Probleme bei Prednisolon-Reduktion

Dieses Thema im Forum "Cortison / Glukokortikoide" wurde erstellt von Zwergpiratin, 12. August 2026 um 12:20 Uhr.

  1. Zwergpiratin

    Zwergpiratin Mitglied

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    Hallo zusammen,

    nach langer Zeit brauche ich mal wieder einen Rat. Ich reduziere aktuell das Prednisolon, das ich aufgrund des Rheumas schon sehr sehr viele Jahre nehme. Bin auch nie unter 5 mg gekommen.

    Gestartet bin ich im Januar mit 12 mg und bin aktuell seit 3,5 Wochen bei 8,75 mg. Die Schritte von bis 9 mg gingen relativ leicht, aber jetzt bei 8,75 mg legt mein Körper ein Veto ein. Die ersten beiden Wochen hatte ich abends Unterzuckerungssymptome, also zittern, schwitzen, komisches Gefühl im Kopf. Das hat sich wieder gelegt. Was bis jetzt geblieben ist, sind die Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die Muskelschmerzen und Verspannungen am ganzen Körper, mehr Migräneattacken und die absolute Erschöpfung. Ich fühle mich wie vom LKW überrollt und hab nur noch wenig Lebensqualität, weil ich mich von morgens bis abends durch den Tag schleppen muss.

    Habt ihr Erfahrungswerte, wie lange sowas dauert? Oder Tipps, was man dagegen tun kann? Wie lange habt ihr im Schnitt für die Reduktionen gebraucht?

    Der Arzt empfiehlt jeden Tag kalt duschen und mindestens 30 Minuten Cardiotraining. Wenn ich das machen würde, dann könnte ich mich direkt mit Dauer-Migräne einweisen lassen.

    Freu mich über eure Erfahrungswerte; fühl mich grad so allein und hilflos damit.

    Liebe Grüße
    Zwergpiratin
     
  2. Melodia

    Melodia Mitglied

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    Hallo
    Bei mir geschehen solche Reaktion bei einer Prednisolon-Reduktion - nicht jedesmal - aber immer wieder mal,
    wenn ich meine Basis-Dosis von 7,5 mg erreicht habe.
    Auf diesem "Level" darf ich laut Rheumatologe auch bleiben.
    Bei (den üblichen monatl. Schüben erhöhe ich auf 25 mg) ...
    doch nach 12 Tagen sollte ich wieder meine Basis-Einstellung erreichen.
    Wenn sich aber die Gesamt-LWS-Beschwerden mit Muskelschmerzen
    beim Erreichen der 7,5 mg Prednisolon-Einnahme zeigen -
    meist dauern diese nun verstärkten Schmerzen 1 bis 3 Tage,
    dann überbrücke ich die Zeit mit Diclofenac-Schmerzmittel -
    abwartend und hoffend, dass ich mit der Basis-Prednisolon-Einstellung zurecht komme.
    Dies gelingt auch zwischendurch mal.
    Verhält es sich aber so, dass sich beim Erreichen der 7,5 mg, nun zu den etwas heftigen LWS-Beschwerden
    auch noch die üblichen (stechend-brennenden) Sehnen-Gelenks-Schmerzen (an unterschiedl. Körperstellen) hinzugesellen,
    weiß ich, dass ich mit dem Schub noch nicht fertig bin und erhöhe wieder für paar Tage die Dosis -
    und reduziere wieder sobald möglich, in der Hoffnung, dass für eine Weile nur Prednisolon-Basis-Phasen (meist ergänzt mit Diclofenac),
    folgen.

    Also ein Reduzieren ist mir bestens vertraut - ein völliges Weglassen von Cortison (Prednisolon)
    kann in meinem Fall nicht erfolgen, denn es wird mir bis zum Lebensende hilfreich sein.

    Soweit zu meinen Erfahrungen ...
     
  3. Zwergpiratin

    Zwergpiratin Mitglied

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    Vielen Dank, dass du deine Erfahrungen mit mir geteilt hast!

    Ich hätte ja eigentlich erwartet, dass ich zumindest - so wie du - bis 7,5 mg ohne große Probleme runterkomme. Hatte letztes Jahr schon ein Mal einen Versuch, der gescheitert ist, aber da dachte ich, ich wäre einfach nur zu schnell runtergegangen. Deshalb reduziere ich auch nur in 0,25 mg Schritten, aber selbst das toleriert der Körper ab einem bestimmten Punkt nicht mehr.

    Das Rheuma selbst ist durch das MTX ganz gut im Griff, das sind laut Rheumatologen alles Entzugserscheinungen. Ich frage mich halt, wie lange ich das aushalten muss, weil es jetzt nach 3 1/2 Wochen immer noch nicht besser ist, es wird eher schlimmer… :(
     
  4. anurju

    anurju anurju

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    Im schönen Rheinland
    Hallo @Zwergpiratin,

    ich kenne deine Probleme auch nur zu gut.
    Bei mir hat es unzählige vergebliche Versuche und dann eine sehr lange Zeit gebraucht, um von 7 mg auf 5mg runterzukommen.

    Meine Tipps dazu (die du vermutlich schon kennst):
    - Schaukeln - ausgehend von der alten Dosis dann 1x die neue, dann wieder 2-4 Tage die alte Dosis, dann immer wieder testen und die Abstände verkürzen bis es im täglichen Wechsel geht... und dann dem Körper (wenn er meckert) immer mal einen Tag wieder die alte Dosis geben - dazwischen dann aber mehrere Tage die neue Dosis. Ich hoffe, du verstehst, wie ich das meine...
    - mit Hydrocortison die Übergänge erleichtern - will meinen, wenn du die Probleme spürst, eine kleine Hydrocortison im Tagesverlauf nehmen (das wirkt anders und sanfter als Prednisolon, deshalb darf man es auch im Tagesverlauf nehmen) - das müsstest du aber ja sowieso mit deinem Arzt klären... Das gibt es auch in Minidosierungen (für Kinder) - sodass man noch viel kleinere Schritte machen kann. Der perfekte Ratgeber für so etwas wäre ein Endokrionolge.
    - ich würde dir sowieso empfehlen, mal einen Endokrinologen aufzusuchen. Bei mir wurde nämlich festgestellt, dass ich eine sekundäre Nebenniereninsuffizienz habe - damit kann man zwar leben, aber das sollte mal kontrolliert werden... - passiert wohl garnicht so selten, wenn man längere Zeit Cortison nimmt und es fällt dann erst auf, wenn es bei Infekten, Unfällen oder Operationen ernste Unterversorgungszustände (Addison-Krise) gibt. Ich glaube, dass ich deshalb die massiven Probleme mit der Cortison-Reduktion hatte. Aber das mag bei jedem Betroffenen anders sein.

    Jedes mg weniger Cortison lohnt sich - also drücke ich feste die Daumen, dass du das schaffst.
    Liebe Grüße von anurju
     
  5. Chrissi50

    Chrissi50 Bekanntes Mitglied

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    Nähe Ffm
    Ich hab zwei Jahre für 3 mg gebraucht. Das letzte Jahr gings um das letzte mg. Das war am schwierigsten.
    Nach jeder Reduzierung von 1/2 mg bekam ich am 3. Tag hypertensive Krisen, was laut Doc garnicht sein kann. Es war leider so, und es warf mich immer wieder zurück. Und ich hab die 1 mg-Tablege geviertelt.

    Ich hab 4 Wochen mindestens immer geschaukelt, also 2 Monate für ein 1/4 mg gebraucht. Seit Ende November 25 bin ich endlich fertig.

    Cortisol wurde immer wieder kontrolliert, also bestand keine Nebenniereninsuffizienz.
     
  6. Melodia

    Melodia Mitglied

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    33
    Tja, da hast Du einiges zu ertragen, doch wenn sich die Zustände weiterhin verschlimmern,
    würde ich nochmal einen Arzt kontaktieren, welcher sich Deinen Fall in einer Gesamtschau näher ansieht.

    Weiters wäre es sinnvoll nach Erleichterungen Ausschau zu halten, im Sinne von:
    "Wobei brauche ich Hilfe oder Hilfsmittel und Unterstützung ... ?"
    "Wie kann ich mein Alltagsleben erträglicher gestalten ...?"

    Jedenfalls wünsche ich Dir ehestmögliche Lichtblicke für Deine Situation ...
     
  7. Kira73

    Kira73 Uveitispapst

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    4.469
    Ort:
    Sauerland
    Servus Zwergpiratin,

    ich musste vor x Jahren von sehr hoher Dosis Kortison binnen Tagen auf Null. Das lief erwartungsgemäß unrund und mit oben beschriebenen derben Reaktionen. Dagen hat mir Rosenwurz hervorragend geholfen. Irgendwo ist hier dazu auch der Erfahrungsbericht aus 2004.

    Ich arbeite mit Rosenwurz bis heute um in Schüben den Cortisollevel regulierend zu unterstützen, anstatt Kortison hoch zu setzen.

    Gruß
    kira
     
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