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Belastungsschmerzen - Ärzte ratlos?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Tennismieze, 26. September 2008.

  1. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    Der erneute Besuch beim Schmerztherapeuten ergab nicht viel neues und auch nichts positives. Die Diagnose der Rheumaklinik auf Fibromyalgie hat der Schmerztherapeut ausgeschlossen. Statt der 12 Tenderpoints waren es nun nur noch 5, die auffällig waren. Auch das übrige Beschwerdebild sei nicht fibro-typisch.
    Das Beschwerdebild an sich besteht zur Zeit aus 3 Schmerzgebieten:
    1. muskelkaterartige Muskelschmerzen in Oberschenkel (hauptsächlich), Unterschenkel, Schultern und Arme ausschließlich bei Belastung, wird verstärkt durch Wetterwechsel und / oder durch Traglasten
    2. Schmerzen der Sehnenscheiden beider Hände hauptsächlich unter Belastung, jedoch auch schon mal beim ruhighalten, ursprünglich nur bei leichten Belastungen wie Seiten umblättern, Ablage, Tastatur bedienen treten Schmerzen inzwischen auch bei schwereren Belastungen auf (Traglasten)
    Ibuprofen 800 nützt anscheinend nichts.
    3. Vorderfußbeschwerden
    Vor 10 Monaten traten zum ersten Mal Belastungsschmerzen auf, die vom Grundgelenk des 2 Zehes des rechten Fußes ausstrahlten auf den Zeh selbst und in Richtung Mittelfuß auf den 1 Verbindungsknochen (Metarsale?), weiterhin auf das 2. Gelenk des großen Zehs. In der Folge wurde mit Cortison-Einspritzung, neuen Einlagen, einer Serie a 6 Anwendungen von Krankengymnastik sowie einer MRT vom Lendenwirbelbereich behandelt. Die MRT erbrachte lediglich leichte Schädigungen ohne Belang und Handlungsbedarf, die gemäß Bericht "wahrscheinlich unter Belastung zu den genannten Vorderfußbeschwerden führen".
    Die Krankengymnastik führte nur zu einer kurzfristigen Veränderung des Schmerzbereichs. Der Therapeut meinte, der Fuß sei frei von Blockaden, war daraufhin ziemlich ratlos und hat in der Folge überall herumprobiert. Seine Behandlung an der LWS brachte nur kurzfristige Besserung (halbe Stunde schmerzfrei). Die letzte KG-Sitzung brachte das Keilbein des Fußes zum Knacken, woraufhin die Schmerzintensität geringer wurde und sich der Schmerz etwas anders verteilte. Der nächste Orthopädentermin steht am Montag an, ich erwarte lediglich die Verordnung von Krankengymnastik Nr. 2.
    Der Schmerz tritt umso heftiger auf, je mehr und länger ich den Fuß belaste. Deswegen bin ich schon seit Wochen nur auf Kurzstrecken (Wohnung zum Auto, einkaufen, usw) unterwegs, wer quält sich halt schon selbst?

    Bei dem Gespräch mit dem Schmerztherapeuten hatte ich im Endeffekt den Eindruck, daß er mich auf die Psychoschiene abschieben will. Die Frage, ob ich den Schmerz im Griff habe, konnte ich ja nur bejahen. Ich muß ja schließlich nur die Belastung einstellen bzw. vermeiden, um schmerzfrei zu sein. Soll ich in Zukunft nur noch herumsitzen? Ebenso fragte der Herr, ob ich mir das Arbeiten vorstellen könne. Den vollen Arbeitstag bekam ich schon in den letzten Jahren aus Erschöpfungsgründen nicht in den Griff, wie soll ich das jetzt abschätzen können? Auf den Bericht des Schmerztherapeuten bin ich sehr gespannt.

    Können Ärzte nichts mit Belastungsschmerzen anfangen? Wer hat etwas ähnliches erlebt bzw. welche Möglichkeiten gibt es denn noch?

    Bezüglich der vorhandenen Diagnosen wurde festgestellt:
    Fibromyalgie liegt nicht vor
    chronische Polyarthritis in Remission, Arava seit 4 Wochen abgesetzt
    Bluthochdruck weiterhin vorhanden
    Restless Legs durch L-Dopa kein Problem


    Sorry, daß es so lang geworden ist. Ich mußte halt mal den Kopf leer kriegen und Ballast abwerfen.
     
  2. crozie

    crozie Neues Mitglied

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    das kenne ich gut

    hallo tennismize ich kenne das gut auch ichhabe immer muskelkater artige schmerzen in den oberschenkel oberarme und auch an den ellenbogen,allerdings auch in ruhe,werde oft nachts davon wach und muss mit einerhand den anderen arm senken da ich gern mit arme und beine angewinkelt schlafe.bei mir wurde chron.polyartritis halbwegs festgestellt obwohl meine laborwerte immer in ordnung sind,nur in den zehen sieht der doc über sono immer entzünd.und dann bekomme ich auch immer cortison gespritz.,dazu nehme ich arrava,diverse rr tbl.zusätzlich habe ich arthrosen in den händen,knien und der hws .wenn ich den doc auf die schmerzen anspreche heißt es meist das sind keine rheumaschmerzen und für fibro reicht es auch nicht.fühle mich oft nicht für voll genommen und das ist ziemlich depremierend.aber man soll die hoffnung ja nicht aufgeben,bin schon mal froh das es mir nicht allein so geht,denn manchmal denke ich schon bilde ich mir das alles nur ein.so nun habe ich dir das ohr abgekaut lg crozie
     
  3. Meerli13

    Meerli13 Meerschweinchen-Guru

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    Hallo Tennismieze!
    Bei mir wurde damals auch Fibro festgestellt. Nur damals (2000)waren Tender-Points positiv, jetzt nur manchmal vereinzelt. Bedeutet aber nicht, das sie weg ist. In der Kur wurde Fibro auch angezweifelt, weil Tenderpoints weg.
    Wenn ich zu viel mache (dauernde Bewegung) fangen meine Muskeln an zu schmerzen, werden zittrig und fühlen sich an,wie nicht erholt. Darum gehe ich nicht mehr schwimmen (bald abgesoffen).
    Was hilft ist sich immer wieder zu beobachten, ob sich die Muskeln anspannen, aktiv immer wieder entspannen.
    Was nicht möglich ist, damit zu arbeiten. Habe alleine auf die Fibro Rente bekommen (immer für 2 Jahre).
    Wenn ich abends was vor habe, darf ich tagsüber nicht viel machen,sonst klappt nichts mehr. Das geht jetzt schon seit über 8 Jahren so.
    Habe zusätzlich noch Schmerzen in allen Gelenken, die erstmals mit Cortiinfusionen (nach über 8J.)kurz weg waren. Bin gespannt wieviel Schmerzen überhaupt noch bleibt. Nehem schon immer regelmäßig Schmerzmittel ein (immer Wirkspiegel), damit ich überhaupt in die Gänge komme.

    Gruß Meerli
     
  4. amber64

    amber64 Neues Mitglied

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    Hallo Tennismieze,
    Belastungsschmerz!!!:mad::mad::mad:
    Hatte und habe die bei dir unter Punkt 2 und 3 aufgeführten Beschwerden zur Genüge:mad:.
    Vor zehn Jahren wurde ein Karpaltunnelsyndrom bds. diagnostiziert, durch Überbelastung:D.
    Hatte 2005 fast 1,5 Jahre belastungsabhängige starke Mittelfußbeschwerden, rechts und links, durch Überbelastung:D, zuviel Sport:D.
    Im MRT(nur ganz leichte Arthrose am Großzeh, heute fast zerstört) und im Szintigramm war nichts zu sehen, obwohl hochgradige Entzündungen bestanden! CRP immer o.k., erhöhte Senkung, Thrombozytose. Mit den wenigen Ergebnissen konnte niemand etwas anfangen! Konnte mich fast gar nicht mehr belasten, kaum einkaufen gehen, habe nur mit Eispackungen gelebt. NSAR halfen nichts!
    Erst zwei Jahre später wurde durch eine Schulter-OP ein starker Schub ausgelöst und nach einem weiteren halben Jahr endlich die Diagnose Psoriasis-Arthritis ohne Psoriasis gestellt!
    Die Schulter sollte durch Überbelastung am Schultereckgelenk entzündet sein:D, dabei war sie schon stark zerstört und es mußte eine Gelenkresektion vorgenommen werden!:mad:
    Deine Diagnose lautet ja unter anderem cP, ob diese Art der Schmerzen unter cP auftreten weiß ich nicht, vielleicht sind dies Anzeichen für eine neue Entzündung, du nimmst ja auch keine Basis mehr.
    Ich will dir keine andere oder neue Rheumaform "andichten", aber belese dich einmal unter den Links betr. PsA in diesem Forum.
    Laß nicht locker bei der Diagnosefindung! Was sagt denn dein Rheumatologe dazu?
    Alles Gute amber64
     
  5. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    Es tröstet mich schon ungemein, daß es leider noch andere Mitmenschen gibt, bei denen ähnliches aufgetreten ist. ;) Wie so häufig, sind Eure Symptome ähnliche, teilweise identisch mit den meinen.

    @crozie
    Mein Blutbild sieht bis auf leicht abweichende Leberwerte immer recht gut aus, Entzündungen werden auch nicht via Blutsenkung angezeigt.

    @meerli
    Zum Glück habe ich die Muskelschmerzen nur bei Belastung bzw. morgens auch mal beim Entspannen (wenn ich wieder ins Bett krabbele). Fühlt sich wie Muskelkater an, verhält sich aber nicht so. Besonders toll ist immer die Bewegungsvariante "treppensteigen". Im üblen Fall ziehe ich mich am Geländer mühsam in den 1. Stock. Dabei ist die Kraft ja vorhanden, irgendwie schrecklich, sich wie so eine 90-jährige am Stock zu bewegen.

    @amber
    Die Sehnenscheidenschmerzen führe ich als Nebenwirkung des Arava zurück, es fing nämlich erst rund 4 Monate nach Erstschluckung an. Inzwischen wurde das Arava wegen dieser Schmerzen und teils auch wegen der abweichenden Leberwerte gecancelt. Seitdem fehlen sogar die vereinzelt durch die Fingergelenke ziehenden Rheuma-Schmerzen. Ausgeschlichen kann das Arava eigentlich noch nicht sein. Habe es 15 Monate lang mit 20mg genommen, dann komplett abgesetzt, wie lange wirkt das Zeug nach? Den Rheumatologen habe ich in die Wüste geschickt, weil er ein wenig leichtsinnig mit meinem Leben umging (Blutdruck ging unter Arava in die Höhe, seine Aussage: das ist ja nur vorübergehend! Ich schlucke die Medis dagegen immer noch!)

    Die wichtigste Frage ist eigentlich: Für welche Krankheit sind Belastungsschmerzen typisch, die sich nur im Ruhezustand schmerzfrei präsentieren?
     
    #5 26. September 2008
    Zuletzt bearbeitet: 26. September 2008
  6. Brini

    Brini Neues Mitglied

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    arava

    hallo tennismieze!

    zu arava:
    das zeug bleibt glaube ich bis zu zwei (!) jahre in deinem körper. ich hab das zwei wochen genommen und mußte es wegen starker nebenwirkungen absetzten. wurde daraufhin mit colestyramin "ausgewaschen", damit das arava-zeugs aus meinem körper raus ist. würde ich dir auch empfehlen.

    liebe grüße
    brini
     
  7. Tennismieze

    Tennismieze Neues Mitglied

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    @brini
    Das Aus"waschmittel" wird ja eh nicht von der Krankenkasse bezahlt, was kostet der Spaß denn? Hattest Du irgendwelche Nebenwirkungen oder Besonderheiten während des Waschvorganges bemerkt?
     
  8. Brini

    Brini Neues Mitglied

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    hi tennismieze,

    das colestyramin bekam ich auf rezept von meinem rheumadoc und das war sogar noch von der zuzahlung befreit!
    nebenwirkungen hatte ich keine. davon abgesehen, daß das zeugs nicht schmeckt.... :D

    viele grüße
    brini
     
  9. free

    free Neues Mitglied

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    Hallo, bin erst seit kurzem hier im Forum, aber die Berichte machen mich sehr nachdenklich. Irgendwie kommen mir die Beschwerden auch sehr ähnlich vor. Angefangen hats letzten Dezember mit Schmerzen im linken Fuß. Diagnose: Fersensporn. Nach Änderung der Einlagen, zwei Wochen später, Schmerzen im Außenfuß und auch der rechte Fußballen tat weh. Ich bin beruflich im Verkauf tätig. Das heißt viel Stehen Viel gehen. Hurra.
    Dann ständig Schmerzen in den Schultern, Oberarmen, stellenweise so als ob mir jemand immer wieder mit ner Eisenstange draufheuen würde. Und in Ruhestellung ganz schlimm. Liege ich flach auf dem Rücken, kann ich die Arme vor Schmerz fast nicht anheben, nur wenn ich vorher die Ellenbogen anwinkele.
    Ja und dann im Mai, geschwollenes , linkes Daumen und Handgelenk. Diagnose: Oligoarthritis oder so ähnlich. Mußte dann nach anfänglichem Weigern Sulfasalazin nehmen. Nach 7 Wochen setzte ich die wieder ab, die Nebenwirkungen waren verherend.
    Verdacht auf Fibro äüßerte mein Hausarzt, da auch wechselnd die Innenknie schmerzen und anschwellen, aber das schon seit Jahren und immer wieder auch irgendwann verschwindet.
    Es ist doch ein richtiger Teufelskreis. Wie kommt man da bloß raus???
    Gruß free:confused: