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Arbeitssuche/Schwerbehindertenausweis

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von Lecram, 28. Februar 2004.

  1. Lecram

    Lecram Neues Mitglied

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    Hallo ihr alle!

    Nachdem ich jetzt endlich meine Abi-Prüfungen hinter mir habe und mein Gesundheitszustand sich kurz davor - wie ein kleines Wunder - wieder stabilisiert hatte (danke nochmal für eure damaligen Tipps; es war wohl eine langwierige Infektion, die nach 3 Wochen dann langsam verschwand; Blutwerte normalisierten sich dann auch wieder), hab ich schon wieder eine andere Frage.
    Sie betrifft das Arbeitsrecht und den Schwerbehindertenausweis. Ich bin jetzt nämlich ziemlich verwirrt.

    Derzeit kämpfe ich um einen Schwerbehindertenausweis, um gewisse Vorteile bei Bewerbungen im Öffentlichen Dienst zu erhalten. Leider dauert das so lange, dass es mir nicht mehr so viel bringt, wie eigentlich gedacht, da ich jetzt schon die ganzen Einstellungstest hab/hatte ohne bevorteiligt zu werden.
    Diese Woche war ich das erste Mal bei der Rheuma-Liga, die mich eigentlich für das Widerspruchsverfahren unterstützen sollte, das nun schon eingeleitet wurde.
    Und nun die völlige Verwirrung: Dort wurde mir davon abgeraten, da ich - sollte es mit den Bewerbungen nicht klappen, was ja in der heutigen Wirtschaftslage sehr wahrscheinlich ist - keine Chancen auf einen Einstieg in den Arbeitsmarkt haben würde. Niemand will junge rheumatische Schwerbehinderte einstellen. Selbst der Öffentliche Dienst sei angeblich nicht so wild darauf, da er automatisch sehr viele Schwerbehinderte bekommt, wenn eigene Mitarbeiter im Alter erkanken.
    Schön und gut, das war zwar ein Stoß vor den Kopf, aber dann kam das 2. Problem:
    Selbst wenn ich keinen Ausweis hätte, den ich ja wahrheitsgemäß angeben müsste, bin ich anscheinend bei allen Arbeitgebern dazu verpflichtet, meine Einschränkungen (die man ja auch teilweise nicht verstecken kann...humpeln usw.) anzugeben. Im Klartext heißt das, dass ich eigentlich nirgendwo eingestellt werden würde. Jeder Arbeitgeber würde lieber erst Gesunde vorziehen mit wenig Fehltagen usw. Was hab ich denn dann für eine Zukunft? Ich würde schließlich gerne arbeiten, aber natürlich hab ich Einschränkungen.

    Und dann hab ich noch eine Frage, die mich mal interessieren würde: Angenommen, das bereits eingeleitete Widerspruchsverfahren erbringt einen Schwerbehindertenausweis.
    Könnte ich dann nicht - rein theoretisch - einfach sagen, dass es mir plötzlich besser geht, auch wenn es nicht stimmt. Dann wird er mir wieder abgenommen und irgendwann, wenn ich dann doch irgendwo, irgendwie einen Job hab, könnte ich ihn wieder beantragen? Vermutlich lässt sich das Versorgungsamt auf solche Spielchen aber nicht so schnell ein, oder?
    Na ja, aber wenn ich eh unter Wahrheitspflicht stehe, ist es ja fast egal, ob ich einen Ausweis hab oder nicht - genommen wird man ja sowieso nicht.
    Irgendwie ein Teufelskreis...
    Vielleicht wisst ihr ja mehr...würde mich sehr über jegliche Tipps freuen.

    Viele Grüße,
    Marcel
     
  2. anika

    anika Neues Mitglied

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    Ausweis

    Hallo Marcel,

    es ist sicher nicht leicht den richtigen Weg zu finden, doch ich kann nur sagen, daß nach meiner Erfahrung nach es am besten ist immer mit offenen Karten zu spielen, da die Behinderung bei dir ja nicht richtig zu verbergen ist, ist es auf jeden Fall besser einen Ausweis zu haben, da du so einen Beitrag zum erreichen der Quote leisten kannst, außerdem wird ( auf jeden Fall im öffentl Dienst) bei der Bewerbung eines Schwerbehinderten der Vertrauensmann(-frau) zugezogen, der auch bei den Vorstellungsgesprächen dabei ist und dafür Sorge trägt, daß Du bei gleicher Eignung auch genommen wirst. Bei mir hat es damals geklappt und ich möchte dir Mut machen offen mit deiner Erkrankung umzugehen, aber auch herauszuheben, was du alles leisten kann

    Laß dich nicht unterkriegen, ich wünsche Dir viel Erfolg und einen langen Atem

    Anika
     
  3. trombone

    trombone die Schreibtischtäterin

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    Hallo Marcel,

    Du brauchst bei Deiner Bewerbung nicht zwingend anzugeben, dass Du einen Schwerbehindertenausweis besitzt - allerdings kannst Du dann auch nicht alle Vorteile des Ausweises nutzen - wie z.B. die 5-Tage-mehr-Urlaub und den minimal besseren Kündigungsschutz. Die Steuererleichterung kannst Du in diesem Fall dann über die Steuererklärung geltend machen (in diesem Fall solltest Du Dir keinen Freibetrag auf Deiner Steuerkarte eintragen lassen).

    Gruß
    Birgit
     
  4. nofre

    nofre Neues Mitglied

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    Hallo Marcel,

    auch nach meiner Erfahrung ist es besser, nicht gleich mit dem Schwerbehindertenausweis zu winken. Es besteht keine Mitteilungspflicht (dazu gibt es einige Infos im Netz, habe jetzt keine Quelle zur Hand, google einfach mal). Es sollte allerdings offensichtlich sein, dass Du die Arbeit mit Deiner Behinderung ausführen kannst. Wenn Du allerdings danach gefragt wirst, musst Du ehrlich antworten, sonst wäre es arglistige Täuschung und Du müsstest mit einer Kündigung rechnen.

    Dann kann ich Dir noch den Tipp geben, Dich mal beim Arbeitsamt (für Schwerbehinderte: Integrationsdienst) beraten zu lassen, wenn Du dann Deinen Ausweis hast oder 30 %. Dort ist man sehr engagiert und hilfsbereit. Sie werden sicher mit Dir gemeinsam einen Weg finden.

    Ich wünsche Dir alles Gute.
     
  5. liebelein

    liebelein Carpe Diem.....

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    anforderung einer kostenlosen broschüre...

    an alle betroffenen und interessierten:

    bestellt euch doch einfach mal die kostenlose informationsbroschüre bei landesversorgungsamt.

    hab es am 26.2 gemacht und heute schon im briefkasten erhalten:

    Von: liebelein.....
    Datum: Donnerstag, 26. Februar 2004 20:25:47
    An: post@lvr.de
    Betreff: anforderung einer broschüre

    sehr geehrte damen und herren,

    bin durch einen betroffenen darauf aufmerksam gemacht worden, das es eine broschüre gibt

    "Behinderung und Ausweis"(Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung - Hauptfürsorgestelle )


    möchte sie nun bitten, mir diese broschüre zur verfügung zu stellen.

    bedanke mich recht herzlich im voraus und verbleibe mit den besten wünschen zum hoffentlich erholsamen wochenende

    adresse einfügen und ab geht es....




    vielleicht kann der ein oder andere ja was damit anfangen.....!

    toi toi toi

    liebi

    (eine informationsplficht unaufgefordert besteht wirklich nicht. nur darfst du bei fragen nicht lügen.aber arbeitsamt und integrationsabtl. etc. ist schon ein guter hinweis....):D

    hier auch nochmal der link zur internetsite anhaltspunkte für die gutachterliche tätigkeit....
     
    #5 28. Februar 2004
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2004
  6. Lecram

    Lecram Neues Mitglied

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    Hallo zusammen!

    Danke für eure Antworten!

    Also ich hab jetzt, nachdem ich ne Münze geworfen hab ;) ,einfach mal letzte Woche den Widerspruch eingereicht. Nun muss das Schicksal entscheiden, ob ich einen Schwerbehindertenausweis bekomme oder nicht. Hauptsache, die Entscheidung wird zügig getroffen.

    Danke für den Tipp mit der Broschüre. So eine ähnliche hab ich schon, allerdings ist da meist alles für im Arbeitsleben stehende Personen beschrieben. Aber ich werd sie mir mal anfordern.
    Es ist halt nur merkwürdig, dass selbst die Rheuma-Liga nicht so konkret weiß, wie man sich verhalten soll.
    Aber ihr habt recht, natürlich werd ich meine Krankheit erwähnen. Leider vermute ich bloß sehr stark, dass man dann gleich aussortiert wird.

    Ist schon ziemlich doof, dass man als junger Kranker kaum die Möglichkeit hat, irgendwie Fuß zu fassen. Man kriegt erschwert Jobs, Versicherungen wollen einen auch nicht und Beratungsstellen widersprechen sich. Na ja, aber ich werd mich jetzt vielleicht (nochmal) mit dem Arbeitsamt in Verbindung setzen, die 30% hab ich ja eh schon.

    Viele Grüße,
    Marcel
     
  7. Mike

    Mike Guest

    Hallo,
    würdet Ihr denn Weg zum Ausweis empfehlen?
    Ich habe das Pech das ich in meinem Lebenslauf ein Jahr Reha zwischen habe und wenn ich das da raus lasse, habe ich trotzdem meine Umschulung stehen. Da kommt immer die Frage warum ich denn Umgeschult habe. Bei dem Wort Rheuma habe ich mit meine jungen 27 Jahren, bei meinen Bewerbungen, nur schlechte Erfahrungen gemacht. Ich bin immer froh wenn ich keine schriftliche Bewerbung einreichen muss/brauch.

    Nur jetzt mal meine Frage, ich bekomme ohne Ausweis, aber mit son nem Loch im Lebenslauf keine Arbeit und mit Ausweis bestimmt auch nicht viel leichter. Sollte ich da einfach nen Ausweis beantragen oder doch lieber sein lassen? Mir sagte jetzt bei meiner Kur, die Ärztin, die Leute der Ergotherapie und alle anderen das man es, bei dem Arbeitmarkt, nicht machen sollte, aber so wirklich drauf festmnageln wollt sich da auch keiner, weil ich halt so auch schwierigkeiten habe mit der Jobfindung.


    Bis denne,
    Mike