Seronegative Polyarthritis – wie läuft es bei euch?

Dieses Thema im Forum "Entzündliche rheumatische Erkrankungen" wurde erstellt von Stillwasser, 4. Oktober 2026 um 16:43 Uhr.

  1. Stillwasser

    Stillwasser Neues Mitglied

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    Hallo zusammen,

    ich habe eine seronegative Polyarthritis und bin seit rund zehn Jahren in rheumatologischer Behandlung. Aktuell bekomme ich RoActemra, brauche aber trotzdem immer wieder Kortison.

    Betroffen sind vor allem Fingergelenke, Knie und Rücken, dazu kommen Raynaud und Fatigue.

    Mich würde interessieren:
    • Wie hat sich die seronegative Form bei euch über die Jahre entwickelt?
    • Welche Therapie hat bei euch am Ende gut funktioniert, gerade wenn ein Biologikum nicht ausreichend wirkte?
    • Habt ihr den Eindruck, dass die Diagnose „seronegativ“ manchmal weniger ernst genommen wird, z. B. bei Ämtern oder Gutachten?
    Freue mich über eure Erfahrungen!
     
  2. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    Servus Stillwasser,

    Willkommen an Bord.

    Ich habe auch ein seronegatives Rheuma, welches aber deutlich röntgen-positiv ist. Bis heute treffe ich auf Rheumatologen die meinen das könne nicht sein, diese Form bekämen nur Männer. Nun, bin ich nicht, hab's aber trotzdem.

    Wie läuft sowas bei mir? Ich empfehle dem Weißkittel die Nase in Fachliteratur zu stecken oder damit zu leben, dass es Einhörner gibt.

    Es laufen viele Idioten rum - unter allen Spezies auf der Erde.

    Insgesamt bin ich nach über 40 Jahren Erfahrung eher kritisch und ein mündiger, informierter Anti-Wackel-Dackel Patient und Nein-Sager geworden, aber ein freundlicher :D.

    Zu 2: frage vielleicht lieber nicht nach deren zusätzlicher Therapie, sondern schaffe dir deine Strategien.

    Meiner Erfahrung nach trägt jeder das wirkungsvollste Therapeutikum mit sich herum, es ist schmerzstillend und entzündungshemmend, kostet nichts und hat keine unerwünschten Wirkungen. Es nennt sich Myokin.

    Gruß
    kira

    PS du erwähnst drüben das Raynaud-Syndrom. Guck evtl. mal nach Info bzgl. DMSO Einreibungen. Hinweis: Medizin zum Selber Machen. findest sicher
     
    #2 4. Oktober 2026 um 23:19 Uhr
    Zuletzt bearbeitet: 4. Oktober 2026 um 23:26 Uhr
  3. Stillwasser

    Stillwasser Neues Mitglied

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    Hallo Kira,

    vielen Dank für deine ausführliche und ehrliche Antwort und fürs Willkommen heißen! Das mit den Einhörnern hat mich echt zum Schmunzeln gebracht. Es tut gut zu lesen, dass ich mit „seronegativ, aber trotzdem deutlich krank“ nicht allein bin :)

    Dein Hinweis zu den Myokinen trifft bei mir einen Nerv: Ich versuche tatsächlich auch, über Sport und Bewegung gegenzusteuern, soweit es geht. Solange ich nicht ganz so erschöpft bin, merke ich auch, dass es mir guttut. Schwierig wird es an den Tagen, an denen die Erschöpfung richtig zuschlägt. Da wird es dann eher ein Spaziergang statt richtigem Training.

    Wie machst du das an schlechten Tagen? Gibt es bei dir eine Art „Minimalprogramm“, das du trotzdem durchziehst, oder pausierst du dann bewusst?

    Danke auch für den Tipp zum Raynaud, da lese ich mich mal ein.

    Liebe Grüße
    Stillwasser
     
  4. Catwoman55

    Catwoman55 Bekanntes Mitglied

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    Hallo Stillwasser
    erstmal herzlich Willkommen. Ich bin jetzt dann auch seit 10 Jahren mit einer seronegativen RA unterwegs. Auch ich habe solche Kommentare gehört, dass es das "nicht gibt" und von diesen Ärzten wurde dann auch meine Therapie negiert.
    Seit mehr als 2 Jahren bin ich nun mit Olumiant 2 mg und Plaquenil gut eingestellt und in Remission. Ab demnächst kann ich dann sogar einen Versuch mit 1 mg Olumiant starten.
    MTX ging bei mir nicht, das habe ich nicht vertragen. Dann kam Leflunomid, welches ich recht gut vertrug aber es reichte nicht ganz. Ich hatte immer eine Minimalerhaltungsdosis Cortison.
    Seit einem RA-bedingten Karpaltunnelsyndrom (liess sich mit Cortisoninjektion behandeln) bin ich dann auf Olumiant (JAK-Hemmer) umgestiegen, da ich durch das MTS spritzenmüde war und es das Olumiant in Tablettenform gibt.
    Damit "fahre" ich ganz gut. Einzig mit Fatigue habe ich zu kämpfen.

    Liebe Grüsse
    Catwoman
     
  5. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    Servus Stillwasser,

    schwänzen gilt nicht. :) Geht beim Kraftsport gar nichts bin ich Minimum auf Sitz- oder Liegerad zu finden. Das kommt vor. Kleine Übungen mit Tuch oder Ball auf dem Stuhl geht auch immer. Ebenso ist Faszientraining immer möglich oder Dynaband. An schlechten Tagen mache ich weniger, aber keinesfalls nichts. Ich wüsste gar nicht wie ich die ohne überstehen sollte.

    Meine Fatigue habe ich durchs Coimbra Protokoll gänzlich überwunden. Ich schlief damals wie eine Katze 18 bis 20 Stunden, war zu nichts fähig, essen war schon anstrengend, an Stützen gehen oder meinen Rolli selbst bewegen war nicht zu denken. Vitamin D Resistenz und Nährstoffmangel waren die Ursache. Ich hüte heute meine Mitochondrien, supplementiere gescheit und unterstütze sie. Wäre das System nicht so verstockt, Menschen besser informiert und wären mehr Mediziner auch Arzt könnte einiges aufgeschlossener und breiter aufgestellt werden, hilfreicher sein. Meine Meinung.

    Gruß kira
     
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