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Behindertenausweis

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendrheuma" wurde erstellt von helgaE, 20. Dezember 2008.

  1. helgaE

    helgaE Registrierter Benutzer

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    Hallo
    meine Frage macht es Sinn einen Behindertenausweis zu beantragen für eine 15 Jährige mit Polyathritis? Welche Erfahrungen gibt es?
    Gruß helga
     
  2. Katharinaw

    Katharinaw Neues Mitglied

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    Hallo,

    also ich hab einen mit 14 bekommen. Meine Ma konnte dann einen Parkausweis beantragen. War schon gut, weil ich damals nicht weit und viel laufen konnte. Man kann dann auch Wertmarken kaufen, mit denen man dann den öffentlichen Nahverkehr nutzen kann. Je nachdem wie stark die Einschränkungen sind, kann das schon sinnvoll sein. Muss aber auch sagen, dass es für mich immer schwer war ihn auch zu benutzen, weil es mir peinlich war. Für mich war es schlimm als "behindert" dazustehen und mich dafür rechtfertigen zu müssen!
     
  3. helgaE

    helgaE Registrierter Benutzer

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    Liebe katharinaw
    herzlichen dank für deine schnelle antwort. Genau das habe ich mir auch schon überlegt ob ihr das wohl nicht peinlich sein könnte. Zur zeit geht es ihr sehr gut. Der Rat von der Rheumaliga ist ja ihn zu beantragen. Meine Tochter möchte jetzt auf eine weiterführende Schule gehen und ich weis nicht ob es dann ganz gut wäre wenn sie den ausweis dafür nutzen könnte um den Fahrstuhl benutzen zu können oder dass diese Klasse dann einfach im Erdgeschoss unterrichtet werden muss.
    gruß helga
     
  4. Jürgen

    Jürgen Mitglied

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    Hallo Helga,

    wie denkt denn Deine Tochter darüber? Ich denke, dass es aus steuerlicher Sicht Sinn macht, da die Eltern Freibeträge, Fahrtkosten etc. absetzen können. Den Aufzugschlüssel habe ich damals nach einem Gespräch mit dem Hausmeister auch ohne GdB bekommen- reden hilft :). Psychologisch gesehen kann es allerdings ein Eigentor werden, da viele Menschen ein Problem damit haben plötzlich "offiziell" schwerbehindert zu sein. Die Frage ist, was soll erreicht werden? Wenn es ihr aktuell sehr gut geht- wird sie einen Ausweis bekommen? Es werden nur Einschränkungen beurteilt, die seit mindestens 6 Monaten bestehen. Eine Parkerleichterung bekommt man nur bei sehr erheblicher Gehbehinderung.

    Viele Grüße und die richtige Entscheidung
    Jürgen
     
  5. Petra16

    Petra16 Neues Mitglied

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    hallo helga,
    also ich versteh da die bedenken und befürchtungen... aber ich kann dir mal so sagen wie ich damals mit 15 fühlte, und wie eben jetzt mit 22....
    in österreich ists ja ein bisschen anders- aber jürgen hat schon geschrieben, was du sonst als nachteilausgleich bei den ämtern bekommen kannst.... und bezüglich aufzug, würde ich auch mal so mit em hausmeister sprechen! gerade bei schule denke ich, dass man mit gerade u.u. viel erreich kann.
    während meiner schulzeit, und auch lange während meiner studienzeit wollte ich keinen ausweis... denn wozu auch- ich sah mich nicht als "so behindert", dass ich den ausweis haben wollte, bzw. auch im vergleich zu anderen, denen es eben wirklich schlechter ging. in der schule konnte ich trotzdem mein abi am laptop schreiben, und auch andere schularbeiten am laptop machen... und was man eben sonst für erleichterungen in der schule bekommen kann. da bruachte ich nie einen nachweis über den gdb- immer nur schreiben vom arzt und gespräch.
    jetzt habe ich aber übrigens einen ausweis, auch mit dem eintrag gehbehinderung, und ausweiß fürs auto etc. einerseits sicherlich daher, dass es mir auch schlechter geht als damals, und auch weil sich meine gedanken dazu geändert haben. früher führte halt immer: ich bin nicht behindert, ich schaff alles selbst, und brauch nix! war zwar nicht so... aber ok... ich habs so gesehen, und da konnte man mit mir auch nicht reden. und ich hätte wohl auch nie einen ausweis beantragt. nun hab ich doch dazugelernt- warum sich das leben unnötig schwerer machen als nötig... man bekommt einfach gewisse ausgleiche, die einem das leben leichter machen (vor allem der ausweis fürs auto). hatte dazu auch ein seminar besucht, mit anderen behinderten studentinnen, wo wir viele viele gespräche führeten, und auch aufgeklärt wurden, was wir denn alles für möglichkeiten haben.... auch für später- was dann im beruf. da hab ich doch auch viel für mich gerlernt- auch auch über meinen "status"... ja klar der ausweis bestätigt die einschärnkung/ erkrankung, aber ist einem selbst das nicht auch ohne einen "zettel" klar... im prinzip ja schon- mir zumindest.
    ich finde es auch wichtig, dass du da mit deiner tochter drüber sprichst, und sie dir auch ihren standpunkt aufzeigen kann- denn dann könnt ihr auch gemeinsam entscheiden, ob sie einen ausweis will, oder nicht. gut ist auch, wenn ihr genau wisst, was der ausweis, oder die gdb einstufung bewirkt- auch für später.... und da schriebe ich nun nix dazu, weil ich keine ahnung hab wie das in d genau ist!
    alles gute, lg petra
     
  6. -Aufrecht-

    -Aufrecht- Neues Mitglied

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    Es ist durchaus nachvollziehbar, dass mit der Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises, die Angst einer Stigmatisierung aufkommt.
    Aber, der Ausweis wird ja nicht um den Hals getragen und es besteht keine Pflicht, jedem der einen anschaut mitzuteilen, dass man einen solchen Ausweis besitzt.
    Andererseits werden Eltern und natürlich auch dem späteren Erwachsenen selbst, einige Nachteilausgleiche angeboten.

    Bei einem an Polyarthritis erkrankten Menschen kann ich mir für die Zukunft gut vorstellen, dass z.B. bei einer sitzenden Tätigkeit (Schule, Studium, Beruf) auch einmal die Frage nach einem individuell angepasstem Sitzmöbel aufkommt. Wenn man dieses mangels festgestelltem mdE dann selbst bezahlen muss, kann es schon ein mächtig großes Loch in den eigenen Haushaltsetat reissen.

    Bestimmte Leistungen sind mitunter auch an den schon bestehenden Zeitraum der Behinderung geknüpft.

    Wenn man versucht, Vor- und Nachteile abzuwägen, so habe ich aus meiner eigenen Erfahrung nur einen Nachteil ausmachen können, Arbeitgeber wägen oftmals aus Unkenntnis zum Nachteil eines Schwerbehinderten, bei einer Einstellung ab.
    Garkeine Bedenken habe ich lediglich bei potentiellen Arbeitgebern bemerken können, die einen persönlich schon über einen längeren Zeitraum aus Geschäftsbeziehungen kannten.
    Ist man kein anerkannter Schwerbehinderter, so wirkt sich das möglicherweise beim Finden einer Arbeitsstelle positiv aus. Nur, man ist ja nicht ohne Grund schwerbehindert, ob nun ohne oder mit Ausweis. Fällt man aufgrund seiner Erkrankung häufiger aus, so steht man dann auch ganz schnell, nur dann ohne Schutz der Schwerbehindertengesetze, auf der Strasse.

    LG

    Michael