1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies. Weitere Informationen

Antrag auf Behindertenausweis stellen?

Dieses Thema im Forum "Schwerbehinderung" wurde erstellt von Minika, 14. April 2016.

  1. Minika

    Minika Neues Mitglied

    Registriert seit:
    14. April 2016
    Beiträge:
    23
    Zustimmungen:
    0
    Hallo

    der Rheumatologe hat mir geraten, einen Antrag auf einen Behindertenausweis zu stellen. Ich bin mir aber nicht sicher, ob meine Beschwerden ausreichen.

    Ich nehme seit Weihnachten Quensyl und Cortison, seitdem haben sich die Beschwerden deutlich verändert.
    Vorher waren in letzter Zeit praktisch ständig Gelenk- und Muskelbeschwerden da. Teilweise auch richtig stark, z.B. war es abends manchmal nicht mehr möglich, eine Tür zu öffnen, ich mußte dann Hosen mit Gummizug anziehen, weil ich den Reißverschluß nicht mehr aufbekommen habe u.ä.

    Jetzt mit den Medikamenten ist es deutlich besser. Die Beschwerden sind tagsüber oft komplett weg, kommen meistens nur noch abends. Und es scheint wetterabhängig zu sein. Bei stabilem gleichmässigen Wetter hatte ich jetzt auch beschwerdefreie Tage.

    Was allerdings ist, meine Muskeln sind nicht mehr belastungsfähig. Wenn ich z.B. in der Arbeit eine ungewohnte Arbeit machen muß, läuft später Wasser in die belasteten Muskeln, diese werden steinart und total steif. Und es schmerzt tierisch. Das kann bei allen Muskeln passieren. Allgemein ist meine Muskulatur extrem verspannt und neigt sehr stark zu Krämpfen.
    Auch habe ich oft nicht mehr so viel Kraft z.B. in den Händen. Ohne Aufmachhilfe bekomme ich kein Glas, manchmal auch keine Flasche mehr auf.
    Z.B. mache ich keine Joga- oder ähnlichen Kurse mehr mit, weil ich eh die halbe Zeit nichts machen kann.

    Dazu kommen andere Baustellen, z.B. endokrine Orthiopatie, dadurch sind die Augen extrem empfindlich, vertragen keine Sonne, sind immer trocken, tränen sehr schnell.
    Oder Morbus Basedow, hier überschneiden sich die Symptome mit dem SLE, ich kann hier nicht wirklich zuordnen, wer was auslöst.
    Dazu kommt noch ein Bandscheibenvorfall, der mir im normalen Leben eher wenig Probleme macht. Solange ich mich bewege, läßt mich der allerdings in Ruhe. Was er aber gar nicht mag, ist reines Sitzen, Stehen ( höchstens 20 Min. möglich), und liegen auch nur so 7 Std. Tagelanges Liegen z.B. im Krankenhaus ist gaaaanz übel.
    Hier gibt es nur ältere Röntgenbilder, würde es Sinn machen, die mal zu erneuern?

    Im Augenblick habe ich noch ständig Entzündungen im Brustbereich, aber da hoffe ich doch sehr stark, das sich das wieder gibt. Weil wenn das so bleibt wie jetzt, kann ich mein bisheriges Leben komplett wegwerfen.

    Würdet ihr das probieren?

    LG Minika
     
  2. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

    Registriert seit:
    15. Februar 2011
    Beiträge:
    6.250
    Zustimmungen:
    43
    Ort:
    Niedersachsen
    Auf jeden Fall!
    Schau dich mal im Forum um, da gibts etliche Beiträge zum Thema.
     
  3. Clara07

    Clara07 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Oktober 2011
    Beiträge:
    1.155
    Zustimmungen:
    0
    Hallo Minika,

    willkommen im forum.

    Anerkennung als Schwerbehinderter ist so eine Sache. Ob du das machst, ist deine Sache.

    Dein Arzt scheint zu sehen, dass du diese Anerkennung bekommen kannst. Sie bringt einige Vorteile. Unter anderem wird es sehr schwer dir zu kündigen.

    Du musst allerdings deinem jetzigen Arbeitgeber, wie auch bei Bewerbungen auf andere Arbeitsplätze immer dann deine Schwerbehinderung angeben, sofern sie für deinen Arbeitsbereich relevant würde.

    Ich habe mich für den Schwerbehindertenausweis entschieden, als mir klar wurde, dass früher oder später meine häufigen Einschränkungen und Krankentage Fragen aufwerfen. Weiß die Firma von der Behinderung, kann sie sich besser darauf einstellen, gegebenenfalls auch Unterstützung vom Amt etwa für einen geeigneten Schreibtisch einfordern und muss keine Strafe für zu wenig Behindertenarbeitsplätze zahlen.

    Liebe Grüße
    Clara
     
  4. Waldmensch

    Waldmensch Sozialkämpfer

    Registriert seit:
    13. Juni 2007
    Beiträge:
    649
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Du kannst gerne einen Antrag stellen. Hier musst du deine Einschränkungen, welche du täglich hast, gut und präzise darlegen. Für den GdB sind Diagnosen die eine Seite, die Einschränkung die andere. Soll heißen,dass man viele Diagnosen haben kann, es aber nur für 10 % GdB reicht. Es werden also "nur" die Einschränkungen bewertet.

    Insgesamt sollte/muss man überlegen, ob ein GdB sinnvoll ist. Neben den Vorzügen bei Kündigung etc. hat er auch Nachteile. So wird der GdB in der Gesellschaft als Makel betrachtet. Eine Suche nach Arbeit stellt sich schwieriger da.

    Überlege dir inwieweit der Antrag in dein Leben passt. Am Ende sind bestimmte Werte zu erreichen. Das sind 30 % und 50% GdB. Bei erstem kann man eine Gleichstellung beantragen und bei den 50% gilt man als schwerbehindert.

    LG
    Waldi
     
  5. Maggy63

    Maggy63 Kreativmonster

    Registriert seit:
    15. Februar 2011
    Beiträge:
    6.250
    Zustimmungen:
    43
    Ort:
    Niedersachsen
    Wieso Makel? Hab ich noch nirgends festgestellt.
     
  6. Waldmensch

    Waldmensch Sozialkämpfer

    Registriert seit:
    13. Juni 2007
    Beiträge:
    649
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Sachsen
    Dann gehörst du @Maggy63 zu den glücklichen, denen hier noch nichts entgegen kam. Leider ist es traurige Wahrheit in unserer Gesellschaft, dass Behinderte wie eine 2. oder 3. Wahl betrachtet werden. Meine Frau hat einige Jahre als Inclusionsbeauftragte gearbeitet. Nur sehr wenige Arbeitgeber sind offen an diesem Punkt!
    Anmerken möchte ich noch, dass es auch ein Unterschied ist ob man die Behinderung offen sieht!
    Sicher wird in den Anzeigen für Arbeitsstellen der altbekannte Satz am Ende eingefügt " Behinderte werden bevorzugt eingestellt, wenn sie für die Stelle keine Einschränkungen vorweisen.(Kurzform)". Letztlich ist dies nur eine notwendige Floskel, die mit angegeben werden muss bei Tätigkeiten im öffentl. Dienst etc.. Vorteilige Bevorzugung einer Bewerbung ist in den allermeisten Fällen nicht vorhanden.

    LG
    Waldi
     
  7. moi66

    moi66 Mitglied

    Registriert seit:
    23. März 2014
    Beiträge:
    483
    Zustimmungen:
    0
    "klein" anfangen?

    Ist vielleicht eine sehr blöde Frage.. meine Schwester liegt mir in den Ohren, ich solle doch wenigstens versuchen, einen Antrag zu stellen.
    Es ist sehr klar, dass ich auf keinen Fall auf den GdB 50 komme, dafür geht's mir (noch) viel zu gut. Hat jemand Erfahrung damit, dass es leichter ist eine Höherstufung zu bekommen als komplett neu zu beantragen, wenns einem erst mal so richtig schlecht geht?
    Meine aktuellen Diagnosen sind Morbus Bechterew (ohne Versteifung der Wirbelsäule), autoimmune Gastritis, idiopatische Pankreatitis und Facettengelenksyndrom.
    Grundsätzlich haben alle Diagnosen das Potential zur Verschlechterung.. muss aber nicht passieren.
    Ich hab eine sichere Stelle im öffentlichen Dienst, erneute Jobsuche ist praktisch ausgeschlossen.
     
  8. Jürgen

    Jürgen Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    515
    Zustimmungen:
    2
    Ort:
    Rheinbach
    Hi,

    ich kann Deiner Schwester nur zustimmen. Häufig wird erst einmal ein Minimum gewährt und ich habe den Eindruck, dass es sich grundsätzlich lohnt einen Widerspruch einzulegen. Sollten sich Deine Beschwerden verschlechtern ist es grundsätzlich möglich einen Änderungsantrag zu stellen. Bedenken sollte man, dass man dann auch runtergestuft werden kann.

    Einen Versuch ist es allemal wert und ab 50 gibt es 5 Tage mehr Urlaub.

    Viele Grüße
    Jürgen
     
  9. moi66

    moi66 Mitglied

    Registriert seit:
    23. März 2014
    Beiträge:
    483
    Zustimmungen:
    0
    Danke Jürgen!
     
  10. merre

    merre Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    30. April 2003
    Beiträge:
    3.877
    Zustimmungen:
    13
    Ort:
    Berlin
    GdB

    Hi, ich mache das seit Jahren ehrenamtlich (eigentlich den ganzen sozialen Bereich). Anträge, Widersprüche u.s.w.
    Ich habe die ganzen Grundsätze und Richtlinien aufn Rechner (von den Ämtern).
    Wenn magst schick mir mal ne PN, sprechen wir das ab, Alles sehr umfangreich und schwierig.

    "merre"
     
  11. KarlSpecht

    KarlSpecht Neues Mitglied

    Registriert seit:
    13. September 2016
    Beiträge:
    3
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Fürth
    Was passiert denn genau, wenn es "nur" für nur für 10 % GdB reicht?

    Werden hier andere Vor und Nachteile erscheinen? Oder bleiben die Nachteile immer dieselben?
     
  12. Grenzwolf

    Grenzwolf Mitglied

    Registriert seit:
    17. Juni 2009
    Beiträge:
    227
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    an der Küste, wo es wunderschön ist
    @ Karl Specht

    Eine Feststellung über den GdB wird erst ab einem Grad von 20 ( Gesamt GdB ) ausgestellt.Auch der Nachteilsausgleich ( Freibetrag bei der Steuer ) greift erst bei einem GdB von 30 .
    Ab GdB 30-40 kann man über die Agentur für Arbeit eine Gleichstellung beantragen. Dort müssen entsprechende Gründe vorliegen um eine Gleichstellung zu erhalten ( Erheblich Fehlzeiten durch Krankheit, Leistungseinschränkungen ) um da einige zu nennen. Auch wird der Arbeitgeber und die Personalvertretung, ggf. Schwerbehindertenvertretung darüber informiert und um eine Stellungnahme gebeten, ob die Angaben so auch bestätigt werden können.

    Grundsätzlich ist ein Einzel GdB von 10 ( der sich im Feststellungsbescheid ganz hinten findet ) ein Wert, auf dem man bei einem Verschlimmerungsantrag aufbauen kann. In die Berechnung fließen auch mehrere Einzel GdB von 10 nicht hinein .

    Anm.: Von meinem Erstantrag vor sechs Jahren mit einen Einstieg bei GdB 30 bis März 2016 ( GdB 50 ) , incl. Klage hat man sich mit der Materie schon extrem befassen müssen. Vor allem dann wenn eine Klage ohne Rechtsbeistand und ohne Verbände ( z.B. Vdk ) durchgezogen wird.


    @ Minika

    Bei der Bewertung von Rheuma kommt es bei den zig verschiedenen Formen schon auf die Einschränkungen an, die einen täglich begleiten.
    Eine internistische Rheumatologin konnte bei mir z.B. keine Verformung der Gelenke erkennen, denn bei internistischen Rheumatologen steht in erster Linie der Blutwert ( Rheumafaktoren ) im Vordergrund.Da es aber auch " seronegative " Patienten gibt.....hatte ich dort in deren Augen kein Rheuma. Ein orthopädischer Rheumatologe konnte es sogar auf drei Meter Entfernung erkennen.
    Ausschlaggebend waren im Endeffekt die Therapiefolgen durch MTX und weitere Erkrankungen.
     
    #12 28. September 2016
    Zuletzt bearbeitet: 28. September 2016