eine Amtsärztin, Gutachterin oder was auch immer, in so kurzer Zeit, einen Menschen bsser kenne lernt, als ein guter Hausarzt in 5 Jahren. Da frage ich mich doch glatt, warum soll denn dann möglichst alles über den Hausarzt geregelt werden? Ich bespreche mit meiner Ärztin alles und würde ihr immer 100 % vertrauen.
    Liebe Grüße
    Glitzerchen
     
  15. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    @Schnuffi + Wurstbrot

    Guten Morgen liebe Schnuffi,

    hier geht es m.E. um verschiedene Dinge. Zum einen hat sich die Ärztin anmaßend geäussert, über Deine persönliche Situation, über Deine Beziehung zu Mann und Kind, zum anderen die medikamentöse Einstellung.

    Ich kann Deine Empörung zum ersten Punkt gut verstehen.

    Das ist m.E. frech und anmaßend *kopfschüttel* Manche Ärzte sollten noch zusätzlich einige Semester Psychologie studieren, bevor sie auf Patienten losgelassen werden....

    Ich finde Deinen Unmut berechtigt. So eine Äusserung ist unprofessionell und unsachlich!


    Auch hier geht es m.E. zum zwei Dinge.
    Zum ersten hat sich die Ärztin wieder unsachlich geäussert. Es kann wohl kaum angehen, daß ich zu allem "Ja und Amen" sagen muß, nur weil der Arzt der Meinung ist, daß es "richtig" für mich ist.
    Ein Arzt ist für mich ein kompetenter Berater, der mir sachlich alle Vor- und Nachteile aufführt und mit mir gemeinsam die für mich akzeptabelste Lösung findet. Da ich bereits etwas älter als 3x7 Jahre bin, entscheide ICH letztlich, was ich befürworten kann und was nicht.
    Ich habe diverse Ärzte schon mal gefragt, ob sie die ein oder andere Therapie an sich selbst durchführen lassen würden.....die meisten sagten "Nein"! ;) :( So, und genau dieses Recht sollte jeder Patient für sich in Anspruch nehmen!


    Der nächste Punkt ist Enbrel. Ich kann nachvollziehen, daß die Ärztin Dir dieses Medikament nahelegt.
    ABER was nicht verschwiegen werden sollte ist die Tatsache, daß die Langzeiterfahrungen NICHT vorliegen und daß Enbrel nicht zwangsläufig bei jedem Patienten wirkt. Es gibt hier bei RO auch Patienten, denen Enbrel nicht oder kaum hilft.
    Enbrel gehört keineswegs zu den Wundermitteln und ist keineswegs harmlos!!

    Trotzdem möchte ich an dieser Stelle erwähnen, daß ich seit dem Spritzen von Enbrel wieder am Leben teilnehmen kann. Andere Medikamente haben bei mir nicht ausreichend gewirkt bzw. zu starke Nebenwirkungen gezeigt.
    Ich gehöre also zu den Patienten, die durch Enbrel gewonnen haben, aber ich bin mir auch bewusst, daß ich damit die berühmte "Katze im Sack" gekauft habe.
    Ferner hat die Wirkung von Enbrel nachgelassen. Ich schätze sie so bei ca. "nur" noch 80-85% ein. Aber das sind trotzdem immerhin noch 80-85%, die mir mein Leben erleichtern und lebenswert machen.
    Ich musste im Juni noch Arava hinzunehmen.


    Wenn ich Deine Erfahrung lese, so ist klar, daß ich mich mit dieser Ärztin furchtbar gestritten hätte.

    Enbrel und co sind JETZT und HIER sehr wirksame Medikamente. Aber ich kann auch verstehen, daß Menschen die Unsicherheit der unbekannten Spätfolgen nicht eingehen wollen.

    Kay C hat einen tollen Vergleich hergestellt. Sehr viele Menschen ärgern sich über genveränderte Lebensmittel. Viele kaufen mittlerweile Bio-Obst und Bio-Gemüse (nein, ich will darüber jetzt nicht diskutieren!), weil sie Angst vor genveränderten Lebensmitteln haben und auf der anderen Seite werden die positiven Eigenschaften der TNF-Medikamente so rosarot gepriesen und von den möglichen Spätfolgen abgelenkt.

    Ich kann Dich, Schnuffi, gut verstehen, daß Du empört, geschockt und verärgert bist!
    Letztlich war jedoch sicher die anmaßende Äusserung über Dein Mann und Dein Kind das, was Dich am meisten getroffen hat.

    Hallo Wursti,

    es tut mir leid, daß es Deiner Frau so schlecht ging. Gut, daß die Ursache festgestellt wurde!

    Grundsätzlich stimme ich Dir zu. Jeder Patient sollte die Vor- und Nachteile eines Medikamentes abwägen.
    Ich habe schon diverse Medikamente und Spritzentherapien etc. hinter mir und für mich eine persönliche Grenze gezogen. Wenn die Wirkung nicht mehr im Verhältnis zur Nebenwirkung steht, so wird das Medikament abgesetzt. Schließlich muß ICH mit den Nebenwirkungen leben....

    Aber ich denke nicht "daß man mit den Schmerzen leben kann". Ich kann mit Schmerzen leben, bis zu einer gewissen Grenze. Ich kann auch mein Leben entsprechend darauf einstellen, bis zu einer gewissen Grenze. Aber es nur bis zu einer gewissen Grenze und dann ist es in meinen Augen nicht mehr lebenswert und dann muß irgendetwas geschehen.

    Mir sind die Vorteile von Enbrel und Cortison sehr bewusst, aber ich bin mir auch bewusst, daß ich mit diesen Medikamenten weder gesund werde noch wie ein Gesunder leben kann. Sie geben mir eine große Portion Freiheit zurück und das schätze ich sehr....

    Viele Grüße
    Sabinerin