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Bewerbung und Rheuma

Dieses Thema im Forum "Arbeit und Allgemeines" wurde erstellt von Freydis, 12. Mai 2009.

  1. Freydis

    Freydis BullyGirl

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    Ist man verpflichtet bei einer Bewerbung anzugeben, daß man Rheuma hat? Darf man beim Vorstellungsgespräch lügen?

    Ich mache derzeit eine über die ARGE finanzierte 2-jährige Umschulung zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen. Ende dieses Jahres habe ich meine Abschlußprüfung bei der IHK.
    Es ist schon sehr schwer in meinem Alter (45) die 3 vorgeschriebenen Betriebspraktika zu bekommen - ich habe erst eines, und das jetzt anstehende zweite habe ich als einzige meines Jahrgangs in der Schule nicht.
    Allmählich befasse ich mich auch mit der Zeit nach der Umschulung und würde gerne wissen ob ich mein Rheuma angeben muß oder nicht. Wäre ich beim Einstellungsgespräch schwanger und würde mich der zukünftige Arbeitgeber diesbezüglich befragen, dürfte ich lügen. Wie aber sieht das aus bei Rheuma? :confused:
     
  2. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    Zu Deinem Gesundheitszustand mußt Du gar nichts sagen. Die einzig gültige Frage ist die nach der Schwangerschaft, meine ich. Ich würde das Thema Gesundheit überhaupt nicht selbst ansprechen. Wenn Du nicht gerade hinkend, an Krücken oder offensichtlich beeinträchtigt vorsprichst, sollte dieses Thema auch nicht auf den Tisch kommen.

    Auf der anderen Seite: Sprichst Du gegenüber einem eventuellen Arbeitgeber über Deine Erkrankung bist Du gleich vom Tisch. In diesen Zeiten ist das Arbeitsleben noch härter und die Leute sollen/müssen arbeiten bis zum Umfallen. Für Rücksichtnahme ist da kein Platz mehr.
     
  3. manu1111

    manu1111 Wasserfrau

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    Hallo Freydis,

    ja, so ganz sicher bin ich mir da nicht. Aber ich meine:

    1. Das du eine bestehende Schwangerschaft vor Arbeitsvertragsabschluss angeben musst. Nur die Frage beim Vorstellungsgespräch "ob du Kinder haben oder bald schwanger werden möchtest" ist unzulässig.

    2. Rheuma ist eine chronische Erkrankung, also eine, die immer bleibt. Allerdings ist der Verlauf ja nicht abzusehen. Das heißt, wenn du gut auf Medis eingestellt bist, kannst du ja problemlos arbeiten - ohne viele Krankheitsausfälle. Eventuell kann die Erkrankung durch Medis ja auch verlangsamt oder gar gestoppt werden (remission). :confused:

    Ich denke, wenn du einen GdB hast, musst du es in jedem Fall angeben, denn damit ist eine "Kündigung" durch den Arbeitgeber erschwert / bzw. nicht möglich und davon muss er in Kenntnis gesetzt werden.

    Bestimmt gibt es aber soziale Einrichtungen, bei denen du dich genaustens danach erkundigen kannst und deren Aussagen auch verlässlich sind. Vielleicht kennst du ja auch einen Rechtsanwalt oder jemanden, der einen kennt. Der könnte dir auch helfen.

    Ich hätte dir gerne mehr geholfen, aber vielleicht und aber helfen dir wahrscheinlich aiuch nicht wirklich....:o

    LG

    manu
     
  4. Freydis

    Freydis BullyGirl

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    Ich habe seit Januar sehr viel in der Schule gefehlt, weil es mir in diesem Zeitraum so dermaßen schlecht ging, daß einfach gar nichts ging. Mein ganzer Körper spielte verrückt, die Schmerzen wurden immer mehr und irgendwie waren innerhalb kürzester Zeit alle Gelenke betroffen. Also kein richtiger Schlaf, kein richtiger Tagesablauf, ohnehin schon seit Jahren ein gestörter "Rhythmus", der irgendwie noch nie einer war, ... Dazwischen endlich der Termin beim Rheumaarzt und endlich schwarz auf weiß die Diagnose Fibromyalgie / seronegative chronische Polyarthritis, nebst den seit Jahren ohnehin schon bekannten Ärgernissen wie Neurodermitis, diverse Allergien, ganz besonders auf für Schmerzpatienten ziemlich wichtige Medikamente, etc. Dann war da noch ein Rechtsstreit mit nem ehemaligen Vermieter (weiter andauernd), der Kampf um das Erbe meiner Eltern, die Kinder, der Ex, der Lebenspartner, usw.
    Jedenfalls schrieb mich mein Hausarzt krank, immer wieder. Nun stand das zweite Praktikum an für den Zeitraum 11. Mai bis 26. Juni und seit einer Woche war ich wieder in der Schule. Ich hatte mich nicht um mein Praktikum gekümmert als ich krank geschrieben war und in der vergangenen Woche gab es nur Rückschläge. Heute war der zweite Tag des Praktikums und ich habe immer noch keines - dabei ist der positive Abschluß meiner Umschulung von diesem Praktikum mit abhängig! Die Firma wo ich mein erstes Praktikum machte, war sehr zufrieden mit mir und wollte mich wieder nehmen. Jetzt war aber die zuständige Frau auf Urlaub, seit gestern nur in Konferenzen und außerdem hatte mein Ausbilödungsleiter offensichtlich bereits gesagt, daß ich seit Januar fast durchgehend krank war. :eek: Was macht das denn für einen Eindruck, wenn ein Außenstehender nicht weiß weshalb ich daheim war? Mein Ausbildungsleiter ist eingeweiht, die Sozialarbeiterin der Schule auch, aber irgendwie bin ich bei der Suche nach diesem blöden Praktikum auf mich allein gestellt. :sniff:
    Falls ich in den nächsten Tagen also dieses Einstellungsgespräch mit der Speditionsleitung habe, dann wird sie mich bestimmt fragen was ich denn hatte. Ich will nciht lügen, aber habe Angst, daß ich dann wieder eine Abfuhr bekomme. :uhoh:

    Einen GdB habe ich noch nicht - diese Antragsgeschichte mache ich in den 2 Wochen Jahresferien, die ich als Umschülerin habe. :(
     
  5. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    Zum GDB: Dieser muß nicht angegeben werden. Es ist Dir überlassen. Wenn Du ihn nicht angibst, kannst Du allerdings auch nicht auf die Nachteilsausgleiche im Berufsleben einfordern. Mithin lohnt sich die Angabe des GDB erst, wenn mindestens ein GDB von 50 vorliegt. Darunter hast Du im Arbeitsleben keine Besserstellung. Im Gegenteil, Du lieferst einem Arbeitgeber nur die "interne" Begründung, Dich nicht einzustellen oder aber ganz schnell wieder loszuwerden.

    Also: ab GDB 50 immer angeben, dann weiß auch der Arbeitgeber was auf ihn zukommt und Du hast Anspruch auf spezielle Vermittlung durch das Arbeitsamt. Zudem muß der Arbeitgeber Dir dann den Mehranspruch an Urlaub gewähren und im Kündigungsfall muß der Integrationsdienst eingeschaltet werden.

    Die steuerlichen Nachteilsausgleiche stehen Dir natürlich zu, egal ob der Arbeitgeber vom GDB weiß oder nicht.
     
  6. Freydis

    Freydis BullyGirl

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    Kriegte heute Absage

    @ alle: Habt recht lieben Dank für Eure Antworten.
    @ Tennismieze: Klasse, genau das ist was ich wissen wollte.

    Ich hatte zu diesem Thema heute einen Dozenten gefragt, der auch Unternehmensberatung macht. Er konnte mir leider nicht helfen, aber das Thema interessierte ihn ebenfalls. Also werde ich ihm morgen davon erzählen :)

    Off Topic:
    Naja, die 13 ist normalerweise meine Glückszahl, aber heute leider nicht :( Die Praktikumsstelle, um die es ging, hat ein anderer Umschüler bekommen, der ein Semester weiter ist und derzeit seine Abschlußprüfung bei der IHK macht. Er könte also durchaus sein 3. und letztes Praktikum auch etwas zeitversetzt angehen.
    Ich hingegen muß bis Montag einen Praktikumsplatz vorweisen, sonst ist meine Umschulung gelaufen und ich hab all die Zeit umsonst gekämpft und gelitten.
    Dies alles macht mich traurig und bange. Was aber noch weitaus schlimmer ist und mich richtig wütend macht, das ist die Tatsache, daß ich inzwischen erfuhr, daß in der betreffenden Spedition offensichtlich die Information angekommen ist, da ich aufgrund einer chronischen Erkrankung ohnehin die Umschulung aus freien Stücken innerhalb der nächsten paar Wochen abbrechen würde. :mad:

    Also, liebe Leutz: :cool:
    Falls jemand zufällig eine Firma kennen sollte, die eine Umschülerin zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistungen für ein 7-wöchiges Praktikum selbstverständlich kostenlos und leider sehr kurzfristig einstellen würde, nur her mit der Information!
    Ich lebe in Mönchengladbach und kann auch gerne ins Ruhrgebiet, Köln, bzw. entsprechend weit in jede Richtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren - gerne auch in den niederländischen Grenzbereich "Euregio". :top:

    Ich weiß das war jetzt aber sowas von richtig OT, aber ich hoffe auf Euer Verständnis ;)