Ich dachte mir, wir könnten mal über Tipps bzgl. Rollstuhl reden. Wer kann, sollte die Beinstützen abmontieren und sich auch mit Hilfe der Beine fortbewegen. Ein Rutschbrett ist wichtig, damit man ins Bett oder ins Auto kommt. Ein dickes Sitzkissen ist wichtig. Noch wichtiger ist der Kippschutz, der hinten angebracht wird und verhindert, dass man nach hinten fällt. Bitte bedenken, dass man wenig Transportmöglichkeiten im Rolli hat. Man muss vieles genau planen und vorher überprüfen, ob es barrierefrei ist. Hier auf dem Land ist die Dichte der Rollstuhlfahrer-Toiletten nicht sehr ausgeprägt. Wichtig wäre das Aufstehen, wenn man denn kann. Zuhause entsprechende Griffe zum Festhalten einbauen. Das ist wichtig, damit man aufs Klo kann und in den Duschrollstuhl wechseln kann. Allgemein ist es ziemlich mühsam - sich untenrum zu waschen z. B.. Oder einkaufen zu gehen. Den Hosenknopf und Gürtel zu schließen ist schwer, wenn man sich mit einer Hand festhalten muss. Ich habe mir Jeans-Leggins bestellt. Hosen mit Gummizug gehen auch. Sicher haben viele von euch noch andere Tipps.
Ich kann die App wheelmap empfehlen,dort werden Örtlichkeiten nach ihrer Barrierefreiheit bewertet. Zum untenrum waschen ,gibt es stabile Stühle mit Aussparung oder auch Badewannenlifter. Ich weiß nicht wie deine sanitären Gegebenheiten sind.......aber dieses Thema würde ich zB. mit dem MD besprechen.....und mit denen nach einer guten machbaren Lösung gucken. Und ich kann allen raten,die im Rollstuhl noch etwas mobil sind, einen Rollstuhlfahrkurs zu belegen.Das kippen an zB auch kleineren Kanten ist nicht einfach. Desweiteren kann ich Radfahrhandschuhe zum bewegen des Rollstuhls für draußen empfehlen .....gerade bei Übergangstemperaturen ,und wenn es nass und matschig ist. Und allgemein ,sich nicht scheuen um Hilfe zu bitten......sei es wenn das Regal nicht erreichbar ist oder man Angst bei einem bestimmten Kippwinkel hat. Mir war ,wenn ich im Rollstuhl geschoben wurde ,sehr oft sehr kalt......da half eine Wärmflasche .
Das mit dem untenrum waschen mache ich derzeit so - ich mache eine Seifenlauge im Waschbecken, dann stehe ich auf und halte mich mit einer Hand am Waschbecken fest. Mit der anderen Hand wasche ich mich. Vorher habe ich ein Handtuch auf den Rollstuhlsitz gelegt, sodass ich mich dann setzen kann. Einen Duschrollstuhl habe ich zum Duschen, aber da komme ich nicht selbst rein. Meine Schwester hilft mir damit.
Birte ,wenn du die Beinstützen abmontiert,hast du deine einkäufe dann nur hinten im Rucksack ? Ich fand es praktisch,das man die Beinstützen, gerade beim Einkaufen nutzen konnte , für die Tasche zwischen den Beinen. Achja,und den Geldbeutel hatte ich im Rolli hinten am Rücken/Po ,es gibt sogar Menschen,die hinten aus dem Rucksack klauen !
Ja,so wie du,habe ich mich auch gewaschen. Oder ich hab mich kurz auf den Lifter gesetzt und schnell abgeduscht......fand ich manchmal nicht so anstrengend,wie das auf und ab am Waschbecken......ist aber nur dann einfach wenn man eine Wanne hat......extra in die Dusche wäre mir auch zu kompliziert und anstrengend gewesen !
Derzeit nutze ich den Rewe Lieferservice oder wenn jemand hier ist - zu denn's und zum Edeka ist es nicht weit - oder ich beauftrage meine Familie. Dann nehme ich die Einkäufe auf den Schoß und jemand schiebt mich. Ich habe mir eine Bauchtasche für Geld und Handy zugelegt.
Am wichtigsten empfinde ich persönlich ein passendes Sanitätshaus zu finden, welches seinen Kunden helfen will, und nicht, wie man am bequemsten und schnellsten an das Geld von den Kassen und Kunden kommt. Denn je nach Krankheit und Wünschen der Kunden wird das passende Gefährt ausgesucht und getestet. Nicht jeder hat den kämpferischen Willen, so lange wie möglich auch den Rolli aktiv nutzen zu wollen bzw. nicht die körperliche Möglichkeit. Wenn man nicht kann oder möchte, sind solche Dinge wie Lenkräder anheben irrelevant, weil das Hilfsmittel entsprechend konfiguriert oder ausgesucht werden muss, um auch bei nicht 100 % Barrierefreiheit draußen zurecht zu kommen. Ich habe mich beim 2.Sanitätshaus (das erste hatte zuviel kommerzielle Interessen an meinem Portemonnaie) sehr bewusst für einen Aktivrollstuhl entschieden, der im Schwerpunkt sich leicht anheben lässt. Geübt habe ich nach Youtube Videos, von denen ich die Tips bereits vor Auslieferung verinnerlicht hatte. Wenn ich mich nicht falsch erinnere @Birte, strebst Du einen E-Rolli an. Die sind in der Regel vorderlastig eingestellt, damit man nicht nach hinten kippt, und haben auch zwei Kippschutze. So einen würde ich bei Bordsteinen, die nicht vollkommen ebenerdig sind, erstmals rückwärts nutzen bzw. wenn Du Hilfe hast, unterschiedliche Sachen vorwärts ausprobieren, um mich zur Not auffangen zu lassen, wenn der Rolli mich abwirft. Nimmst Du die Beinstützen ab, um zu Trippeln?
Ja, die Beinstützen habe ich gleich abgemacht. So kann ich den Rolli besser koordinieren. Ob die KK den E-Rolli bezahlt, steht noch in den Sternen.
Ah, ich dachte, das sollst Du machen. Als Training für Beine und Koordination. Ist der jetzige Rollstuhl nicht von der Kasse? Am besten gibt man der Krankenkasse eine Begründung seiner Ärzte und lässt auch sein Sanitätshaus eine Begründung schreiben. Beim Sanitätshaus wird man, sofern es gewillt ist, schon vor Antrag eine Erprobung machen, damit man weiß, welches Modell einem die beste Unterstützung ist. Ich hatte das Glück, letztes Jahr auf der spezialisierten Reha eine mehrseitige Begründung zu erhalten. Und auch das Sanitätshaus, welches auf der Reha war, hatte eine Filiale vor Ort, wo ich jetzt echt gut betreut werde. Mit der ganzen Unterstützung habe ich jetzt einen Aktivrollstuhl mit dem Antrieb smoov one.
Heute war jemand vom Sanitätshaus mit einem E-Rolli da und ich konnte ausprobieren, ob ich das Teil bedienen kann. Das kann ich. Das Sanitätshaus wird jetzt die Genehmigung der KK einholen. Ich bekomme ein Leihgerät, falls die KK das genehmigt. Mein normaler Rolli, der Rollator und der Duschrollstuhl sind ebenfalls Leihgeräte.
Das freut mich, es geht vorwärts für mehr Selbstständigkeit und Zufriedenheit. Was für ein E-Rolli soll es werden?