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Behandlungsfenster?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Amulan, 22. Juni 2006.

  1. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo,

    ich wollte mal fragen, wie das genau ist mit dem Behandlungsfenster. Ich habe schon öfter gelesen, dass die Behandlung bei Rheuma am besten anschlägt, wenn man gleich in den ersten Wochen oder Monaten damit anfängt.

    Gilt das denn auch bei einem schleichenden Beginn der Krankheit? Oder nur wenn die Krankheit gleich heftig anfängt?

    Ich frage, weil es bei mir halt sehr schleichend begonnen hat, erste Probleme hatte ich schon 2001, und im Lauf der Zeit kam immer mehr dazu, aber es war bisher nie möglich, eine eindeutige Diagnose zu stellen, weil ich eben nicht das ganz typische Bild von Rheuma hatte...
    Im Juli hab ich wieder einen Termin beim Rheumatologen, aber selbst wenn es da mit der Diagnose endlich klappen sollte, ist dieses "Behandlungsfenster" natürlich längst vorbei.

    Ist bei so einem schleichenden Verlauf vielleicht das Behandlungsfenster gar nicht so wichtig, weil die Symptome eh nicht so schwer sind?? Kann ein schleichender Verlauf eigentlich auch in einen heftigeren Verlauf umschlagen?

    Vielleicht weiß ja jemand von euch darüber Bescheid :)

    LG
    Sonja
     
  2. Sabinerin

    Sabinerin Aktives Mitglied

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    Hallo Amulan,

    "Rheuma" umfasst mehr als 400 rheumatische Erkrankungen und allein deshalb kann Deine Frage nicht pauschal beantwortet werden.


    Ich habe auf die Schnelle gegoogelt und nur folgendes (über RA) gefunden:

    http://www.journalmed.de/newsview.php?id=1808

    Zitat:
    Frühere Studien zeigten, dass bei früher rheumatoider Arthritis ein kritisches Therapiefenster von drei Monaten bis zu einem Jahr nach Einsetzen der Krankheit existiert, in dem irreversible Gelenkschäden und Behinderungen auftreten.(1), (2), (3) Organisationen wie z. B. EULAR und das American College of Rheumatology (ACR) schlagen vor, dass die Kontrolle des Fortschreitens der Krankheit früh einsetzen sollte, ehe Gelenkzerstörung und Behinderungen auftreten.(4) Erosive Erkrankungen treten bei RA sehr früh ein und haben für die Funktionsfähigkeit eines Patienten wie auch für die Kosten der Krankheit signifikante Konsequenzen.(4), (5) Die Zerstörung von Gelenken verursacht für fast ein Drittel neu diagnostizierter RA-Patienten innerhalb von zwei Jahren nach der Diagnosestellung Schwellungen, intensive Schmerzen und Behinderung.(6) In den USA führen RA und rheumatische Erkrankungen die Kostenliste in der Behindertenrente an.(7) Weltweit wurden über 9,7 Millionen Menschen mit RA diagnostiziert.(8)

    Zitat-Ende

    Die Info ist aber von 2003 und es gibt sicher neuere Informationen.

    Als Laie denke ich, daß das Therapiefenster dann beginnt, wenn die ersten Beschwerden auftreten, da dann ja die Erkrankung beginnt.

    M.E. kann man nicht pauschal sagen, daß ein schleichend beginnender Verlauf zwangsläufig so bleibt, es kann sich viel verändern, im Körper und als äussere Faktoren.

    Bei einer RA (rheumatoiden Arthritis) kann durch Bestimmung des Anti-CCP-Wertes festgestellt werden, ob es sich um einen aggressiv/zerstörenden Verlauf oder weniger erosiven Verlauf handelt.

    Viele Grüße
    Sabinerin
     
  3. Lilly

    Lilly offline

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    hallo Amulan,

    .... auch seropos. chron. polyarthritis wird ein ungünstigerer verlauf vorhergesagt.

    es gibt verschiedene verlaufsformen. beim schleichenden verlauf werden die beschwerdefreien zeiten zwischen den schüben immer kürzer und es werden immer mehr gelenke betroffen. die erstdiagnose lautet öfter ologoarthritis und wird mit der zeit die classische polyarthritis.

    ich habe festgestellt, dass bei keinem die c.p. wirklich "lehrbuchmässig" abläuft- jeder hat sein "eigenes rheuma".

    mit dem therapeutischen fenster sehe ich das so wie du.
    beschwerden habe ích seit 1998 (wenn ich an meine vielen sehnenscheidenentzündungen denke, dann auch schon viel früher). blutsenkung und crp waren aber auch da schon erhöht- nur wurden diese aufs rauchen geschoben- diagnose fibromyalgie. 2001 hatte ich dann einen pos. rf- aus fibro wurde seropos. chron. polyarthritis.
     
  4. kukana

    kukana Moderatorin

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    Hi Amulan,
    meine Anfangsbeschwerden kamen im Sommer 1998, Diagnose kam aber erst nach einem ziemlich schlimmen Schub im März 2000, dann aber innerhalb von ca. 4 Wochen.

    Ich habe das Glück, dass dank der Medikamente dieser Schub gestoppt werden konnte und der aggressive Verlauf sich milderte. Inzwischen gabs sogar schon Remissionsphasen, einmal sogar ein halbes Jahr ohne Medikamente.

    Leider kommts dann immer wieder, aber bisher bleibt der Verlauf milde.

    Also kann man so allgemein das gar nicht erfassen. Was bei einem funktioniert, wird bei zehn anderen schief laufen ?

    Gruss Kuki
     
  5. Amulan

    Amulan Ich bin harmlos!

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    Hallo!

    und danke für eure Infos!:)

    Der CCP-Wert war bei mir bisher im Normalbereich (0,2 - Normalwert glaub ich bis 1), aber der Rheumafaktor ist positiv, Blutsenkung und CRP leicht erhöht (BSG z.B. im Juni 29/50, im Januar unter Cortison-Behandlung 10/18, davor meist so um die 15).

    Ob ich nun RA oder Psoriasis-Arthritis oder was anderes habe, weiß ich ja noch nicht. Hilft wohl nur abwarten und Tee trinken....?

    LG
    Sonja
     
  6. Hypo

    Hypo NO-HYPO.....

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    Hallo Amulan,

    das mit dem Zeitfenster trifft bestimmt nur für die aggresiven Formen zu.Ich einen schleichenden Verlauf der PSA und hab jetzt nach 4 Jahren die ersten Veränderungen bekommen und hab seit 2 Jahren Basismedis.
    Ja das ist meine Erfahrung.

    alles liebe Hypo