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Adventsgedichte/Geschichten usw.

Dieses Thema im Forum "Kaffeeklatsch" wurde erstellt von Mabe, 17. Oktober 2009.

  1. Mabe

    Mabe Neues Mitglied

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    Hallo ihr Lieben
    Es gibt hier viele Themen wie: schöne Sprüche/Lebensweisheiten oder Gedichte usw. Da ich total gerne in diesen treads rumstöbere und den ein oder anderen Spruch für mich nutze frage ich, ob wir auch einen zur Adventszeit aufmachen können?
    Habt ihr Lust auf so ein Thema? Ja? Dann hätte ich auch was zum lesen:p:p

    Gruß und schönes Wochenende
    Martina
     
  2. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Der Weihnachtsteller

    Eine Weihnachtsgeschichte Der Weihnachtsteller
    Barbara Pronnet

    Als ich zusammen mit meinen gleichaussehenden Kollegen in den bunten
    Weihnachtsteller gelegt wurde, war mir schnell klar, jetzt heißt es warten und reifen bis zum Fest. Ich roch herrlich nach Butter und Rum und meine Zuckerglasur stand mir besonders gut.
    "He" rief ein dicker Marzipankartoffel neben mir "mach dich nicht so breit."
    "Du mußt reden", beschwerte sich eine herrlich aussehende Kokosmakrone rechts von mir, "du machst dich doch breit wie ein fetter Christstollen". Sie lächelte mir freundlich zu und ich strahlte zurück. Was wäre wohl, träumte ich, wenn wir unsere Zutaten zusammenmischten?
    Es käme bestimmt etwas besonders süßes heraus.

    Ich sah mich um. Ein bischen eng wars schon auf diesem bunten Teller, aber die Farbenpracht und der Geruch waren
    einmalig. Ich freute mich schon auf den großen Tag. Wenn eine kleine Kinderhand nach mir greift und mich genußvoll verschlang.
    Das ist eben für uns Plätzchen die Krönung. Meine nette Kokosmakrone neben mir war eingeschlafen. Ihr zarter Duft machte mich ganz schwindelig.

    "Bist du neu hier"? Ich äugte nach links oben von wo diese tiefe Stimme kam und schaute auf den wohl bestgelungensten Gewürzlebkuchen aller Zeiten.
    Er trotze nur so vor Korinten, Rosinen und Schokostückchen.
    "Ja, ich bin noch ganz warm" sagte ich.
    "Du siehst sehr appetitlich aus, so rund und saftig" lobte er mich.
    "Danke, aber nichts gegen dich. Du bist fantastsich." Der Lebkuchen räkelte
    sich richtig unter meinem Kompliment. "Stimmt ich bin wirklich gut gelungen.
    Die Hausherrin probierte ein neues Rezept. Sie hat sich sehr viel Mühe gegeben".
    "Ach Papperlapapp" schimpfte der dicke Marzipankartoffel auf ein Neues, "Ihr mit eurem Geschwätz. Spätestens bis zum 2. Weihnachtsfeiertag werdet ihr einfach in volle Bäuche gestopft und keiner wird sich mehr an eure Aussehen erinnern, oder an eurem Geruch. Ihr seid eingebildete Narren."
    "Vielleicht hast Du recht", pflichtete ich ihm bei, "aber unsere Aufgabe ist es nun mal gut auszusehen und zu schmecken."
    "Wenn du so weiter meckerst", lachte ein Butterplätzchen schräg oben von uns, "wird dich keiner mehr vernaschen, weil du nämlich bis dahin sauer geworden bist."
    Wir lachten alle schallend und der Marzipankartoffel wurde ganz dunkelbraun vor Wut. Meine süße Kokosmakrone war aufgewacht und hatte uns eine Weile wortlos zugehört.
    "Versteht Ihr denn den Sinn dieses Festes überhaupt nicht? Es geht doch nicht darum, wer am besten gelungen ist , die schönste Farbe hat und am leckersten schmeckt. Oder wer den besten Platz im runden Teller hat. Wichtig ist nur, daß wir alle wie wir hier liegen, Freude bereiten und dazu-
    beitragen, daß es ein gelungenens und frohes Fest wird.

    Und wenn wir uns bis dahin alle vertragen werden sich unsere Aromen vermischen und wir alle werden unvergesslich schmecken. "
    Viele Liebe
    Gitta
     
  3. Gitta

    Gitta Aktives Mitglied

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    Truthahn mit Wiskey.

    Gänsebraten mit Whisky

    Man kaufe eine Gans von 5 kg (für 6 Personen) und eine Flasche Whisky.

    Dazu noch Salz, Pfeffer, Olivenöl und Speckstreifen.

    Ofen auf 200 Grad einstellen. Dann ein Glas Whisky einschenken und auf gutes
    Gelingen trinken.

    Anschließend die Gans auf einem Backblech in den Ofen schieben.
    Nun schenke man sich zwei schnelle Gläser Whisky ein und trinke wieder auf
    gutes Gelingen.

    Den Thermostat nach 20 min. auf 250 Grad stellen, damit es ordentlich brummt.
    Danach schenke man sich weitere drei Whisky ein.

    Nach halm Schdunde öffnen,wenden und den Braten überwachn. Die Fisskieflasche errgreiff unn sich eins hinner die Binde kippn.

    Nachner weiteren albernen Schdunnde langsam bis zzum Ofn hinschlendern uhnd die
    Trute rumwenden.

    Draauf achtn, sisch nich die Hann zu vabrenn an die Schaiss-Ohfndür.
    Sisch waidere ffünff odda siehm Wixki innen Glas unn dann un so.
    Die Drute weehrent drrai Schunn`nt (iss auch egal) waideabraan un all ssehn Minudn pinkeln.

    Wenn üerntwi möchlisch, ssum Vooorel hinkrieschn unn den Ohwn aus`m Viech ziehn.

    Nommal ein Schlugg geneemign un anschliesnt wida fasuchn, das Biest raszukr`n.

    Den fadammt`n Vooorel vom Boden aufläsn unn uff ner Bladde hinrichten.

    Aufbasse, dass nich Ausrutschn aufff`m schaißffetichn Küchnboon. Wenn sisch droßdem nitt fameidn tuut, fasuhn wida aufssuschichtn oder so hahahais allesjaescheißeegal!!

    Ein wenig schlafen. Am nächsten Tag den Truthahn mit Mayonaise und Aspirin kalt essen

    Wie jedes Jahr:

    guten Hunger
    Gitta
    Das Rezept ist für mich so etwas wie "dinner fore one"
     
  4. Mabe

    Mabe Neues Mitglied

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    Der kleine Engel Benedikt

    Benedikt, der kleine Engel mit den roten Pausbäckchen war überglücklich. Dieses Jahr war er doch tatsächlich von der Himmelskommission, aus der Schar der Engel, für eine heißbegehrte Aufgabe ausgewählt worden, nämlich am Heiligen Abend dem Weihnachtsmann beim Verteilen der Geschenke zu helfen. Wirklich, überglücklich war er. Schon seit Wochen wurde in der Himmelswerkstatt über nichts anderes gesprochen als darüber, wer am 24. Dezember mit auf die Erde dürfte. Dem Weihnachtsmann zu helfen war etwas Tolles, etwas ganz Besonderes.
    Schon die Fahrt mit dem Schlitten und den Rentieren davor - allen voran Rudolf - war ein außergewöhnliches Erlebnis. Klar war leider auch, dass viele kleine Engel gebraucht wurden um die Himmelswerkstatt wieder aufzuräumen, das Chaos zu beseitigen, das durch die Arbeiten für Weihnachten in den Werkstätten und in der Bäckerei entstanden war. Es mussten ja auch die Wolkenbetten aufgeschüttelt und die Sterne blank geputzt werden und viele Arbeiten mehr standen an. All die nicht immer geliebten Arbeiten, die aber irgendwann gemacht werden mussten.

    Alle Kinder wissen, wovon hier die Rede ist. Und darum träumten alle Engel davon, einmal als Helfer des Weihnachtsmannes mit auf die Erde zu dürfen.
    Benedikt hatte es also geschafft, dieses Mal war er ausgesucht worden. Sein Glück war für ihn unfassbar. Wo er doch dieses Jahr sehr oft bei der Weihnachtsbäckerei ermahnt worden war nicht so viel vom Teig und den Plätzchen zu naschen. Es war nicht so, dass der Aufsichtsführende Engel es ihm nicht gönnte, jedoch waren die Wangen unseres kleinen Benedikts schon ganz schön gerundet und das Bäuchlein wurde auch ein wenig kugelig. Man kann sagen, Engel Benedikt war ganz groß darin, Sätze wie "Benedikt, gleich kriegst Du Bauchweh!" zu überhören. Und die Rangelei mit seinem Freund, dem Engel Elias, weil dieser ihn "Mopsi" genannt hatte, hatte er auch in die hinterste Schublade seines Denkens gepackt. All zu viele Ermahnungen bedeuten nichts Gutes, bedeuteten letzten Endes das Verbot einer Lieblingsbeschäftigung, meistens für eine ganz schön lange Zeit. Na, da hatte man wohl dieses Jahr ein Auge - wenn nicht sogar zwei - zugedrückt!

    Pünktlich am 24. Dezember stand der Schlitten mit den Rentieren, die mit den Hufen scharrten, vor dem Himmelstor. Viele Engel hatten sich versammelt, um ihnen nachzuwinken. Der Weihnachtsmann ließ die Peitsche knallen und mit lautem Schlittenglockengeläut ging es auf einem extrabreiten, glitzernden und glänzenden Mondstrahl hinunter auf die Erde. Rudolf versuchte sich in ein paar Extrasprüngen - er hatte wohl zu lange im Stall gestanden - was den Schlitten kurzfristig auf einen "Zick-Zack- Kurs" brachte. Engel Benedikt fand das toll. Es würde ein langer Abend werden mit vielen Arbeitsstunden und so hatte der Weihnachtsbäckerei-Engel Engel Benedikt, die goldene Himmelsnaschdose voller köstlicher Leckereien, wie Marzipan- Kartoffeln, Schokoladenlebkuchen, Zimtsterne, Butterspekulatius zur Stärkung mitgegeben und beim Füllen hineingetan, was Engel Benedikt am liebsten mochte. Selig drückte er sie nun mit seinen dicken Patschhänden an sein Bäuchlein und kuschelte sich höchst zufrieden ein wenig an den Weihnachtsmann, um sich im nächsten Moment wieder kerzengerade aufzusetzen; schließlich war er als "Weihnachtsmann - Helfer - Engel" schon beinahe ein großer Engel! Auf der Erde sah es so schön aus. Es schneite sacht - die dafür zuständigen Engel hatten wohl doch noch ein paar Tonnen voller Schnee im äußersten Winkel des Himmelsgefrierraumes gefunden. Der Schnee knirschte leise beim Betreten der Wege. Sanft leuchtete das Licht aus den Häusern und ließ den Schnee auf Straßen, Häusern und Bäumen glitzern. Kirchenglocken läuteten und verbreiteten eine festliche Stimmung. Sogar der Wind hatte sein ansonsten stürmisches Temperament gezügelt und war kaum spürbar. Engel Benedikt vermutete, er war auf dem Weg, sich zur Ruhe zu legen.
    Schon viele Stunden waren der Weihnachtsmann und sein kleiner Helfer unterwegs. Die Freude der Kinder, ihre glänzenden Augen, die friedliche Stimmung von alten und jungen Menschen, der milde Glanz der Kerzen aus den Wohnstubenfenstern hatte ihnen immer wieder neue Kraft gegeben. Jetzt hatten sie nur noch ein einziges nicht allzu großes Geschenk zu einer Wohnung im letzen Wohnblock einer Straße zu bringen.

    Schon ein bisschen ermüdet gingen der Weihnachtsmann und Engel Benedikt am Fenster dieser Wohnung vorbei. Das Fenster war einen Spalt zum Lüften geöffnet worden. Engel Benedikt sah in das Wohnzimmer. Der Weihnachtsmann und er sahen ein Ehepaar mit einem kleinem etwa 7 Jahre alten Jungen. Der Junge sah sehr dünn und blass aus und beide Eltern stützten ihn liebevoll, als sie vom Esstisch zum Sofa gingen. Gerade beugte sich die Mutter über ihn und sagte: " Was für ein Glück für uns, dass Du doch schon zu Weihnachten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden konntest!" "Ja Mama" sagte der Junge, "das ist für mich das schönste Geschenk, mehr brauche ich eigentlich gar nicht." "Na, so ganz wird der Weihnachtsmann dich wohl nicht vergessen haben", sagte der Vater zu seinem Sohn. Der Weihnachtsmann ging zur Wohnungstür um das kleine bescheidene Paket hinzulegen. "Hier, leg die Keksdose dazu", flüstert der kleine Engel Benedikt und hob seine kleinen Arme mit den Köstlichkeiten in die Höhe um sie dem Weihnachtsmann zu geben. Es war sein voller Ernst und tat ihm eigentlich überhaupt nicht - na vielleicht ein winziges bisschen leid - was er aber ganz schnell unterdrückte. "Danke Bene, gut gemacht", flüsterte der Weihnachtsmann und strich Engel Benedikt sacht über den Kopf. Die Wangen des kleinen Engels glühten vor Stolz. Bene hatte der Weihnachtsmann zu ihm gesagt. "Bene" sagte sonst immer nur das Christkind zu ihm, wenn es ihn für besonders liebevolles Verhalten lobte.
    Nachdem der Weihnachtsmann nun alle Geschenke verteilt hatte, begaben sich beide auf den Weg zum Rentierschlitten, um die Rückreise anzutreten. Sie kamen am Fenster vorbei und sahen, wie der Junge sich besonders über die Keksdose freute und rief: "Mama, Papa, guckt doch mal, wie sie glänzt und glitzert, und hmmm, hier probiert mal die Kekse, sie sind köstlicher, nein, einfach himmlisch!" Der Weihnachtsmann und der kleine Engel lächelten sich an: "Wie recht er hat" sagte der kleine Engel glücklich.
    [FONT=&quot]Gerlinde Bartels[/FONT]
     
  5. Mabe

    Mabe Neues Mitglied

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    eine noch

    [FONT=&quot] [/FONT][FONT=&quot]Eine Weihnachtstraumgeschichte[/FONT]
    [FONT=&quot]Hinter der den Bergen blinzelte gerade die Sonne hervor. Sie trocknete gedankenverloren die letzten Regentropfen um sich herum, die sie manchmal weinen machten und breitete dann ihr wärmendes Gefieder aus. Sie umspannte den Horizont, der ihr zärtlich wohlgesonnen war. Alles war so unbegreiflich schön.[/FONT]
    [FONT=&quot]Auf den Feldern rieben sich die Erdbeeren den Schlaf aus den Augen. "Hmmm", machte die Sonne. Unter ihrer sanften Glut entfalteten sie ein wunderbares Aroma. Nun zogen neugierig die Zuckerwattewölkchen heran. Auch sie wollten den neuen Tag begrüßen, denn heute sollte ein - erst keimendes Pflänzchen - zur Blüte erwachen. Die Stille und die Freiheit waren wie von Sinnen. Der rauschende, kühle Gebirgsbach wusch sich immer klarer. Er war von schimmerndem Eisblau und wusste um seine Wirkung, seine überzogene Reinheit. "Guten Morgen, stolzes Wasser!" sagte die Erde. Die Gräser und Blumen würzten die frische Luft, die voller Lebenslust und Freude zu einem mächtigen Wind aufbrauste. Eine Spur zu übermütig. Die wilde Sahne am Himmel wirbelte durcheinander. [/FONT]
    [FONT=&quot]Erbost über so viel Untugend streute der Sand seine Körner aus. Die Blüten tanzten einen ungezügelten Reigen. Plötzlich glättete eine unbekannte Kraft die Wogen. Die Bäume ruhten von ihrem Schaukeln, die Stimmen der Blätter im Wind von ihren Schwingungen aus. Vorsichtig tastend lugte ein neuer Erdenbewohner hervor. Alles schaute und staunte und war ganz gerührt von soviel unmittelbarem Augenblick. Das Pflänzchen - man nennt es Liebe - hatte sich voll entfaltet. Die Blumen sangen Wiegenlieder im Takt des väterlichen Windes, erfüllt von Dankbarkeit gegenüber dem Wunder Natur. Und Mutter Sonne breitete wieder stolz ihre Arme aus. Noch nie hatte sie so gestrahlt wie an diesem Morgen unschätzbaren Glücks....[/FONT]
    [FONT=&quot]Auf der anderen Seite der Welt erwachte Karl unter der Brücke. Die Kälte in den Gliedern hatte seinen Körper steif gemacht. Nebel war über dem Flüsschen zu sehen, von der Sonne keine Spur. Er schnürte sein Bündel und trottete in ausgelatschten Pantoffeln die noch schlafende Gasse entlang. In der dritten Straße kam er an einer Abfalltonne vorbei. Er schaute mit müden Augen hinein und fand ein rotes warmes Gewand, das er sich hastig überstreifte. Mit gebücktem Rücken ging er weiter. Er musste sich mittlerweile durch hohen Schnee kämpfen, denn hier war der Pfad noch nicht so ausgetreten. [/FONT]
    [FONT=&quot]"Peng." Ein Schneeball hatte ihn direkt ins Gesicht getroffen. Es folgten lärmendes Kindergeschrei, ein Lachen, dann ein großer Schreck. "Peter spinnst du, jetzt hast du den Weihnachtsmann getroffen!" Besagter Peter begann kläglich zu weinen "Es gibt ihn doch, und ich hab gar nicht an ihn geglaubt und jetzt ist er bestimmt böse auf mich und ich bekomme keine Geschenke!" Die Mutter lächelte. "Kommen Sie doch heute Abend bei uns vorbei... Gartenstr. 29, sagen wir 19 Uhr." [/FONT]
    [FONT=&quot]Karl war verdutzt und schaute die engelgleiche Frau ungläubig an. "Doch wirklich", sagte sie nun, "ich würde mich sehr freuen!" Als Karl sich am Abend dem Haus mit der Nummer 29 näherte, wehte ihm der köstliche Duft von Bratäpfeln entgegen. Die Tür war nur angelehnt und so trat er beherzt ein. "Da sind Sie ja, wir haben sie schon erwartet!" klang es aus der Küche. Es wurde eine lange Weihnachtsnacht mit unbeschwertem Lachen und besinnlichen Gesprächen. Karl hatte seinen Glauben wiedergefunden. An das Gute im Menschen. An das Positive im Leben und Werden. Und Peter wusste nun, dass er doch existierte - derjenige, den die Kälte fast auffrisst und der von ganz tief unten dennoch den richtigen Weg findet. Als sich Karl zum Gehen wand, legte sich ihm eine Hand auf die Schulter. "Bleiben Sie! Sie haben diesem Haus die Freude zurückgegeben. Peters Mutter hatte einen Anruf erhalten. Ihr Mann würde aus Bosnien zurückkehren und wäre auf der Suche nach einem lebenserfahrenen Geschichtenerzähler in der Bücherei in der Nähe der Kirche. [/FONT]
    [FONT=&quot]So bekam Karl das Zimmer im Dachgeschoss. Karl, der sich früher so manche frostige Nacht unter der Brücke um die Ohren schlug, schrieb nun manchmal nächtelang in seinem warmen Stübchen. Ab und zu brachte Peter Schulfreunde mit nach Hause, die nur wegen Karl kamen um seine Geschichten zu hören. Diese Erkenntnis trieb Karl mehr als einmal Tränen der Rührung in die Augen, die er sich verstohlen wegwischte. Er lächelte über das ganze Gesicht und war unsagbar glücklich.[/FONT]
    [FONT=&quot]Und er erinnerte sich nur zu gern an den schicksalhaften Weihnachtsabend an dem die Sterne um die Wette strahlten. In jener Nacht voller Erleuchtung. [/FONT]
     
  6. samira2000

    samira2000 Neues Mitglied

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    Advent
    Rainer Maria Rilke (1875-1926)

    Es treibt der Wind im Winterwalde
    die Flockenherde wie ein Hirt
    und manche Tanne ahnt wie balde
    sie fromm und lichterheilig wird;
    und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
    streckt sie die Zweige hin - bereit
    und wehrt dem Wind und wächst entgegen
    der einen Nacht der Herrlichkeit.
     
  7. grossherzog

    grossherzog Neues Mitglied

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    Gedichte & Geschichten zu Weihnachten

    "Lieber Redakteur!
    Ich bin 8 Jahre alt. Einige meiner Freundinnen sagen immer, es gibt gar keinen Weihnachtsmann. Papa aber sagt: "Wenn es in 'The Sun' steht , dann ist es wahr." Bitte, sag mir doch die Wahrheit, gibt es einen Weihnachtsmann?
    Virginia O'Hanlon."

    Er antwortete der kleinen Virginia folgendes:

    "Virginia!

    Deine kleinen Freunde haben nicht recht. Sie glauben nur, was sie sehen; sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt.
    Deine Freundinnen und die anderen meinen, sie seien wer weiß wie klug, weil sie nur das für wirklich halten was sie mit ihren Augen sehen, mit ihren Händen greifen können - und wissen doch nicht wie wenig das ist.

    Ach, wie traurig wäre die Welt ohne Weihnachtsmann!
    So traurig, als ob es keine kleinen Virginias mehr gäbe, keine Märchen, keine Lieder, keine Dichter, die Geschichten schreiben - nur noch Leute, die niemals spielen, niemals lachen!

    Da wären wir doch allesamt verloren, und das Licht, das Ewige, das nie ausgeht, mit dem ihr Kinder die Welt erhellt und das mit jedem neuen Kindchen neu geboren wird, würde für immer erlöschen. Nun kleine Virginia, stell Dir einmal die die ganze weite Welt vor mit Bergen und Seen, Flüssen und Meeren und den endlosen Himmel darüber mit seinen vielen, vielen Sternen! Stell Dir einmal vor, was es da für Wesen gibt, im Wasser und in der Luft und auf der Erde! Der Mensch ist nur eines unter Tausenden und noch dazu ein winzig Kleines. Wie sollte dieser Mensch mit seinem kleinen Verstand alles sehen, alles erkennen, alles wissen!

    Ja, Virginia , es gibt einen Weihnachtsmann. So gewiss es, wie es Wärme und Fröhlichkeit, Liebe und Güte gibt, die man ja auch nicht mit seinen Augen sehen, mit seinen Händen greifen kann!

    Und doch gibt es sie - das fühlst Du doch - und bringen sie nicht Schönheit und Freude in Dein Leben?

    Du könntest Deinen Vater überreden, am Weihnachtsabend vor jeden Kamin einen Aufpasser zu stellen, um den Weihnachtsmann zu fangen - was würde es denn beweisen, wenn sie ihn nicht durch den Schornstein herabfahren sehen? Niemand sieht den Weihnachtsmann. Das beweist aber nicht, dass es ihn nicht gibt.

    Die wahrhaft wirklichen Dinge dieser Welt können weder Kinder noch Erwachsene sehen. Niemand kann die unsichtbaren Wunder der Welt begreifen!

    Niemand kann erklären, warum wir uns über eine Melodie, ein Gedicht, den Duft einer Blume, den Mondenschein freuen, warum sie unser Herz mit Glück erfüllen und warum die Menschen - mögen sie Kinder oder Erwachsene sein - sehr arm sind, die keinen Sinn für die unbegreiflichen Dinge haben.

    Über die unsichtbare Welt ist ein Schleier gebreitet, den selbst der stärkste Mann und nicht einmal die vereinte Kraft der stärksten Männer aller Zeiten zerreißen kann.

    Nur der Glaube und die Liebe können diesen Schleier ein wenig lüften und die dahinter verborgene übernatürliche Schönheit und Pracht erblicken.

    Ist dies alles Wirklichkeit? Oh, Virginia, es gibt nichts Wirklicheres und Beständigeres auf dieser Welt!
    Der Weihnachtsmann? Gott sei Dank, er lebt und wird ewig leben. Noch in 1000 Jahren, was sage ich, liebe Virginia, in 10 x 10.000 Jahren wird er da sein, um Kinder wie Dich und jedes offenes Herz mit Freude zu erfüllen.

    Frohe Weihnachten, Virginia.
     
  8. puffelhexe

    puffelhexe Bärenmama von Pedro

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    huhu!

    ne direkte weihnachtsgeschichte kenn ich nu nicht!

    aber die lief letztes jahr zur adventszeit im radio! vielleicht ist das ja jetzt ma so ähnlich!

    die hat einer mit der stimme von helmut kohl vorgelesen! vielleicht kennt die ja noch einer! ich hab sie mir damals ausgedruckt, kann sie aber nicht hier rein schreiben, weil sie irre lang ist.

    das war so eine lustige zungenbrecher quatsch geschichte von dem seppel mit dem scheppel und der schlapperklappenmappe und der plapperklappenpuppe!

    hoffentlich liest das jetzt keiner!!!...irgendwann sperrn se mich nochma ein!!!:D

    einen lieben gruß von der muffel puffel hexe
     
  9. Schnubbel

    Schnubbel Hunde-Katzen-Mama

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    Ich habe diese Geschichte entfernt, ich möchte keinen Ärger haben! Sorry!
     
    #9 27. Oktober 2009
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2009
  10. Schnubbel

    Schnubbel Hunde-Katzen-Mama

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    Der störrische Esel und die süße Distel

    Als der heilige Josef im Traum erfuhr, daß er mit seiner Familie vor der Bosheit des Herodes fliehen müsse, in dieser bösen Stunde weckte der Engel auch den Esel im Stall. »Steh auf!« sagte er von oben herab. »Du darfst die Jungfrau Maria mit dem Herrn nach Ägypten tragen.« Dem Esel gefiel das gar nicht. Er war kein sehr frommer Esel, sondern eher ein wenig störrisch im Gemüt. »Kannst du das nicht selber besorgen?« fragte er verdrossen. »Du hast doch Flügel, und ich muß alles auf meinem Buckel schleppen! Warum denn gleich nach Ägypten, so himmelweit!«
    »Sicher ist sicher!« sagte der Engel, und das war einer von den Sprüchen, die selbst einem Esel einleuchten müssen.
    Als er nun aus dem Stall trottete und zu sehen bekam, welch eine Fracht der heilige Josef für ihn zusammengetragen hatte, das Bettzeug für die Wöchnerin und einen Pack Windeln für das Kind, das Kistchen mit dem Gold der Könige und zwei Säcke mit Weihrauch und Myrrhe, einen Laib Käse und eine Stange Rauchfleisch von den Hirten, den Wasserschlauch, und schließlich Maria selbst mit dem Knaben, auch beide wohlgenährt, da fing er gleich wieder an, vor sich hinzumaulen. Es verstand ihn ja niemand außer dem Jesuskind.
    »Immer dasselbe«, sagte er, »bei solchen Bettelleuten! Mit nichts sind sie hergekommen, und schon haben sie eine Fuhre für zwei Paar Ochsen beisammen. Ich bin doch kein Heuwagen«, sagte der Esel, und so sah er auch wirklich aus, als ihn Josef am Halfter nahm, es waren kaum noch die Hufe zu sehen.
    Der Esel wölbte den Rücken, um die Last zurechtzuschieben, und dann wagte er einen Schritt, vorsichtig, weil er dachte, daß der Turm über ihm zusammenbrechen müsse, sobald er einen Fuß voransetzte. Aber seltsam, plötzlich fühlte er sich wunderbar leicht auf den Beinen, als ob er selber getragen würde, er tänzelte geradezu über Stock und Stein in der Finsternis.
    Nicht lange, und es ärgerte ihn auch das wieder. »Will man mir einen Spott antun?« brummte er. »Bin ich etwa nicht der einzige Esel in Bethlehem, der vier Gerstensäcke auf einmal tragen kann?« In seinem Zorn stemmte er plötzlich die Beine in den Sand und ging keinen Schritt mehr von der Stelle.
    »Wenn er mich jetzt auch noch schlägt«, dachte der Esel erbittert, »dann hat er seinen ganzen Kram im Graben liegen!«
    Allein, Josef schlug ihn nicht. Er griff unter das Bettzeug und suchte nach den Ohren des Esels, um ihn dazwischen zu kraulen. »Lauf noch ein wenig«, sagte der heilige Josef sanft, »wir rasten bald!«
    Daraufhin seufzte der Esel und setzte sich wieder in Trab. »So einer ist nun ein großer Heiliger«, dachte er, »und weiß nicht einmal, wie man einen Esel antreibt!«
    Mittlerweile war es Tag geworden, und die Sonne brannte heiß. Josef fand ein Gesträuch, das dürr und dornig in der Wüste stand, in seinem dürftigen Schatten wollte er Maria ruhen lassen. Er lud ab und schlug Feuer, um eine Suppe zu kochen, der Esel sah es voll Mißtrauen. Er wartete auf sein eigenes Futter, aber nur, damit er es verschmähen konnte. »Eher fresse ich meinen Schwanz«, murmelte er, »als euer staubiges Heu!«
    Es gab jedoch gar kein Heu, nicht einmal ein Maul voll Stroh, der heilige Josef in seiner Sorge um Weib und Kind hatte es rein vergessen. Sofort fiel den Esel ein unbändiger Hunger an. Er ließ seine Eingeweide so laut knurren, daß Josef entsetzt um sich blickte, weil er meinte, ein Löwe säße im Busch.
    Inzwischen war auch die Suppe gar geworden, und alle aßen davon, Maria aß, und Josef löffelte den Rest hinunter, und auch das Kind trank an der Brust seiner Mutter, und nur der Esel stand da und hatte kein einziges Hälmchen zu kauen. Es wuchs da überhaupt nichts, nur etliche Disteln im Geröll.
    »Gnädiger Herr!« sagte der Esel erbost und richtete eine lange Rede an das Jesuskind, eine Eselrede zwar, aber ausgekocht scharfsinnig und ungemein deutlich in allem, worüber die leidende Kreatur vor Gott zu klagen hat. »I-A!« schrie er am Schluß, das heißt: »so wahr ich ein Esel bin!« Das Kind hörte alles aufmerksam an. Als der Esel fertig war, beugte es sich herab und brach einen Diestelstengel, den bot es ihm an.
    »Gut!« sagte er, bis ins Innerste beleidigt. »So fresse ich eben eine Distel! Aber in deiner Weisheit wirst du voraussehen, was dann geschieht. Die Stacheln werden mir den Bauch zerstechen, so daß ich sterben muß, und dann seht zu, wie ihr nach Ägypten kommt!«
    Wütend biß er in das harte Kraut, und sogleich blieb ihm das Maul offen stehen. Denn die Distel schmeckte durchaus nicht, wie er es erwartet hatte, sondern nach süßestem Honigklee, nach würzigstem Gemüse. Niemand kann sich etwas derart Köstliches vorstellen, er wäre denn ein Esel. Für diesmal vergaß der Graue seinen ganzen Groll. Er legte seine langen Ohren andächtig über sich zusammen, was bei einem Esel so viel bedeutet, wie wenn unsereins die Hände faltet.
    Karl Heinrich Waggerl​
     
  11. samira2000

    samira2000 Neues Mitglied

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    Vor einiger Zeit, hat ein Mann seine 5 Jahre alte Tochter für das
    Vergeuden einer Rolle von kostspieligem Goldverpackungspapier bestraft.

    Das Geld war knapp und er wurde wütend, als das Kind das ganze Goldpapier
    verbraucht hatte, um eine Schachtel zu verzieren, um sie unter den
    Weihnachtsbaum zu legen. Dennoch brachte das kleine Mädchen am folgenden
    Morgen die Geschenksschachtel ihrem Vater und sagte: Das ist für dich,
    Papa.

    Der Vater war verlegen weil er am Vortag so überreagiert hatte. Er
    öffnete die Geschenksschachtel und wurde wieder sehr zornig, als er sah, dass
    diese leer war. Wütend sagte er zu ihr: Weißt du nicht, junge Dame, dass wenn
    man jemand ein Geschenk gibt, auch etwas in der Verpackung sein soll? Das
    kleine Mädchen betrachtete ihn mit Tränen in den Augen und sagte: Papa, sie ist
    nicht leer, ich hab so viele Bussis hineingegeben, bis sie ganz voll
    war. Der Vater war ganz zerknirscht. Er fiel auf seine Knie und legte seine
    Arme um sein kleines Mädchen, und bat sie, ihm seinen unnötigen Zorn zu
    verzeihen.

    Nur kurze Zeit später starb das kleine Mädchen bei einem Unfall.

    Nach dem Tod seines kleinen Mädchens behielt der Vater seinen ganzes Leben
    lang die Goldschachtel neben seinem Bett. Immer wenn er durch schwierige
    Probleme entmutigt wurde, öffnete er seine Goldschachtel und stellte sich vor
    einen Kuss von seinem kleinen Mädchen herausnehmen und erinnerte sich dabei an
    die Liebe des Kindes, die sie dort hineingegeben hatte.
     
  12. Mabe

    Mabe Neues Mitglied

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    da wird einem ganz anders ums herz wenn man die geschichten und gedichte liest.

    Hier noch etwas zum schmunzeln.
    Adventskalender


    Bestens bewährt hat sich in so einem Fall ein Bierkasten. Praktischerweise verfügen viele Bierkästen der 0.33-l-Klasse über 24 Flaschenplätze. Du gehst also folgendermaßen vor: :a_smil08:



    1.: Bierkasten kaufen
    2.: Flaschen 'rausnehmen und bei jeder Bastelstunde ein paar davon trinken
    3.: Kasten verkleiden - muß ja nicht sofort erkennbar sein
    4.: Frontblende basteln. Rastermaß für Löcher/Luken ist vorgegeben
    5.: Frontblende mit Farbe selbst gestalten oder entsprechende Folien aufkleben
    6.: Befüllen. Süßigkeiten, Parfum, Schmuck - durch die großen Fächer paßt wirklich viel 'rein
    7.: Solltest Du alles an einem Tag schaffen: Unbedingt den Freitag nehmen, damit Du zwei Tage ausnüchtern kannst. :cool::uhoh:


    Eher nicht zum nachmachen gedacht- aber der Wille zählt.
    Gruß
    Martina
     
  13. Mabe

    Mabe Neues Mitglied

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    Eine noch.

    [FONT=&quot]Mein wunderschöner Weihnachtstraum[/FONT]
    [FONT=&quot]Hans-Gerd Steiner[/FONT]
    [FONT=&quot]Ein herrlicher Abend, kein Lüftchen weht, kein Geräusch stört den lautlosen Frieden. Vereinzelt schweben dicke Schneeflocken in der windstillen Luft langsam zur Erde. Sie legen sich sanft auf die kahlen Bäume und Sträucher und geben ihnen einen weißen Mantel. Der Schnee verbreitet ein unwirkliches Licht und verzaubert damit die ganze Landschaft.[/FONT]
    [FONT=&quot]Ich spüre die Kälte nicht und ich weiß nicht, ob dies an meinem dicken Mantel und der Pudelmütze liegt oder an der friedlichen Wärme, die durch den Schnee ausgestrahlt wird. Auf einer Bank mache ich gerade soviel Platz vom Schnee frei, dass ich mich setzen kann.[/FONT]
    [FONT=&quot]Die Sterne am Himmel strahlen mich an und nur ab und zu wird unser Kontakt von einer kleinen, vorbei schwebenden Wolke unterbrochen. Und dann die Sternschnuppe, eine Sternschnuppe am Heiligen Abend! Ich darf mir etwas wünschen, wie in meinen Kindertagen vor Weihnachten. Ob der Wunsch in Erfüllung geht? "Ich wünsche mir, dass ich noch einmal Weihnachten als kleiner Junge erleben darf, wenn diese Zeiten auch längst vorbei sind!"Langsam werde ich müde und mein Kopf neigt sich auf die Brust. Die Augen fallen mir zu.[/FONT]
    [FONT=&quot]Was ist das? Ein kleiner Bengel bettelt meine Mutter an, sie möge ihm doch sagen, ob der Weihnachtsmann ihm ein paar Schlittschuhe bringen würde? Was hat der mit meiner Mutter zu tun? Und dann beschäftigt mich die Frage auf einmal so sehr, dass ich mich in dem kleinen Jungen wieder erkenne."Mama, sage doch einmal, du hast doch sicher mit dem Weihnachtsmann gesprochen", versuche ich es wieder. Meine Mutter lächelt nur und streicht mir sanft über den Kopf."Wenn ich es dir sage, dann bringt der Weihnachtsmann mir nichts", antwortet meine Mutter.[/FONT]
    [FONT=&quot]Trotz meiner Not höre ich auf zu fragen und gehe auch brav ins Bett, als meine Mutter mich ermahnt. Sogar Zähne putzen und waschen vergesse ich nicht, denn der Weihnachtsmann bringt nur artigen Kindern etwas. Wenn ich auch immer wieder die Augen offen halten möchte, es war so ein aufregender Tag, dass ich bald mit vor Aufregung glühenden Wangen einschlafe.[/FONT]
    [FONT=&quot]Und dann das Erwachen! Mami, Papi und meine ältere Schwester warten schon auf mich. Flugs will ich an ihnen vorbei zum Weihnachtsbaum, aber da hat mich mein Vater schon am Wickel. "Willst du, dass der Weihnachtsmann dein Geschenk wieder abholt", fragt er? Stimmt ja, da hätte ich mich gestern Abend ja gar nicht so sauber zu waschen brauchen, oder? Nun ja, sicher ist sicher. Also noch einmal. Vor lauter Aufregung vergesse ich nachzurechnen, für welche Zeit das denn ausreicht.[/FONT]
    [FONT=&quot]Endlich stehe ich in der Reihe meiner Familie und wir betreten das Wohnzimmer. Hell brennen die Wachskerzen am Baum und wir singen ein Weihnachtslied. Obwohl es ja nicht sein darf, taxiere ich die Päckchen unter dem Baum und schätze ab, welches eventuell die Schlittschuhe sein können. Papi ist gemein und teilt zuerst meiner Schwester ihre Geschenke aus. Aber dann komme ich. Im ersten Paket ist ein warmer Pulli von Mama. Um ihr zu zeigen, wie sehr er mir gefällt, ziehe ich ihn sofort an und gebe ihr einen Kuss. Sie strahlt und freut sich beinahe mehr über meinen Kuss als ich über den Pulli. Und dann kommt ein schweres Päckchen, es sind die heiß ersehnten Schlittschuhe. Ein Traum geht für mich in Erfüllung und so glücklich bin ich noch nie gewesen![/FONT]
    [FONT=&quot]"Hallo, hallo, wachen Sie doch endlich auf. Nein, der hat keinen Tropfen getrunken, nur etwas unterkühlt, wie mir scheint!" "Sicher so ein Obdachloser, Herr Doktor, wer setzt sich denn sonst bei dem Wetter nachts auf eine Bank?" "Also, nein, bei den Temperaturen um keinen Preis, Schwester!" "Auch nicht um die Erfüllung eines Traumes", frage ich die beiden und rolle mich von der Trage herunter. Sie schauen sich verblüfft an! Ich bin in einem großen, sehr hellen Raum und eine weiß gekleidete Schwester und ein Mann im weißen Kittel stehen neben meiner Trage. "Und jetzt fahren Sie mich wieder da hin, wo Sie mich hergeholt haben", sage ich zu den Sanitätern des Krankenwagens, "damit ich nach Hause gehen kann, meine Frau macht sich sicher schon Sorgen!" "Gut, Opa, aber erst müssen wir die Papiere ausfüllen, sonst kriegen wir kein Geld von der Kasse". "Nun, für meine Fahrt in meine Jugend brauchte ich nicht soviel Papiere auszufüllen, da genügte mein Wunsch", sage ich. Die Fahrer, die Schwester und der Arzt schauen mich an. "Sie sind aber wirklich ganz dabei", fragt der Arzt zweifelnd? "Um mich brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, aber Ihr jungen Leute solltet Euch Sorgen um Euch machen, Ihr wisst gar nicht, wie viel schöne Zeit Eures Lebens Ihr mit dem Formularkram da verplempert!" "Etwas bekloppt", flüstert der eine Sanitäter dem anderen zu und sagt dann laut: "Aber, weil Weihnachten ist, bringen wir Dich nach Hause." Bekloppt, wenn die wüssten, denke ich, was ich erlebt habe, werden die nie erleben, trotz Handy, Internet, Fernsehen und Flugreisen! Ein schönes Weihnachtsgeschenk

    [/FONT]
     
  14. samira2000

    samira2000 Neues Mitglied

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    Warum die Tanne Christbaum ist
    R. Wiedmann

    Aus Waldmärchen

    Die Bäume im Walde haben sich immer viel zu erzählen. Wenn der Wind durch ihre Kronen streicht, dann rauscht es in ihren Zweigen, dann flüstern ihre Blätter und reden miteinander von allem, was sie erlebt haben. So war es auch an einem Abend im Spätsommer. Viele fremde Leute waren im Walde gewesen, aber nun waren sie wieder nach der Stadt gezogen und im Walde war es still geworden.

    "Ach," sagte da eine lange, schlanke Birke zu ihrer Nachbarin, einer struppigen Kiefer, "in der Stadt muß es doch schön sein! Da tragen die Leute so schöne Kleider und schmücken sich mit goldenen Ketten und bunten Perlen."

    "Ja," mischte sich die stolze Buche ins Gespräch, "in die Stadt möchte ich wohl auch einmal; da kann man sogar mit der Elektrischen fahren." - "Woher wißt ihr denn das alles?" fragte neugierig der Ahorn. "Nun", sagte die Eiche, "hast du denn geschlafen den ganzen Sommer? Hast du nie gehört, was sich die Leute aus der Stadt da erzählten, wenn sie unter unserem Blätterdach saßen?"

    Kurz und gut, die Bäume erzählten sich noch allerhand von der Stadt und alle wären zu gern einmal in die Stadt gekommen, am liebsten nach Berlin. Aber wie sollte das möglich sein?

    Da geschah es eines Nachts, daß ein Engelein licht und weiß durch den Wald flog, um die Waldfee zu besuchen. Das war das Christkindlein. "Waldfee," sagte es, "mich dauern die armen Menschen in der Stadt, die gar keine schönen Bäume haben. Ich möchte ihnen zum Christfest einen bringen, er muß aber der schönste Baum im ganzen Walde sein. Kannst du mir wohl einen geben?" - "Gern," sagte die Waldfee, "aber ich weiß nicht recht, welchen. Jeder Baum ist schön und mir gleich lieb, ich möchte keinen dem anderen vorziehen." - "So laß uns die Bäume selber fragen," sagte das Christkindlein. "Wir wollen ihnen sagen, daß der schönste von ihnen in die Stadt soll, dann werden wir ja sehen, wen sie dafür halten."

    So gingen sie zu den Bäumen und sagten es ihnen. Aber da wollte keiner es dem anderen gönnen. Da wurde das Christkindlein traurig und sagte: So muß ich wiederkommen und mir selbst den schönsten aussuchen. In wenigen Wochen reise ich zur Stadt, dann nehme ich ihn mir mit." Und damit flog es von dannen.

    Kaum war es fort, so fing unter den Bäumen ein großer Wettstreit an, sich so schön wie möglich zu schmücken. Der Ahorn zog ein leuchtend gelbes Kleid an, die Buche ein braunes, die Eiche ein rotes, andere flickten sich aus lauter bunten Stoffen ein Kleid zusammen, daß sie aussahen wie ein richtiger Tuschkasten, und das alles so fix und flink, daß, als Christkindchen wiederkam, der ganze Wald in bunten Farben glänzte. Nur ein Baum hatte sein einfaches grünes Kleid behalten, die Tanne.

    Wieder flog Christkindchen durch den Wald und sah sich alle Bäume an. "Ja," sagte es, "eure Kleider sind schön aber ihr müßt eine weite Reise machen und sie müssen lange vorhalten. Ob sie das auch können?"

    "Natürlich!" schrien alle Bäume. Aber da kam ein großer Wirbelwind und zupfte die Bäume alle an ihren bunten Kleiderchen brrr, wie da der ganze bunter Flitterkram in tausend Fetzen ging, und all die gelben und roten und braunen Läppchen durcheinander tanzten, wie sie müde und matt zur Erde fielen! Da standen die Bäume im Walde da mit zerfetzten und zerrissenen Kleiderchen, und ihre ganze Schönheit war dahin.

    Nur die Tanne, die nicht eitel genug gewesen war, ihr grünes Alltagskleid, das der liebe Gott ihr gemacht hatte, gegen bunten Flitterstaat zu vertauschen, stand noch im Schmuck ihrer grünen Nadeln unversehrt. Da sagte das Christkindlein: "Tanne, du bist der schönste Baum im Walde, dich will ich den Menschen bringen. Du sollst Christbaum sein!"

    Eine schöne Adventszeit wünscht Euch samira