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Amitriptylin und Schmerzwahrnehmung...wie funktioniert das nun genau ?

Dieses Thema im Forum "Allgemeines und Begleiterkrankungen" wurde erstellt von tigge1979, 12. August 2005.

  1. tigge1979

    tigge1979 Guest

    Hallo zusammen, ihr Lieben,

    ich lese immer wieder, dass die Patienten, die mit Amitriptylin behandelt werden, zwar nicht weniger Schmerzen haben, jedoch macht es ihnen nicht mehr so viel aus.

    Über die schlafanstossende Wirkung müssen wir uns gar nicht unterhalten; das funktioniert zumindest bei mir, wie ich jetzt glücklich feststellte.

    ABER:

    Jeder meiner Ärzte hat folgende Meinung und auch in vielen Artikeln, die ich über die Fibromyalgie und Amitriptylin gelesen habe, wird es beschrieben:

    Amitriptylin wirkt erst stimmungsaufhellend ab einer Gabe von mindestens 75 mg.

    Wir Fibrokranken nehmen ja - so denke ich - zwischen 10 mg und 50 mg Amitriptylin ein. Ich habe noch von niemandem gehört, der an die 75 mg oder sogar darüber einnimmt.

    Wie also soll das funktionieren, dass der Schmerz uns nicht mehr traurig macht ? Es GIBT doch KEINEN Einfluss auf die Stimmung bei unseren geringen Dosierungen.

    Wer weiß dazu mehr ? Mich würde die Erklärung wirklich sehr interessieren.

    Lieben Dank und herzliche Grüße mit den besten Wünschen für einen möglichst angenehmen Tag



    Manuela

    P.S.:
    Bei mir bewirkt Amitriptylin meiner Meinung nach eine Steigerung der Schmerzmittelwirkung. Wenn ich Amitriptylin erhöhe, sagen wir um 2,5 mg oder 5 mg, dann brauche ich weniger Schmerzmittel, habe aber auch deutlichen Überhang morgens. Deswegen dosiere ich Amitriptylin nur höher, wenn ich in einem Schub stecke.
     
  2. ulli51

    ulli51 Neues Mitglied

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    Hallöchen,
    wenn ich die Aufgabe der Antidepressiva in der Rheumatologie und besonders bei Fibro richtig verstanden habe, dann sollen sie das sog. Schmerzgedächtnis zu durchbrechen helfen.Ich zitiere einfach mal aus dem Merkblatt der Rheuma-Liga zu Fibro : Die Medikamentengruppe der Antidepressiva zeigt bei gut der Hälfte der PatientInnen zumindest über einige Zeit Erfolge im Sinne einer Besserung des Nachtschlafes und einer Verringerung der Schmerzen. Die Dosis ist bei der Behandelung der Fibromyalgie deutlich niedriger als im Einsatz gegen Depressionen und wird hier nicht als AntiDepressivum verwendet.
    Sie sollen wohl, so Erklärung der Ärzte, die Beeinflussung von Überträgerstoffen im Gehirn übernehmen, und so in den Schmerzkreislauf eingreifen können.
    Hoffe, ich selbst habe das alles richtig verstanden.
    Bei mir hilfts vorerst wenigstens, dass ich besser schlafen kann. Was ja auch schon was wert ist!!

    Wenn hier was nicht stimmt, bitte ich um Korrektur oder Ergänzung, bin ja auch Neuling auf dem Gebiet!
    [​IMG]
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Von Ulrike
     
  3. Marie2

    Marie2 nobody is perfect ;)

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    hi,

    ich nehme nur 2 mg amitriptylin gegen fibro.
    würde ich sehr viel mehr nehmen, würde ich glatt ins koma fallen :D
    auch wenn es sich vielleicht für einige hier komisch anhört,
    diese 2 tropfen sind für mich zu spüren, mein fibro ist einfach ruhiger.
    erhöhe ich auf 3 mg merke ich es sofort.


    lieben gruss marie

    nachtrag: kein wunder, dass ich mit so wenig ausgekommen bin,
    ich hatte kein fibromyalgiesyndrom.
     
    #3 12. August 2005
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2015
  4. Kristina cux.

    Kristina cux. Küstenkind

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    Hi,


    also ich nehme seit gut 12 tagen 10mg Amitriptylin. Zum schlafen ist es echt super. Ich kann seitdem ich es nehme viel besser schlafen, doch die Schmerzen werden dadurch nicht viel weniger gegen die Fibro.



    Liebe Grüße

    Kristina
     
  5. Lissi

    Lissi Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich nehme auch Amitriptylin und zwar 25 mg am Abend, seit ich es nehme kann ich nachts meistens sehr gut schlafen, die Schmerzen sind zwar nicht weniger geworden, aber alleine durch den bessern nächtlichen Schlaf geht es mir psychisch besser, ich glaube man erträgt dann auch öfter den Schmerz etwas besser.

    Liebe Grüße
    Lissi
     
  6. pumuckl

    pumuckl (Sym)Badisches Mädel

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    Seit ca. 1 1/2 Jahren nehme ich 30mg Amitriptylinoxid (der Zusatzstoff oxid soll sich positiv gegen Kopfschmerzen auswirken). Ich schlafe nicht nur viel besser, auch meine bis dahin oft depressive Stimmung ist so gut wie verschwunden. Ohne zusätzliche Schmerzmittel komme ich allerdings nicht aus.
    Die Mundtrockenheit, die das Amitriptylin verursacht stört mich ein bisschen, nehme es aber gerne in Kauf, dafür besser zu schlafen.
     
  7. Rubin

    Rubin Mitglied

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    Amitriptilyn

    Hallo zusammen,

    seit einigen Jahren nehme ich abends 25 mg Amitriptylin und kann danach wieder gut schlafen. Jetzt bin ich gerade dabei A. zu reduzieren. Muß ich, genau wie bei Cortison, in kleinen Schritten ausschleichen, oder läßt sich die Dosis unbedenklich reduzieren?

    Wer hat schon entsprechende Erfahrungen gemacht?

    Einen vergnüglichen Tag noch.....

    R u b i n
     
  8. Lucia2801

    Lucia2801 Lucia2801

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    Antidepressiva


    Hallöchen!

    Ich habe 5 Jahre lang Amitriptylin gegen meine Fibromyalgie genommen,und davon 30 Kilo zugelegt.Ich habe Retardkapseln in 25mg drei Mal täglich genommen.Also kam ich auch immer auf 75mg.Ich konnte von dem Medikament super schlafen,morgens hatte ich aber immer Probleme mit dem aufstehen.Ein niedergelassener Schmerztherapeut hat mir mal erklärt,dass zur reinen Schmerztherapie abends 17,5 mg ausreichen.Da ich aber auch unter Depressionen leide,wurde es bei mir gleich höher angesetzt.Merkst Du denn auch etwas von Heißhungerattacken?Ich hab das Amitriptylin nun gegen Imipramin eingetauscht.Es hat die gleiche positive Wirkung auf Schmerzen,aber es macht keine Heißhungerattacken.Von dem Imipramin schlafe ich auch super,und komme morgens Gott sei Dank besser aus dem Bett.Ich hoffe,ich konnte Dir ein wenig weiter helfen.
    Ach so,ich habe ungefähr 50% weniger Schmerzen durch das Antidepressiva.
    Gruß und schönes Wochenende
    Petra
     
  9. smashy

    smashy Neues Mitglied

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    Hallo,

    hier steht was interessantes über den Umgang mit Antidepressiva bei Fibro:

    http://www.rheuma-online.de/news/artikel/fibromyalgie-therapie-von-schmerz-und-depression-trennen.html

    Ich selbst habe auch das Amitriptylin eine Zeit lang genommen. Die höchste Dosis lag bei 45mg. Aber nur recht kurz. Allerdings haben sie bei mir nach den ersten drei bis vier Wochen überhaupt nicht angeschlagen und hab es wieder abgesetzt. Außer das ich zugenommen hatte, hab ich nichts feststellen können.

    Grüße,
    smashy
     
  10. smashy

    smashy Neues Mitglied

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    ach, noch kurz zu Deiner Frage, wie das mit der Schmerzwahrnehmung funktioniert. Mein Doc meinte damals, das das Amitriptylin direkt am "Verarbeitungsort des Gehirns von Schmerzen" ansetzt, also im Thalamus. Schmerzen sind ja lauter kleine Stromschläge, wenn diese immer wieder an den Thalamus gesendet werden, entsteht dadurch der chronische Effekt (ein Teufelskreislauf von Impulsen). Auch wenn es in Wirklichkeit nicht weh tut, empfindet man Schmerzen - damit ist man aber kein Hypochonder ;)

    Das Medi soll dann tatsächlich den Schmerz-Erinnerungs-Kreislauf durchbrechen, dadurch soll das Schmerzempfinden gehemmt werden.
     
  11. tigge1979

    tigge1979 Guest

    Herzlichen Dank für eure Antworten, ihr Lieben.


    Smashy, Dir danke ich sehr für die Ausführungen über die Schmerzwahrnehmung. Selbst ich als Laie konnte das nun verstehen - wirklich herzlichen Dank !
    Du schreibst auch über Gewichtszunahme unter Amitriptylin....ich habe das nun schon so oft gelesen, aber bei mir scheint genau das Gegenteil der Fall zu sein. Seitdem ich meine Medis nehme (momentan bin ich bei 32,5 mg Amitriptylin), habe ich 9 Kilo abgenommen. Tendenz fallend.....9 Kilo in 3,5 Monaten ist für mich eine Menge. Ich bin 1,70 m groß und wiege nun nur noch 55 Kilo.

    Beim Cortison vorher war es genau andersherum. Ich habe innerhalb kürzester Zeit 10 kg zugenommen. Aber das scheint auch häufiger ein Problem zu sein.
    Jedenfalls ist es immer interessant zu sehen, wie unterschiedlich wir auf die Medikamente reagieren, oder ?

    Übrigens habe ich auch erst nach 6 Wochen eine Besserung meines Schlafverhaltens festgestellt. Mittlerweile merke ich einen deutlichen Unterschied zu vorher. Ich kann wieder bis zu 8 Stunden voll durchschlafen; vorher waren es höchstens vier Stunden und dann lag ich noch ewig vorher wach.

    Vielleicht solltest Du es in Absprache mit Deinem Doc noch einmal versuchen und Dir ein wenig mehr Zeit geben ? Oder Du wechselst das Medikament, es gibt ja noch Alternativen unter den Antidepressivas.

    Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute; wir lesen uns aber ja auch sicherlich noch häufiger hier im Forum ;)

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    Liebe Petra, auch Dir vielen Dank für Deine Antwort. Wie Du in meiner Antwort an Smashy schon sehen kannst, ist es bei mir genau anders herum - ich nehme ab statt zu.

    Anfangs hatte ich auch Probleme, morgens ordentlich aus dem Bett zu kommen. Meinem Doc zufolge sind das Anpassungsschwierigkeiten, die man einfach in Kauf nehmen muss. So kämpfte ich als gut vier Wochen morgens mit einem Überhang und Schwindel, aber mittlerweile hat sich das komplett gegeben. Nur an Tagen, an denen ich spät im Bett und morgens früh hoch war, "schwindele" ich noch :)

    Schön, dass Du nun ein für Dich passendes Medikament gefunden hast. Ich wünsche Dir auch für die Zukunft alles Gute und freue mich, bald wieder von Dir zu lesen.

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    Hallo Rubin, auch für Deine Antwort vielen Dank. Ich kann immer nur von mir aus sprechen; ich jedenfalls habe die Erfahrung gemacht, dass ich lieber langsam das Amitriptylin runterdosiere, also in 2,5 mg-Schritten. Sonst holen mich die Schlafprobleme zügig wieder ein, und das möchte ich ja nun wirklich nicht.

    Ich wünsche Dir auch alles Liebe.

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    Hallo Pumuckl, ja, mit der Mundtrockenheit sprichst Du auch eines meiner Probleme an. Bei mir sind sämtliche Schleimhäute oft ausgetrocknet, besonders Mund und Nase. Das ist manchmal wirklich lästig, vergeht aber zum Glück rasch wieder - und was tut man nicht alles für guten Schlaf ;) ?

    Ich freue mich, dass Du so gut mit dem Medikament zurecht kommst.

    Bis bald und herzlichen Dank für Deine Antwort.

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    Lissi, ich habe die gleichen Empfindungen wie Du. Der Schmerz ist nicht wirklich weniger, aber wenn man gut geschlafen hat, geht man entspannter in den Tag und die Schmerzen nerven nicht gleich am Anfang schon sehr.

    Ich denke, jeder von uns hat die Erfahrung gemacht:

    Wenn man gut geschlafen hat, fühlt man sich ausgeruht und frisch und kommt mit den Belastungen des Alltags besser zurecht.

    Wenn man eine unruhige Nacht voller Hin- und Herwälzen hinter sich hat, dann braucht man mich beispielsweise morgens nur schief ansehen und ich gehe in die Luft wie ein Kastenteufel. Manchmal plagt mich leider noch mein Temperament :) ....

    Im Prinzip kann man anhand der Antworten wirklich einen eindeutigen Trend erkennen - die Gewichtszunahme scheint doch wirklich bei mehreren ein Problem zu sein, dafür hilft es aber auch bei vielen zum besseren Schlafen.

    Ich hoffe, dass es Dir im Moment so gut wie möglich geht. Bis bald und ich freue mich auf unseren nächsten Kontakt.

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    Kristina und Marie, hallo - ihr beiden Lieben.

    Kristina, ich freue mich auch sehr für Dich, dass Amitriptylin bei Dir genauso gut hilft wie bei mir. Wir haben uns das aber auch verdient, dass mal etwas anschlägt, hm ? :)

    Hoffentlich bis bald..... und lass es Dir gut gehen.

    Marie, das klingt überhaupt nicht merkwürdig, dass Du mit nur zwei Tropfen auskommst. Das ist doch prima !! Ich freue mich wirklich, dass Du nicht sonst wieviel nehmen musst, sondern mit einer niedrigen Dosierung auskommst. Das ist wirklich phantastisch :)

    Jeder Mensch hat doch eine andere Wahrnehmung, andere Empfindungen. Schön, dass Du Dich so gut kennst um zu wissen, was Dir genügt und am meisten Hilfe bringt.

    Bis bald, liebe Marie, ich freue mich auf ein "Wiederlesen".

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    Liebe Ulrike, ein Hallo von einem Neuling zum anderen Neuling :D

    Du scheinst Dich auch wirklich kundig gemacht zu haben und ich freue mich, dass Du Dein Wissen mit mir teilst. Nun habe ich die Zusammenhänge wirklich gut verstanden.

    Ich hoffe, dass Du weiterhin gut mit der Erkrankung zurechtkommst und ich hoffe ebenfalls, dass wir uns hier noch öfter lesen.

    Vielen herzlichen Dank auch für Deine Antwort und alles Liebe auch für Dich.