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Bewerbungen mit Rheuma

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Daydreamer74, 28. Mai 2003.

  1. Daydreamer74

    Daydreamer74 Guest

    Hallo Leute

    bevor ich meine Fragen stelle möchte ich euch zunächst ein paar Information über meinen Werdegang geben.
    Ich bin 29 Jahre jung und habe im Mai 2001 mein Studium an der FH erfolgreich abgeschlossen. Somit bin Dipl. Ing. für chemische Technolgie (Fh). Davor habe ich keine Lehre gemacht. Habe also ausser in Ferienjobs nicht weiter gearbeitet. Das Studium hat auch auf Grund der Schuppenflechte und damit verbunden Schüben bei Stress (Prüfungen) länger gedauert als üblich.
    Pünktlich zum Ende des Studiums stellen sich drastischere Beschwerden an Gelenken und Sehnen ein. Diese konnte zunächst kein Arzt deuten konnte. Erst nach über einem Jahr bekam ich die Diagnose Arthritis psoriatica. In dieser Zeit war an Bewerbungen leider nur eingeschränkt zu denken, das ich fast keine Schuhe auf Grund der geschwollenen Fusszehengelenke tragen konnte. Jetzt ein weiteres Jahre und drei Therapieversuchen später fühle ich mich wieder soweit (auch wenn u. a. Schuhe immernoch ein Problem sind) das ich erneut Berwerbungsversuche starten kann und muss. Als Schwerbehindert gelte ich noch nicht, der Antrag läuft noch. vom Arbeitsamt bekomm ich keine Unterstützung bis Leistungen(weder krankenversicherung noch Umschulungen usw.), weil ich ja noch nicht gearbeitet habe. Dort soll ich mich nur alle drei Monate melden damit ich als arbeitslos gelte bis ich selbst was gefunden hab bzw. soll ich mich wieder melden wenn ich 30 % Schwerbehindert bin.

    Nun meine Frage an euch, wie geht man am besten mit solch chronischen Krankheiten bei Bewerbungen um? Bei mir sind es:
    - Psoriasis (lässt sich nicht verstecken)
    - Arthritis psoriatica (auf dauer nur schwer zu verstecken) und mittlerweile von den Medikamenten eine chron. Gastritis (jetzt gut eingestellt).

    Schreibt man die Leiden direkt in die Bewerbungsunterlagen? Wenn ja wo und wie am geschicktesten? Bisher wurde mir immer der Rat gegeben, die Leiden in den Unterlagen zu verschweigen und im Bewerbungsgespräch zu erwähnen. Doch leider musste ich damals schon feststellen, das dieser Rat schon alleine bei der Schuppenflechte nach hinten losging und befürchte das jetzt erst recht.

    Deshalb hoffe ich auf eure Erfahrungen und Tipps bezüglich Bewerbungen, Bewerbungsunterlagen und Vorstellungsgespräch.

    Danke im voraus

    Gruss

    Karsten
     
  2. Uschi

    Uschi Neues Mitglied

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    Hi, Daydreamer

    tja - so ist das mit diesen chronischen Leiden. Na ja, ich hatte bei der Telekom "Rheuma" nicht angegeben, allerdings auch nur, weil ich wusste, daß ich nicht mehr als 2 Jahre arbeiten kann - verschweigen ??

    Na ja, Schuppenflechte ist nicht ansteckend, aber chronisch. Kann und wird es deine Arbeitsfähigkeit auf lange Sicht beeinträchtigen ? Wirst du oft fehlen ? NEIN ?? Gut, dann halte den Mund. Wenn das mit den Füssen akut ist - hast halt Fussball gespielt - also, ich denke mal, erst einen Job haben, dann weitersehen.

    Nicht immer gleich posten bei der Bewerbung. Letztendlich willst einen Job und am Ende "krank" kann jeder werden, oder ??? :)

    In diesem Sinne - laufen auch meine erneuten Bewerbungen.

    Schönen Vatertag! Pumpkin
     
  3. Gerhard

    Gerhard Badener - in memoriam 08.07.2010 †

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    Integrationsfachdienst

    Hallo Karsten
    Also mir haben die Leute vom Integrationsfachdienst sehr geholfen die wissen wie man da richtig vorgeht und sind dir dann auch behilflich.In meinem Fall wäre mein Job nach 15 Jahren ganz einfach weg gewesen . www.integrationsfachdienst.de

    Viele Grüße aus dem Hegau

    Gerhard :cool:
     
  4. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hi Karsten,

    würde im Bewerbungsschreiben die Erkrankung keinesfalls erwähnen, wohl aber bei einem evtl. Vorstellungsgespräch, allerdings würde ich es auch nur so nebenbei erwähnen. Dabei hast Du viel bessere Möglichkeiten, die Art der Darstellung zu steuern. Werden keine Nachfragen gestellt, ist's wohl in Ordnung. Gibt es Nachfragen, so beantwortest Du sie am besten so, dass Deine Leistungsfähigkeit seitens der potentiellen Arbeitgeber so wenig wie möglich angezweifelt wird.
    Steht davon bereits im Bewerbungsschreiben, wird Deiner Erkrankung möglicherweise ein viel zu hoher Stellenwert eingeräumt bzw. man lädt Dich erst gar nicht zum Vorstellungsgespräch ein, weil man zu viele Fehlzeiten befürchtet.

    Liebe Grüße von
    Monsti (deren Schuppenflechte zur Zeit netterweise ruht - nur die Arthritis net :mad: )
     
  5. Birte

    Birte Aktives Mitglied

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    Bewerbungen....

    Hallo Karsten,

    an Deiner Stelle würde ich es auch nicht gerade in der Bewerbung erwähnen - das Vorstellungsgespräch ist früh genug.

    Ob Du das komplett verschweigen kannst, hängt davon ab, ob Du später im Job die Vorteile Deines Schwerbehindertenstatus nutzen willst. Normalerweise ist man nämlich verpflichtet, den Arbeitgeber zu informieren, sobald man den Antrag auf Feststellung des GdB gestellt hat.

    Ich habe genau aus diesem Grund den Antrag nicht gestellt. Ich werde das jetzt vielleicht irgendwann tun, da ich mich mittlerweile in meinem Job bewiesen habe und sowieso alle von der Krankheit wissen.

    Wenn kein Antrag läuft - bzw. Du die Vorteile nicht nutzen wirst, geht Dein Gesundheitszustand eigentlich keinen potentiellen Arbeitgeber etwas an.
    Auf Nachfragen würde ich vielleicht im Vorstellungsgespräch die Schuppenflechte erwähnen und bei etwaigen Gelenkproblemen auf Schmerzen im Fuß verweisen ohne weitere Erklärung (stimmt ja auch).

    Wie erklärst Du die Zeit Deiner Krankschreibung im Lebenslauf? Krankschreibung über eine so lange Zeit macht sich meist nicht so gut und eine Lücke provoziert Fragen im Vorstellungsgespräch.

    Wenn Du das Gefühl hast, dass Du die Krankheit nicht verschweigen kannst, würde ich es trotzdem erst im Gespräch erwähnen. Die Begriffe Arthritis, Gelenkentzündung etc. würde ich aber auf keinen Fall erwähnen, sondern einfach sagen "Ich habe Rheuma". Die meisten stellen sich darunter immer noch ein gelegentliches Gliederreissen vor, wenn das Wetter umschlägt. Ach, und das Wort "chronisch" ist natürlich auch tabu.

    Du könntest dem Arbeitgeber z. B. einen befristeten Vertrag anbieten, damit Du die Gelegenheit hast, ihn von Deiner Arbeitskraft zu überzeugen.

    Mehr fällt mir erstmal nicht ein,

    viel Glück auf jeden Fall!

    Gruß aus HH,

    Birte
     
  6. Mni

    Mni Aktives Mitglied

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    Hallo zusammen,
    schließe mich meinen Vorrednern an- NUR: mein Arzt sagte mir, dass man es nicht sagen muss, wenn man einen Antrag auf GdB gestellt hat, weil man ja gar nicht weiß, ob man einen Ausweis erhält- erst, wenn man einen hat, muss man es sagen!! Gruß Mni
     
  7. delphin

    delphin Guest

    Hallo Daydreamer,

    kann deine Situation sehr gut verstehen, habe wohl bald das gleiche Problem.
    Ich habe aber vorher gearbeitet bin aber durch meine Krankheit "entlassen worden" mit Anwalt und so war ein ziemlicher Akt letztes Jahr. Zur Zeit bin ich noch krank geschrieben/leider aber weiß momentan auch nicht wies dann weiter gehen soll.Mein Doc. hat gemeint ich würde mindestens 30% eeventuell mehr bekommen.


    Alles Gute Delphin
     
  8. baba

    baba Guest

    also ich habs gesagt...

    ...beim Vorstellungsgespräch.
    Allerdings hatte ich den Eindruck das es so wirklich niemanden interessiert hat, und das obwohl alles sich auskannten, sind ja alles Krankengymnasten meine Arbeitgeber.

    Ich habe 5 Monate gebracuht um enen neue Stelle zu bekommen, was aber an der Gesundheitsreform liegt und kaum noch ein Arzt wirklich was verschreibt....
    Jetzt bin ich weider in Arbeit, direkt vor Ort und sogar unbefristet!!!

    Ich habe die Erfahrung gemacht das es besser ist, wenn man ehrlich ist. Aber sowas immer nur beim Vorstellungsgespärch sagen.
    Gesetzlich sieht es wohl so aus:
    Wenn man "nur" 2x 14 Tage im Jahr fehlt (wer kann das schon vorraus sagen?) braucht es nicht bekannt zu geben das man chronisch krank ist. Das sei ein akzeptables Maß, sagte man mir bei der Gewerkschaft.

    Ich habe es dennoch gesagt und bin wie gesagt gut damit gelaufen obwohl alle wußten wovon ich sprach da sie ja vom Fach sind / waren....


    lg baba
     
  9. Robert

    Robert R-O-süchtiger Freßbär ...

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    GdB und Arbeitgeber ...

    Guten Abend allerseits,

    zum Thema GdB und Arbeitgeber habe ich mich erst vor einigen Wochen schlau gemacht: meine Wissens nach ist niemand verpflichtet, den Antrag oder auch die Feststellung des GdB dem Arbeitgeber mitzuteilen - der Schutz für Behinderte greift allerdings sofort nach Antragstellung, wenn dies schriftlich formlos erfolgte. Wer telefonisch die Unterlagen anfordert, der genießt diesen Schutz erst nach Antragseingang.

    Für die Feststellugn des GdB ist das Versorgungsamt zuständig, es gibt eigentlich keine Stelle, an der der Kontakt zum Arbeitgeber hergestellt würde.

    Liebe Grüße

    Robert
     
  10. klaraklarissa

    klaraklarissa Neues Mitglied

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    Hallo Karsten,
    ich schließe mich da Monsti's Meinung an .... wenn Du es beim Vorstellungsgespräch erwähnst (müssen musst Du nicht wirklich), dann kannst Du ja sagen, das Du Rheuma hast ......und falls dann die Frage nach Deiner Arbeitsfähigkeit kommt, das Du medikamentös gut eingestellt bist...

    Einen Grad der Behinderung muss man meines Wissens nach immer angeben, denn als Schwerbehinderter hat man besondere Rechte auf Urlaub und eigentlich ;) einen besonderen Kündigungsschutz <== richtet sich aber eher nach der Größe der Firma .... Kleinunternehmer können aus wirtschaftlichen Gründen fast immer und fast Jeden kündigen. Aber diese Angabe kannst Du erst machen, wenn Du den Ausweis hast.

    ich wünsch Dir alles Gute
     
  11. Brigitte

    Brigitte Guest

    geschönte Ehrlichkeit

    Hallo,
    die Zeiten haben sich geändert. Behinderte werden oft bevorzugt behandelt. Wenn der Job, für den du dich bewirbst nicht ständig deine Füße benötigt, würde ich mit leicht geschönter Ehrlichkeit vorgehen. Vielleicht findest du sogar einen behinderten Chef, der dann deine Bewerbung bevorzugt behandelt. Unsere Pflegetochter ( mit schlechten Noten und trauriger Vorgeschichte ) wurde gerade wegen ihrer Vorgeschichte allen Bewerbern mit guten Noten vorgezogen.
    Im Bewerbungsgespräch würde ich mich ganz normal geben, damit der Chef merkt, dass die Behinderung kein Thema für dich ist. Viel Erfolg beim Bewerben! Suche den persönlichen Kontakt und gib die Bewerbung persönlich ab nach telefonischer Absprache.
    Ich drück dir die Daumen.,
     
  12. Manuela

    Manuela Guest

    Hallo

    Das ist eine Gewissensfrage

    Frauen die Schwanger sind und sich bewerben müssen nicht bekannt geben das sie es sind , es sei den sie werden gefragt

    Nur ist es nicht lange zu verheimlichen

    Ich habe die Erfahrung gemacht das es die Arbeitgeber nicht interesiert es sie den du bisst ständig wegen krankheit nicht da

    nun kann man weil in der Bewerbung über krankheiten eigentlich ja nix steht normalerweise dieses weglassen und halt warten ob man dazu befragt wird!

    Andererseits fals nicht gefragt wird hofft mann (is mann unter bissl stress) das mann nicht gerade zu Anfang einen Schub bekommt !

    :confused:

    Das blöde bei uns Rheumatikern ist ja das genau dan was passiert

    ich kann dir keine Antwort darauf geben was richtig ist
    Viel Mut und Glück für die richtige endscheidung

    Hulda