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Antreibslos und müde

Dieses Thema im Forum "Austausch für und mit Angehörigen" wurde erstellt von Marion2012, 14. Juli 2011.

  1. Marion2012

    Marion2012 Registrierter Benutzer

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    Hallo ich lese seit einigen Woche Eure Beiträge und habe mich gestern im Forum angemeldet.
    Ich mache mir große Sorgen um meinen Lebensgefährten. :confused: Vor ca. 2 Jahren wurde bei ihm bereits im Blut festgestellt, dass er an Rheuma erkranken wird.
    Seit Mitte April d. Jahres steht die Diagnose chronische Polyarthritis fest.
    In den 2 Jahren hat Andy sehr viel gearbeitet (nicht körperlich, aber geistig).
    Er ist in der Wissenschaft tätig und auch ziemlich viel beruflich unterwegs um Vorträge zu halten. Seine Arbeit hat ihm immer sehr viel Freude bereitet. Er war gerne auf Reisen geschäftlich und auch privat. Trotz der vielen Arbeit auch immer gut drauf. Mit Freunden immer mal gerne gefeiert.
    Jetzt erkenne ich ihn kaum wieder. Er ist total antriebslos und seit fast 3 Monaten nur noch müde. Zum Arbeiten muss er sich richtig aufraffen. Kann diese Krankheit auch durch Überarbeitung und Stress ausbrechen? Wie ist das mit der Antriebslosigkeit und Müdigkeit, kommt das von den Medikamenten ([FONT=&quot]Sulfasalazin Heyl, [/FONT][FONT=&quot][FONT=&quot]Prednisolon[/FONT][/FONT][FONT=&quot] aas 10mg[/FONT] + Kortison)? Weiter hat er Probleme mit erhöhtem Blutdruck (Votum 20mg) und mit der Schilddrüse (
    [FONT=&quot][FONT=&quot][/FONT][/FONT][FONT=&quot][/FONT][FONT=&quot][FONT=&quot]L[/FONT][FONT=&quot]-[/FONT][FONT=&quot]Thyroxin[/FONT][FONT=&quot] Henning [/FONT][/FONT][FONT=&quot]75)[/FONT]. Seit Monaten wacht er auf und hat steife Finger und in unterschiedlichen Abständen hat er Schmerzen im Handgelenk, in der Hüfte und im Schultergelenk. Sein Rheumatologe teilte ihm mit, dass die Basistherapie erst in ca. 6 Monaten anschlägt. Könnt Ihr mir aus Erfahrung sagen, ob dieser Zustand sich dann wieder bessert?
    Es ist sehr schlimm, diesen Zustand zu akzeptieren. Kann ich irgendetwas tun, das ihm hilft? :vb_confused:

    Ich wünsche Euch allen eine lange schmerzfreie Zeit. ;)

    Lg Marion
     
  2. Brundhilde

    Brundhilde Brundhilde

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    Du kannst Verständnis zeigen ohne ihn zu bemuttern. Leider ist sein Zustand "normal"- so blöd das klingt für Außenstehende. Rheuma- egal welche Form- ist ein Energieräuber. Der Körper kämpft ständig mit irgendwelchen Entzündungen. Stell Dir mal vor, Du bekommst nen grippalen Infekt. So richtig fies mit Gliederschmerzen, Müdigkeit.- völlig groggy- so geht es uns ständig. Vielleicht kannste das verstehen. Dazu kommen noch die Schmerzen und das "Nicht-Wahr-Haben-Wollen".
    Ob das vom Stress kommt, kann ich nicht beurteilen. Das wurde mir auch eingeredet, aber beim ersten Schub hattei ch keinen Stress.
    Ich hab vorher auch so 12-14 h / Tag gearbeitet und es hat mir Spass gemacht. Jetzt schlafe ich auf dem Spielplatz ein, wenn ich mit meinen Jungen da bin und brauche ewig für einen ganz noirmales Schreiben- hätte ich vor 2 Jahen mit links, 40 Fieber und nachts um 4 .00 Uhr gemacht. Die Konzentration lässt nach und alles, wirklich alles ist furchtbar anstrengend- auch das, wprüber man sonst nie nachgedacht hat. Morgens duschen? Haare machen?- alles Probleme....
    Ich hoffe für Euch, das die Basismedikation bald greift und er wenig Schmerzen hat.
     
  3. Louise1203

    Louise1203 Gesperrter Benutzer

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    Hallo Marion2012,

    erstmal herzlich Willkommen hier bei R-O. Ich finde es sehr gut, dass Du Dich so um Deinen Partner sorgst.

    Ich stimme Brunhilde zu, was ihre Schilderung betrifft. Aber Stress kann sehr wohl einen Schub auslösen. Musste ich leider selber am eigenen Leib feststellen.........:rolleyes::rolleyes:
    Es bleibt bei mir nur noch die Devise: Ruhig bleiben.......Leichter gesagt als getan.....

    Auch ich würde an Deiner Stelle den Partner nicht bemuttern. Er muss leider lernen, einfach mal zu fragen, wenn ihm was nicht gelingt. Ist ein harter Lernprozess.

    Ich wünsche Euch Beiden alles Gute.

    Liebe Grüsse

    Louise
     
  4. Lupus-Frau

    Lupus-Frau Neues Mitglied

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    Hallo Marion,

    bei uns (ich :SLE seit über 20 Jahren, er:nix) läuft es wie folgt ab:

    Er fragt mich jeden Morgen wie es mir geht. Das ist für mich dann eine "Bestandsaufnahme", ich wandere mit der Aufmerksamkeit durch den Körper.
    Das war es dann eigentlich auch schon seinerseits.
    Wenn ich etwas benötige, z.B. ein Glas aufzuschrauben, mir etwas aus dem Schrank zu holen, die Melone zu vierteln....,dann bitte ich ihn darum. Aufdrängen tut er sich nicht.
    Es gibt Tage, da jammere ich etwas mehr, aber das kommentiert er nicht.
    Er hört aufmerksam zu.
    Er äußert sich aber, wenn sich mein Zustand verschlechtert.

    Wie Louise gerade schrieb, Dein Partner muss einen Lernprozeß durchlaufen. Bei mir hat er sich über viele Jahre erstreckt. Sich mit der Krankheit auseinandersetzen, sich belesen, die Krankheit und sich selbst in diesem "Zustand" akzeptieren. Seinen Alltag so gut wie möglich einrichten. Lernen, dass jedes Tief auch mal ein Ende hat, auch wenn es erst nach einem Jahr sein sollte.
    Lernen, auch andere um Hilfe zu bitten. Lernen, mal Fünfe gerade sein zu lassen.
    Erkennen, was einem gut tut und was nicht. Sich nicht zu rechtfertigen. Und und und.

    Ich wünsche euch beiden alles Gute, viel Liebe und Kraft.

    Lupus-Frau
     
  5. Marion2012

    Marion2012 Registrierter Benutzer

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    Antriebslos und müde

    Hallo Mädels,

    vielen Dank für Eure netten Beiträge und Wünsche.
    Es hat mich sehr gefreut, dass Ihr mir so schnell geschrieben habt. :)
    Aus Euren Zeilen lese ich, dass wir erst einmal lernen müssen mit dieser Krankheit umzugehen. Was mir im Moment noch sehr schwer fällt. Ich bin gewöhnt, dass Andy gerne arbeitet (er liebt seinen Job) und das Leben.
    Sein Motto: wer viel arbeitet, der braucht auch Urlaub und Entspannung. Irgendwann können wir nicht mehr.
    Soll das jetzt mit 44+48J schon zu Ende sein!!!
    In den 6 Jahren in denen wir uns kennen war immer er die treibende Kraft.
    Ich war sozusagen die "Bremse" und war lieber mal zu Hause als unterwegs.
    Anfang August haben wir 6 Tage Helsinki gebucht. Ich kann Euch sagen das war ein "kleines Drama" (nicht böse gemeint) bis wir das unter Dach und Fach hatten. So kenne ich meinen A. überhaupt nicht.

    Zu Eurem Thema bemuttern möchte ich sagen, dass ich das auch nicht will und kann. Wir leben in getrennten Wohnorten (10km entfernt). A. hat eine kleine 2-Zimmerwohnung und ich bewohne mit meinem Sohn (19J) und meiner Mutter ein Zweifamilienhaus. Unter anderem bin ich berufstätig.
    Sicherlich möchte ich ihm soviel wie möglich an Arbeit abnehmen und leide schon sehr mit ihm.
    Ich versuche ihm auch Mut zu zusprechen, dass sich die Situation nach Wirkung der Medis bestimmt wieder ändert. Leider habe ich in dem Forum auch Beiträge gelesen die nicht so positiv waren.

    Danke Brunhilde, dass Du mir versucht hast den Zustand von RA zu erklären.
    Sicherlich kann ich mich da ein wenig hinein versetzen.

    Ich wünsche Euch ein schönes WE

    Viele Grüße Marion
     
  6. Marly

    Marly Bekanntes Mitglied

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    Hallo Marion,

    ich glaube für meinen Mann war und ist es manchmal auch immer noch schwer mit meiner Erkrankung und der meiner Tochter umzugehen.
    Wir haben lange gebraucht, bis er das "Helfersyndrom" abgelegt und ich mir angewöhnt habe ihn um Hilfe zu bitten, ohne mir doof dabei vorzukommen, weil ich vor ein paar Jahren noch alles alleine konnte.
    Jetzt läuft das so ab, dass ich sage, wenn es mir schlecht geht, oder mir irgendwas zuviel ist oder ich ihn brauche. Er läßt mich dann in Ruhe oder er hilft mir, je nachdem.
    Manchmal klappt das nicht, wir sind eben auch nur Menschen:)

    Ich kann mir keinen besseren Partner vorstellen!

    Was mir wirklich richtig viel geholfen hat war eine Therapie (Verhaltenstherapie) in der ich erst einmal herausgefunden habe, wo meine Grenzen sind, was ich für Bedürfnisse habe und was mir am Besten hilft.
    Ich kann das nur empfehlen und es hat mir richtig Spaß gemacht, soviel über mich zu lernen und für meinen Mann war das auch ganz wichtig, das zu lernen und so machen wir uns das Leben so schön es geht und lassen uns nicht stressen.

    Liebe Grüße und alles Gute!
     
  7. Lupus-Frau

    Lupus-Frau Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    :claps: So soll es sein.

    Lieben Gruß

    Lupus-Frau
     
  8. Marion2012

    Marion2012 Registrierter Benutzer

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    Hallo Marly,

    danke für Deinen Beitrag.
    Ich habe wirklich sehr großen Respekt vor Euch allen. Wie Ihr trotz den Schmerzen und den "Tiefs" in Eurem Leben den Alltag so toll meistert.
    Es ist schön einen Partner an seiner Seite zu haben, der Verständisvoll ist.

    Wo findet man solche "Verhaltenstherapien"? Kann da der behandelnde Arzt Tips geben? War das bei Euch eine Paartherapie?
    Tut mir leid wenn ich so viele Fragen stelle. Für uns ist die Situation noch zu neu um uns da zurecht zufinden. Mein Lebensgefährte war jetzt auch erst das 2. Mal bei seinem Rheumadok. Eigentlich warten wir erstmal ab, ob und wann die Basismedikamente zu wirken beginnen. Seine Schmerzen sind im Moment nicht so das Problem, sondern die Müdigkeit und besonders der Antrieb zum Arbeiten fehlt.

    Deine Einstellung finde ich SUPER!!![​IMG]

    Viele Grüße auch Dir und Deiner Familie alles Gute

    Marion