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Baby verloren ...

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Monsti, 15. Februar 2005.

  1. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo, liebe Leuts,

    heute, als ich Angies Posting im Forum las, kam bei mir plötzlich wieder alles hoch. Ich hatte insgesamt 5 Schwangerschaften und alle sind gescheitert.

    Bei der letzten, da war ich 41, schien erstmals wirklich alles super zu sein, ich war soooooo glücklich. Dann plötzlich, gegen Ende des 4. Monats, Ich hatte schon die Kindsbewegungen gespürt und hatte einen sichtbaren Bauch, war das Baby tot. Es war ein Junge, ich hatte ihn Jonas getauft. Der Zwerg war so putzmunter, dass er sich in meiner prall gefüllten Fruchtblase durch die Eigenbewegungen einen Knoten in die Nabelschnur gebastelt hatte. In der Nacht zum Donnerstag vor der Untersuchung am Freitag hatte ich einen entsetzlichen Alptraum: Mein Mann erwürgt mich, und ich schreie verzweifelt, dass dann doch auch unser Baby keine Luft mehr kriegt. Am Schreien bin ich wachgeworden, saufroh, dass es nur ein doofer Traum war.

    Am Freitag dann das böse Erwachen: Das Kind war tot. Mit 4 Monaten war natürlich schon alles dran, man konnte selbst die einzelnen Fingerchen und die kleinen Zehen im Ultraschall sehen.

    Wenige Stunden später wurden im KH per Zäpfchen die Wehen eingeleitet, als es soweit war, wurde ich in Narkose versetzt. Im Bericht später stand, dass eigentlich alles 100%ig in Ordnung war, nur der Knoten in der Nabelschnur (fast am Bauchnabel des Kindes) nicht. Der hatte sich mit zunehmendem Wachstum und den Kindsbewegungen immer mehr zusammengezurrt, irgendwann war halt leider Ende.

    Jetzt, nach Angies Posting heule ich nur noch Rotz und Blasen. Angie tut mir so entsetzlich leid, ich weiß leider zu gut, wie es ihr jetzt grad geht. Man ist so entsetzlich allein in einer solchen Situation. Und ich kann ihr nicht wirklich helfen, das finde ich am Schlimmsten. Man möchte meinen, selbst betroffene Frauen könnten helfen. Vielleicht kann man es nicht, weil das Alte wieder zusehr aufgewühlt wird? Ich fühle mich grad komplett unfähig. Es gibt doch sicher welche unter Euch, die diesen Mist auch kennen, oder? Bitte schreibt doch, wie es Euch mit sowas geht. Ich weiß echt nicht, was grad mit mir los ist, es ist doch schon 8 Jahre her! Aber ich heule schon den ganzen Abend wie ein Schlosshund. Bin ich blöd, oder was??? Bitte entschuldigt, aber ich weiß, wenn ich das irgendwo loswerden kann, dann hier.

    Liebe Grüße von
    Monsti
     
  2. VerenaHH

    VerenaHH KrankeSchwester

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    Hallöchen Monsti;


    zum Glück ist mir persönlich so etwas erspart geblieben, aber durch meine Arbeit war ich schon oft damit konfrontiert.
    Ich denke man kann so etwas nie vollständig verarbeiten, man lernt nur mit der Zeit ein wenig besser damit umzugehen.
    Letztendlich hat man ein Kind verloren zu dem man auch eine Beziehung hatte, auch wenn es noch nicht auf der Welt zu sehen war. Ich finde es nur normal und menschlich wenn man selbst so etwas erlebt hat und dann daran erinnert wird und nur allzu gut weiss wie die Betreffende sich fühlt.
    Auch wenn es weh tut, es ist ein Zeichen von Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen auf Deiner Seite und rein gar nichts negatives !!!! Zum Glück gibt es noch ein paar Menschen die Gefühle haben, dazu stehen und sich nicht verstecken oder verkriechen. Ansonsten wäre unsere Gesellschaft noch beschissener als sie eh schon ist. Auch wenn es Dir dabei nicht gut geht, es ist ein gesundes Zeichen mitzuleiden.
    Ich bin auch ab und zu mal am heulen über Dinge die mich eigentlich gar nicht persönlich betreffen, einfach aus Mitgefühl.
    Liebe Monsti, unterdrück das nicht, Du bist ein lieber und mitfühlender Mensch und ich find es gut so zu sein.

    Lieben Gruss aus Hamburg
     
  3. dani

    dani ÖRL-Worker

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    Ach Monsti..........

    ich kann Dir das sooooooooo nachfühlen! Auch bei mir ist es jetzt genauso lange her wie bei Dir, als ich mein Baby verlor. Ich dachte (und auch mein Mann) die Welt geht unter. Ich hatte mit meiner Krankheit nie so zu kämpfen wie mit diesem Ereignis.
    Gerade wenn man sich von Herzen ein Baby wünscht und dann so etwas passiert, dann fühlt man sich absolut hilflos und es ist nur noch Verzweiflung da.
    Ich bzw. wir haben es heute so akzeptiert wie es ist. Wir werden eben nie ein Kind haben. Aber man wird so ein Ereignis nie vergessen. Bei mir war es vom ersten Augenblick ganz extrem. Ich hatte so eine extreme Umstellung mit den Hormonen, dass ich vom ersten Tag an spürte dass ich schwanger bin. Genauso extrem war es, als ich es verlor.
    Noch dazu verlor ich es in der Klinik. Ich war dort stationär zur Kontrolle und dann passiert dort gerade das...........

    Alle Frauen denen dies passiert kann ich nur allzu gut verstehen. Noch dazu wenn man keine Kinder hat und es sich so sehr wünscht.......Es ist ein Weltuntergang.........

    liebe Grüße
     
  4. gisela

    gisela kleine Käsemaus

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    Liebe Monsti,
    ich möchte Dich im Moment ganz lieb in den Arm......

    Alles Liebe
    gisela (der im Moment auch die Tränen runter laufen)
     
  5. claudiiah

    claudiiah :-)

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    hallo monsti!


    laß dich mal drücken.
    ich kann zwar nicht mitreden, kann mir aber ungefähr vorstellen, wies dir geht.

    ich wünsch dir, daß es dir bald wieder besser geht (wahrscheinlich leichter gesagt, als getan)

    liebe grüße übern berg rüber!
    claudia
     
  6. Tibia

    Tibia Mitglied

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    Hallo Monsti,

    ich kann auch nicht mitreden, da ich meine Krankheit sehr früh bekommen habe und sich die Frage eines Kindes durch die vielen starken Medikamente erledigt hatte.
    Ein schlimmes Ereignis vergißt man sein ganzes Leben nicht, aber man kann versuchen damit zu leben.
    Ich wünsche Dir, das die Sonne bald wieder für Dich scheint.
    Und übrigens: du bist nicht blöd, sonder - so wie VerenaHH schon schrieb - ein mitfühlender lieber Mensch. (Ich kenn dich zwar nicht persönlich, aber das merkt man durch deine Beiträge)

    Alles Gute und liebe Grüße

    Tibia
     

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  7. Bianca

    Bianca Neues Mitglied

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    Gaaanzliebdrück!!!!!!!!!

    Liebe Monsti ich möchte Dich jetzt am liebsten ganz fest drücken! Wenn ich das so lese kommen mir auch wieder die Tränen! Ich habe vor 10 Jahren gesunde Zwillinge geboren. Vor 8 Jahren ist mein erstgeborener Sohn im Alter von 2 Jahren an einem Gehirntumor gestorben,der Zwillingsbruder hat es bis heute nicht wirklich verkraftet.Manchmal weint er sehr um seinen Bruder, gerade kurz vor dem Geburtstag, Weihnachten,Ostern usw.Wir haben schon alles mögliche versucht um ihm zu helfen diesen Verlust so gut es geht zu verarbeiten aber Zwillinge haben eine so starke Bindung selbst wenn einer nicht mehr da ist. Für mich ist es nur sehr schwer zu ertragen zu sehen wie er leidet und den Druck nicht von ihm nehmen zu können. Viele im Umfeld sagen immer das kann nicht sein das er so um seinen Bruder trauert da er ja noch so klein war! Dann war ich vor 6 Jahren wieder schwanger mit Zwillingen! Im 5. Monat "verlor" ich meine Tochter,ihr Herz hatte aufgehört zu schlagen.Es wurde festgestellt das sie Trisomie 18 hatte.Aufgrund ihrer eigenen Fruchtblase konnte sie in meinem Bauch bleiben bis mein Sohn zur Welt kam.Die Geburt meines Sohnes war zugleich nochmal ein Abschied nehmen von meiner Tochter.Dann wurde ich vor 3 Jahren wieder schwanger und war geschockt da ich es ja nicht mehr riskieren wollte nocheinmal so etwas zu erleben.Mein Kleinster Sohn kam zur Welt und atmete nicht,er wurde geholt und dank seines eigenen starken Willen hat er es geschafft. Ich bin sehr froh meine drei Jungs zu haben aber die Trauer um meine beiden Sternenkinder wird immer wieder ihren Platz fordern.Und ich denke das müß so sein denn sonst würde man ganz und gar daran zerbrechen wenn man seiner Trauer keinen Platz in seinem Leben geben würde und so tun würde als hätte es diese kleinen Wesen (ob lebend geboren oder nicht)nicht gegeben. Und das erwarten leider viele Mitmenschen,das man so tut als wenn nichts gewesen wäre!!!!! Liebe Monsti ich sitze hier ,weine mit Dir und umarme Dich ganz fest in Gedanken! Liebe und herzige grüße Bianca
     
  8. Roddy

    Roddy Neues Mitglied

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    Liebes Monsti,


    ich weiß wie es dir geht, auch ich hatte eine Fehlgeburt und habe unseren kleinen Stern sehr früh verloren. Fürh mich ist die Welt damals untergegangen. Wir hatten uns sooo sehr gefreut, da uns die Ärzte gesagt hatten, dass ich auf natürlichem Wege nicht schwanger werden könnte, da ich mit 22 schon in die Wechseljahre gekommen bin.

    Ich war so stolz wie Oskar, als meine Regel ausblieb und ich zum Doc gefahren war und die einen Schwangerschaftstest gemacht hat und er war positiv.

    Leider war ca. 2 Wochen später auch schon alles wieder zu Ende. Blutungen, Krämpfe und das Kleine Pünktchen auf dem Ultraschallbild war nicht mehr da...

    Das ganze ist jetzt 5 1/2 Jahre her, aber jeders Mal wenn der 5.Mai kommt (errechneter Stichtag) muß ich immer an den kleinen Stern denken.

    Ich hatte aber noch ganz viel Glück, den inzwischen haben wir zwei Kleine putzmuntere Kinder. Die Schwangerschaften waren alles andere als schön, aber dass ist egal. Unser Großer heißt auch Jonas und ist inzwischen 4 1/2 Jahre alt und unsere Kleine ist gut 2 und heißt Maja.

    Monsti, leider weiß ich auch nie so recht, was ich schreiben soll, aber laß dich mal ganz lieb in den Arm nehmen und drücken.

    Liebe Grüße,
    Roddy
     
  9. Glitzerchen

    Glitzerchen Guest

    Monsti....

    Du,
    ich kann dich sehr gut verstehen. Bei mir waren es Zwillinge,
    in der 20. Woche. Ein Kind kam, als ich auf Toilette saß. Es war so blau aber es war schon ein Mensch. Für das 2. Kind hatten sie mich in Narkose gesetzt.
    Bis heute verfolgt mich das, denn ich hatte eine Diagnose, das ich nie Kinder bekommen könnte. Nun habe ich noch 3 Kinder geboren, es sind für mich alles Wunder, auch wenn diese manchmal ewtas wunderlich sind. Als ich mein 3. was ja eigentlich mein 5. Kind war in mir trug, habe ich sehr viel gebetet, weil ich nicht glauben konnte, das ich noch mal schaffen könnte ein gesundes Kind zu bekommen. Woher die Ängste kamen weiß ich nicht. Eins habe ich damls geschworen, das wenn ich ein Kind bekomme, das gesund ist, werde ich noch 1 Kind dazu nehmen und ihm eine Chance geben.
    Mit viel Stress und Fragebögen auffüllen haben wir es geschafft.
    Aber seit ich das von Angie gelesen habe, kommt bei mir auch immer wieder hoch, wie es damals mit den Zwillingen war. Mein Bauch war wie im 8. Monat. Auf dem Ultraschall war ein Baby unterwegs wie eine kleiner Fisch, ständig in Bewegung, nur das 2. Wesen, es bewegte sich nicht.Im nachinein wußten wir, das es kein Faulpelzchen war.Ich drücke dich in Gedanken, auch wenn es dir nicht wirklich hilft. Putze mal sanft deine und meine Tränen weg. Den Sinn für das alles habe ich auch noch nicht wirklich gefunden. Auser, das es mir zeigen sollte, das es nicht selbstverständlich ist gesunde Kinder zu haben.

    Ich umärmel dich ganz lieb
    Glitzi
     
  10. oya

    oya Neues Mitglied

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    babies

    hallo liebe monsti und alle anderen die so ein leid erfahren haben...

    da sitze ich hier und heule mit euch obwohl ich dieses thema nicht kenne... dem himmel sei dank...aber es rührt mich sehr wie sehr ihr gelitten habt und wie liebevoll ihr über eure sternenkinder schreibt...das ist sehr schön.
    ich habe zwei ganz gesunde kinder und mittlerweile auch ein enkelchen und ein zweites ist unterwegs und darüber bin ich sehr glücklich...

    ich drücke euch und wünsche euch weiterhin diese kraft und die liebevollen gedanken an eure sternchen...
     
  11. KayC

    KayC Stehauffrauchen

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    liebe Monsti,

    ich kann Gott sei Dank nicht mitreden, bin aber für meine gesunde Tochter dem lieben Gott sehr dankbar. Ich möchte Dich einfach nur in den Arm nehmen und trösten, denn ich kann mir vorstellen, wie schlecht Du Dich fühlst. Ich hoffe, es geht Dir schon wieder besser. Kopf hoch, meine Kurze sagt immer zu mir, wenn ich eben nicht mehr kann und am weinen bin :"Geht doch von alleine wieder weg! Ich bin doch bei Dir!"

    Ich denke, wir sind auch bei Dir!
     
  12. annerose

    annerose Neues Mitglied

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    Hallo Monsti,
    lass dich in Arm nehmen und ganz lieb drücken.
    Ich kann mir gut vorstellen, was du da durch gemacht hast. Ich habe mein Kind zwar nicht verloren, aber als ich nach 4 Ehejahren und einigen Op;s endlich schwanger war, bekam ich 2x Blutungen. Ich hatte Glück und durfte das Kind behalten.
    Liebe Monsti ich wünsche dir trotz allem twas mehr Gesundheit und vielleicht auch mehr Glück
    Liebe Grüßle
    Annerose
     
  13. Angie

    Angie Alte Häsin

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    Menno

    Liebe Mosti,
    menno, sowas wollte ich nicht, es tut mir unedlich leid wenn ich Dich mit meinem Posting in ein seelisches Loch gestürzt habe. Es tut mir leid das Deine Babys nicht bei Dir bleiben konnten.
    Ich habe halt für mich gemerkt das es mir guttut wenn ich davon erzähle was mir passiert ist und es tut mir auch gut wenn ich höre das es nicht nur mir so geht, sondern das schon viele Frauen ihre Babys verloren haben. Vertseh mich bitte nicht falsch, aber es ist wie mit dem Rheuma... ich bin nicht allein davon betroffen. Das hat mir Mut gemacht. Mut nicht aufzugeben, nicht daran zu verzweifeln. Denn im "noralen Leben" redet ja eigentlich keiner wirklich davon. Ich hatte selbst in den langen Jahren in der Apotheke nichts davon mitbekommen.
    Aber was ich bestimmt nicht wollte, ist das es Dir jetzt schlechtgeht. Ich weiß gar nicht wirklich was ich tub kann um Dich zu trösten.
    Wenn Du magst nehm ich Dich einfach in den Arm und weine mit Dir um unsere besonderen Sternchen.

    Liebe Grüße
    Angie, die nun ein schlechtes Gewissen hat
     
  14. Monsti

    Monsti das Monster

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    Hallo Ihr Lieben,

    gestern tat es gut, mir meine innere Zerrissenheit, all den Schmerz und den Ärger über meine eigene Hilflosigkeit von der Seele zu schreiben. Manchmal kommt's halt wieder mit aller Gewalt hoch ... :( Heute tut's mir unendlich gut, Eure lieben Worte zu lesen, habt vielen, vielen Dank!

    Hoffen wir doch, dass es all unseren Sternenkindern gut geht, dort, wo sie jetzt sind!

    Liebe Grüße von
    Eurer wieder hergestellten Monsti :)
     
  15. Monsti

    Monsti das Monster

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    am Pillersee in Tirol
    Hallo Angie,

    um Gottes Willen, bitte, bitte hab kein schlechtes Gewissen!!! Es hat überhaupt nichts mit Dir zu tun, sondern allein mit mir. Es ist gut und richtig, dass Du Dir Deinen Kummer hier im Forum von der Seele geschrieben hast, und wenn es auch nur ein winziges Bisschen erleichtert.

    Ich umarme Dich!
    Angie (2), das Monster
     
  16. Trudi

    Trudi Neues Mitglied

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    Hallo meine liebe Monsti!!!

    Ich moechte Dich einfach ganz fest umarmen und nicht mehr loslassen. Du bist ein so wunderbarer Mensch und wir haben ja schon oefters ueber all unsere Gemeinsamkeiten gesprochen. Trotzdem moechte ich Dir hier im Forum antworten, vielleicht haben auch alle anderen Betroffenen was davon.
    So ein schlimmes Erlebnis vergisst man nie. Wie Du weisst habe ich auch 3 Sternenkinder: das erste habe ich in der 16.SSW verloren, kurz nachdem ich die Diagnose Gehirntumor erhielt (Weihnachten 1992). Ich hatte mich strickt geweigert die SS zu unterbrechen. Mein Baby hat fuer mich entschieden und mir so wahrscheinlich das Leben gerettet. Es war ein kleiner Junge, ich hab ihn Martin genannt. 1996 und 1998 habe ich zwei gesunde Maedchen bekommen. 2000 war unser 3. Wunschkind unterwegs, wir haben uns so sehr darueber gefreut. Beim ersten Ultraschall stellte sich heraus, dass das Baby leider im Eileiter festsitzt. Es gab keine Chance die SS weiterzufuehren. Fuer mich war es ganz furchtbar, ich musste ein gesundes Kind abtreiben, damit ich weiterleben kann. Meine damals 2 und 4-jaehrigen Toechter haben ihr Schwesterchen Martina getauft. 2001 bin ich nochmal schwanger geworden, in der 6.SSW habe ich die Ringelroeteln bekommen, die haben wiederum einen ganz starken Rheumaschub ausgeloest. Die gesammte SS ueber hatte ich Riesenangst, das Baby zu verlieren, aber diesmal hat's wieder geklappt: unsere Laura ist jetzt 3 Jahre alt und der Sonnenschein der ganzen Familie. Bei ihrer Geburt habe ich mir den noch verbliebenen Eileiter unterbinden lassen, damit ich sicher eine Basistherapie beginnen konnte. Der Hammer kam im letzten Sommer, trotz Sterilisation bin ich schwanger geworden. Obwohl ich Arava schlucke, wollte ich um dieses unverhoffte Geschenk kaempfen. Zu aller Sorge um die Gesundheit des Babys kam die erneute Diagnose Eileiterschwangerschaft. Wieder war ich in der 9.Woche und wieder musste ich das Kind opfern. Aufgrund meiner Arava-Einnahme wurde der Embryo histiologisch untersucht und war vollkommen gesund. Unsere drei Maedchen haben auch diesem Baby einen Namen gegeben: Daniel. Inzwischen sind ueber 5 Monate vergangen, aber der Schmerz ist immer noch da, dieses Erlebnis hat die zwei anderen gescheiterten SS wieder present gemacht. Ich traeume ganz oft von meinen drei Sternenkindern und in der Familie haben alle drei ihren eigenen Platz.
    Ich selbst habe das grosse Glueck auch drei gesunde lebende Kinder zu haben, aber der Schmerz ueber den Verlust von Martin, Martina und Daniel wird dadurch sicher nicht weniger.

    Entschuldigt bitte, meine Geschichte ist jetzt sehr lang geworden, aber ich glaube, alle die betroffen sind, sollten sich den Schmerz von der Seele schreiben, vielleicht erleichtert es ein bisschen.

    Alles Liebe und eine innige Umarmung an Monsti, Angie und alle, die ihre Kinder nicht aufwachsen sehen duerfen.

    Trudi
     
  17. Sirill

    Sirill Guest

    Umarmung!

    Eine ganz liebe lange Umarmung die von Herzen kommt für alle hier die so etwas
    furchtbares erleben mußten. Mir fehlen ein bischen die Worte, man ist so Ohnmächtig und gleichzeitig überwältigt. Ihr seit für mich die tapfersten Frauen
    dies überhaupt gibt und ich glaube bestimmt das es euch gut tut darüber zuschreiben und zu erzählen. Ich schaue als in den Himmel zu euren Sternenkindern. Wenn es dunkel ist bete ich für sie, Martin Daniel Jonas und all die anderen.
    Ich muß weinen, ich hab Euch lieb

    Eure Sirill
    (geht schon wieder)
     
  18. Ruth

    Ruth Bekanntes Mitglied

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    Hallo, Monsti und Ihr anderen Lieben!

    Für mich war als junge Frau Kinderkriegen etwas sehr schönes,aber auch etwas ganz normales. Daß etwas "nicht gut gehen" könnte, kam mir gar nicht so sehr in den Sinn. Das erstemal wurde diese "Normalität" unterbrochen, als Nachbarn ihren schon dreijährigen Sohn an einem Krupphustenanfall ganz plötzlich verloren.Für uns andere junge Mütter war das ganz unvorstellbar.Wir waren fassungslos. Kurze Zeit später erkrankte unser zweiter Sohn mit 3 Jahren an einem Krebsleiden. Plötzlich kamen wir mit schweren Krankheitsbildern auch bei kleinen Kindern in Kontakt, mit Chemotherapien, OPs, Bestrahlungen etc., mit schwerkranken Kindern, mitbetroffenen Geschwistern und Eltern. Da sah die Welt auf einmal ganz anders aus, andere Sachen wurden wichtig, Freunde und Nachbarn (von denen man es nie gedacht hätte) halfen und nahmen Anteil (manche auch nicht, klar).Unser Sohn starb fast 2 Jahre nach Ausbruch der Krankheit, daheim bei uns.Er hatte auch schöne beschwerdearme Zeiten, er wurde ein sehr reifes Kind und war lebensfroh und oft lustig. Obwohl das alles schon 24(!!) Jahre zurückliegt, vergessen wir ihn nie. Übrigens habe ich meine beste Freundin hier am Ort durch ihn kennengelernt, sie war eine Kinderkrankenschwester auf seiner Station.
    Nun habe ich auch einen ewig langen Roman geschrieben...Seit ich das erlebt habe, sind Kinder für mich nichts selbstverständliches mehr, sondern ein Geschenk und auch Gesundheit ist nicht selbstverständlich.
    Eure Ruth
     
  19. rheumi67

    rheumi67 Meer u- Strandsüchtig

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    Hallo Bianca,

    ich habe dieses Schicksal nicht direkt durchgemacht, nur indirekt als Zwillingsschwester, mein Zwillingsbruder starb 4 Wo. nach unserer Geburt.
    Doch ich denke , es ist wichtig, über dieses Thema zu sprechen.
    Bei uns wurde dieses Thema immer totgeschwiegen, wenn überhaupt mal einer was erzählte, höchstens meine Oma und dann immer nur Bruchstücke.
    Das da irgenswas passiert war , bekam ich ja durch die Friedhofsbesuche und sehr wenige alte Bilder mit, auf der Straße wurde meine Mutter mit mir immer mal wieder darauf angesprochen , doch man sollte sowenig wie möglich davon mitbekommen, habe im nachhinein den Eindruck .
    Dass dein ältester trauert, kann ich verstehen, ich tue das heute manchmal immer noch , denke ich doch manchmal , was wäre wenn nicht..., auch wenn sich das Schicksal wieder etwas mit meinen Eltern versühnt hat, mein 10 Jahre jüngerer Bruder ist Vater von Zwillingen geworden und ich habe zwei gesunde Söhne ( 10+13).
    Kinder trauern anders und das sollen sie auch, Erwachsene genauso, das habe ich in der Vergangenheit leider feststellen müssen.
    So trauert mein Ältester immer noch manchmal um seinen Opa , der starb als er 2 1/4 Jahre alt war, 10 Tage nach der Geburt unseres Jüngsten. Wir sprechen dann drüber und meistens verfliegt die Trauer und Wut dann wieder, aber Vergessen tun Kinder auch in diesem Alter nichts, was ihr Leben einschneidend verändert hat.

    LG rheumie67

     
  20. IchBins

    IchBins Neues Mitglied

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    Hallo,
    bedauerlicherweise muß ich jetzt ausgerechnet diesen Thread für eine kritische Anmerkung benutzen, aber ich möchte diese Aussage nicht unkommentiert stehen lassen, hoffe aber, das nur die Formulierung unglücklich gewählt wurde.
    Aber was die "schlimmen" Verbrecher anbelangt, fändest du es nur gerechter, wenn diese auch leiden würden, oder sollen sie überhaupt nicht im Knast sitzen sondern hingerichtet werden? Keine der beiden Möglichkeiten würde mehr Gerechtigkeit bringen sondern nur noch mehr Leid, deswegen finde ich solche Vergleiche immer sehr problematisch.
    Gruß, Thomas