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Aufruf zu Aktion: Kompetentere Ärzte

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Berni, 1. Dezember 2005.

  1. Berni

    Berni Neues Mitglied

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    Hallo liebe Leute,

    hier im Forum lese ich immer wieder Klagen von Betroffenen, deren Ärzte eklatante Inkompetenz an den Tag legen, die offensichtlich nicht informiert sind (obwohl sie sich Facharzt schimpfen) und die notwendigen Behandlungen nicht einleiten, sondern vielmehr ihre Patienten als Simulanten beschimpfen. Jahrelang von Arzt zu Arzt pilgern, ohne dass es eine Diagnose gibt, dieses Schicksal teilen viele chronisch Kranke. Das alles muss nicht sein, wie die vielen anderen Ärzte zeigen, die überaus kompetent, informiert, engagiert und menschlich sind. Ich denke, hier muss dringend etwas geschehen. Ein erster Schritt ist es, wichtige Stellen über diese Situation zu informieren. Ich möchte Euch bitten, falls Ihr Erfahrungen in der o.g. Weise gemacht habe, diese dem Bundesgesundheitsministerium unter dem Link

    http://www.bmgs.bund.de/cln_041/nn_600110/DE/Service/Kontakt/kontakt__node,param=.html__nnn=true

    zu schildern.

    Bei mir selbst ist vom Orthopäden lange Zeit die falsche Diagnose gestellt worden (Bandscheibenvorfall), danach hat er mich als Simulantin hingestellt usw. Viel schlimmer jedoch ging es Famlienmitgliedern (bei meinem Bruder stellte ein Urologe Hodenkrebs fest, der gar nicht vorhanden war; bei meiner Mutter wurde eine Spinalkanalverengung nicht festgestellt, bei meiner Schwester wurde eine Hornhautverletzung von einer Ärtzin nicht richtig behandelt und ein guter Freund hatte jahrelang Krebs, ohne dass sein Arzt es merkte, obwohl man es anhand der Symptome hätte sehen müssen.)

    Vielen Dank für Eure Mithilfe
    Berni
     
  2. Nina

    Nina early bird

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    Hallo Berni,
    genau deinen Beitrag habe ich jetzt gebraucht.
    Ich habe eine Selbsthilfegruppe für Psoriasis-Patienten gegründet und eine Menge Patienten kennen gelernt die jahrelang als Simulanten abgetan wurden, die falsche Diagnosen bekamen und manchmal nicht zum Rheumatologen überwiesen wurden und deshalb auch keine Basistherapie bekommen. Es ist haarsträubend.
    Kaum zu glauben, wie viele Allgemeinmediziner der Meinung sind:
    kein Rheumafaktor- kein Rheuma.

    Im Moment bin ich ziemlich verzweifelt, weil ich einfach nicht weiss, wie ich eine Besserung dieser schlimmen Zustände bewirken kann.
    Deshalb habe ich folgende Mail an das Bundesgesundheitsministerium geschrieben:


    Im September 2005 habe ich eine Selbsthilfegruppe für Patienten mit Psoriasis-Arthritis gegründet.
    Diese neue Selbsthilfegruppe ist auf sehr großes Interesse gestossen. Die meisten der PsA-Patienten haben eine Ärzeodyssee absolviert und wurden leider oft als Simulanten abgestempelt oder es wurden häufig falsche Diagnosen gestellt. Die Diagnostik bei PsA ist schwierig, da der Rheumafaktor fehlt und es auch manchmal vorkommen kann, dass BSG und CRP nicht oder nur geringfügig erhöht sind. Dafür ist es aber bei diesem Krankheitsbild möglich, das die Harnsäure erhöht ist. Einige Patienten wurden deshalb jahrelang mit Allopurinol behandelt. Natürlich erfolglos. Leider überweisen Allgemeinmediziner in solchen Fällen oft nicht zu einem Facharzt, der dann die richtige Diagnose stellen könnte. Auch ist die rheumatologische Versorgung in Deutschland völlig unzureichend und man wartet auf einen Termin bei einem Internistischen Rheumatologen schon einmal 5 Monate oder mehr.

    Ich habe in der lokalen Presse und im hessischen Rheuma-Liga Magazin Beiträge über die neue PsA Selbhilfegruppe veröffentlicht. Daraufhin haben sich immer wieder Patienten gemeldet, die unzureichend oder falsch therapiert waren und bis zu zehn Jahre auf die richtige Diagnose gewartet haben. Die gleiche Erfahrung habe ich auch bei den Gruppentreffen gemacht.
    Da es auch bei der PsA durchaus zu Gelenkerrosionen kommt ist das ein unhaltbarer Zustand.
    Ich bin jetzt ziemlich ratlos und weiss nicht wie man diese schlimmen Zustände ändern kann.




    Vielleicht wird das Ministerium ja reagieren, viel Hoffnung mache ich mir allerdings nicht.

    Liebe Grüße
    Nina
     
  3. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Was sollte denn das Ministerium tun ? Welche Maßnahmen sollte es ergreifen ?
     
  4. blackduffy

    blackduffy Morgenmuffel

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    Hi,

    eine konkrete Vorstellung wie das Ministerium reagieren könnte, habe ich im Moment zwar nicht, könnte mir aber eine bessere Kontrolle der ärztlichen "Fähigkeiten" vorstellen.
    Nur mal so als Beispiel:
    Jeder LKW-Fahrer muss sich ab einem Alter von 50 Jahren auf eigene Kosten untersuchen lassen, um belegen zu können, dass er seinem Beruf noch gewachsen ist. Er könnte ja sonst eine Gefahr darstellen, wenn er mit schlechten Augen, mangelnder Reaktionsfähigkeit etc. in seinem Brummi auf die Menschheit losgelassen wird.

    Aber wer kontrolliert die Ärzte, die Gutachter, die nicht selten über ein Schicksal oder gar Leben entscheiden?

    Wenn alle nur im stillen Kämmerlein jammern und schimpfen, bringt das mit Sicherheit nichts (außer der eigenen Wut im Bach, ich nehme mich selber da gar nicht aus...).

    Wenn's auch nur ein kleiner Beitrag ist: Ich mach' mit (hab' ich ja schon angekündigt)!!!

    LG - Biene
     
  5. Frank_Stuttgart

    Frank_Stuttgart Neues Mitglied

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    Ich stelle diese Frage deshalb, weil ich (wie immer) der Meinung bin, man muss am richtigen Hebel ansetzen, die richtige Stelle erreichen, sonst ist es zwecklos.

    Eine Kontrolle / Überprüfung der Gutachter wäre eine Möglichkeit, ein Ziel.

    Aber:
    Es ist entweder Ländersache oder Aufgabe der Selbstverwaltung (also Abteilung Qualitätssicherung der Ärztekammern). Das Bundesministerium hat darauf keinen Einfluss. Gesetzgeberisch möglicherweise, aber auch nur soweit es nicht Sache der Länder ist.

    Die Gutachter vom Gesundheitsamt / Landratsamt unterliegen den Ländern und nicht dem Bund. Zuständiger Dienstherr ist das jeweilige Sozialministerium des Landes.
     
  6. blackduffy

    blackduffy Morgenmuffel

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    Ja, schon richtig...!
    Aaaber: Wie sollte man's dann angehen?

    Wenn man jeden erstmal auffordern müsste, sich seine zuständige Stelle rauszusuchen, käme wahrscheinlich nicht viel dabei raus (behaupte ich jetzt einfach mal).

    Dann wären wir wohl ganz schnell wieder bei der bringt-ja-doch-nix-Mentalität.

    Vereinzelte Beschwerden gehen bestimmt unter - die Masse macht's.
    Auf welche Art und Weise sollte man den Aufstand denn dann proben?