ANCA-assoziierte Vaskulitiden - Neuere Aspekte der Entstehung

Dieses Thema im Forum "Literatur - Bücher und Publikationen" wurde erstellt von Stine, 3. Juni 2012.

  1. Stine

    Stine Moderatorin

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    ANCA-assoziierte Vaskulitiden - Neuere Aspekte der Entstehung

    Zusammenfassung - Abstract:
    Nephrologe 2012-7:192-199
    Copyright: Springer-Verlag 2012

    A. Schreiber - M. Choi - R. Kettritz

    Antineutrophile zytoplasmatische Antikörper (ANCA) finden sich bei Patienten mit Vaskulitiden der kleinen Gefäße und isolierter nekrotisierender extrakapillär-proliferativer Glomerulonephritis. Die Entstehung der ANCA ist Folge einer komplexen Interaktion zwischen Antigenpräsentation, T- und B-Zellen. Die Hauptzielantigene sind Proteinase 3 (PR3) und Myeloperoxidase (MPO). Hinsichtlich der ANCA-Antigene wurden neue Befunde für das lysosomal assoziierte Membranprotein-2 (LAMP-2), den Membran-PR3-Komplex und die epigenetischen Regulationen der PR3-und MPO-Transkription erhoben. Die Rolle von T-Zellen ist wenig verstanden, wobei sich die Rolle verschiedener CD4+T-Zell-Typen herauskristallisiert. Ein komplementäres PR3-Protein wurde identifiziert, das neben der Bildung antiidiotypischer PR3-ANCA auch Antikörper gegen Bestandteile der Gerinnungskaskade hervorruft. Mit der Bildung DNA-haltiger, "neutrophil extracellular traps" (NETs) der Aktivierung einer spezifischen Phosphatidylinositol-4-Kinase-Isoform und der neutrophilen serinproteaseabhängigen Interleukin-1ß-Generation wurden weitere wichtige Effektfunktionen von ANCA-stimulierten Neutrophilen und Monozyten identifiziert. Tiermodelle erlauben es, auf diese neuen Moleküle ausgerichtete Behandlungsstrategien zu testen.

    Fazit für die Praxis:
    - Neben den klinisch etablierten ANCA-Antigenen PR3 und MPO existieren weitere Antigene
    - Es besteht ein Netzwerk aus ANCA-Antigenen, ANCA- und antiidiotypischen Antikörpern, die      klinische Befunde bei Patienten mit aktiver ANCA-Vaskulitis erklären können, wie am Beispiel thromboembolischer Ereignisse diskutiert.
    - Die Identifizierung funktioneller Signalwege und Mediatormoleküle ermöglicht die Testung neuer spezifischer Therapieansätze.

    Mit freundlicher Erlaubnis des Springer-Verlags auszugsweise übernommen.
     
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